Medtec Europe

Das Rennen hat begonnen

Medtec Europe
Dr. Birgit Oppermann Chefredakteurin medizin&technik
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Medizintechnik-Messen | Diskussionen, Emotionen, Kreativität: Auf der Medtec Europe waren die Reaktionen zu den Veränderungen im Markt vielfältig. Den Standort Stuttgart schätzen aber viele.

Es gab Gesprächsbedarf auf der Medtec Europe in Stuttgart: Die Perspektiven für alte, neue oder überarbeitete Messen waren merklich das dominierende Thema – und  bei den Reaktionen und Einschätzungen zeigte sich die ganze Bandbreite an möglichen Meinungen. Und der Auftrag, die Messelandschaft kreativ zu erneuern.

Dabei ist im Grunde noch wenig bekannt. Die Messeveranstalter UBM und Nürnberg Messe hatten anlässlich der zweiten MT-Connect in Nürnberg verkündet, dass sie ihre Veranstaltungen ab 2019 gemeinsam unter dem Namen Medtec Live in Nürnberg fortsetzen möchten. Vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörden, weshalb außer dem Namen, dem Wunschtermin im Mai und der zeitgleichen Planung für den Medtech Summit keine weiteren Details bekanntgegeben wurden.

Zunächst schien es, als ob der Markt nichts mehr entscheiden muss

Mit diesem Zusammengehen der Wettbewerber schien dem Markt die Entscheidung über den besseren Standort und das Konzept abgenommen. Allerdings nur bis zum Folgetag, denn da informierte die Messe Stuttgart, in deren Hallen UBM die Medtec Europe seit Jahren veranstaltet hatte, darüber, dass sie ebenfalls eine Medtech-Veranstaltung am südwestdeutschen Standort anbieten wolle – bei Bedarf auch schon 2019.

Damit ist die Arena für Vorschläge aller Art geöffnet, untereinander und im Gespräch mit den Veranstaltern. Sowohl in Nürnberg auf der MT-Connect als auch auf der Medtec Europe in Stuttgart waren in den Hallen zum einen neutrale Stimmen zu hören – mehr als eine Messe sei nicht sinnvoll, Stuttgart und Nürnberg seien grundsätzlich gute Standorte – möge also der bessere gewinnen.

Manche Aussteller wollen Stuttgart als Standort nicht aufgeben

Vor allem bei der Medtec Europe in Stuttgart wurden aber auch emotionale Äußerungen laut, bei denen es vor allem darum ging, dass Aussteller ihre Präsenz in Stuttgart auf keinen Fall aufgeben wollten. Angesprochen wurden auch kreative Vorschläge, wie ein Turnus von zwei Jahren für die Messen, mit einem Standortwechsel, um die Vorteile aller Konstellationen zu nutzen: wobei in diesen Rhythmus gedanklich sowohl Nürnberg als auch Stuttgart, aber auch die Schweiz eingeschlossen wurden. Lediglich die nördliche Hälfte Deutschlands war bei solchen Überlegungen außen vor. Ob solche Gedanken bei den Veranstaltern auf offene Ohren stoßen, darf man sich natürlich fragen.

Um die Vielfalt der Standpunkte besser einordnen zu können, hat das Team von medizin&technik unter einigen Ausstellern und Besuchern der Medtec Europe ein Stimmungsbild eingefangen. Auch wenn dieses nicht repräsentativ ist, zeigte sich deutlich, dass die Messe Stuttgart für eine neue Veranstaltung an diesem Standort wohl eine Reihe von Unterstützern finden wird.

Jetzt kommt es auf die Konzepte an

Wichtig scheinen aber den Gesprächen zu Folge vor allem das Messekonzept und die Gestaltung des Begleitprogramms zu sein. Auch die Qualität der Veranstaltungsorganisation lag vielen, die zum Stimmungsbild beigetragen haben, besonders am Herzen.

Daher ist jetzt das Rennen eröffnet: Alle Veranstalter müssen zeitnah ihre Vorstellungen, Konzepte und Pläne präsentieren, um Aussteller und Besucher mit konkreten Angaben von ihrem Angebot zu überzeugen. „Nur“ etwa ein Jahr Vorbereitungszeit muss man wohl als eine für alle sportliche Vorgabe bezeichnen – und das schließt die potenziellen Aussteller und Besucher mit ein.

Was außer den Messen dringend ist

Am letzten Tag der Medtec Europe wurde am Nachmittag bekannt, dass die Kartellbehörden den Entwicklungen nichts in den Weg legen werden und das Joint Venture zwischen UBM und der Nürnberg Messe wie geplant die Medtec Live im Mai 2019 an den Start bringen kann.

Im Grunde steht die Branche jetzt also wieder ungefähr da, wo wir vor zwei Jahren waren: Es soll mehr Messeangebote geben, als der Markt über die Compamed hinaus dauerhaft brauchen wird. Damit ist mehr denn je die Kreativität der Veranstalter gefragt – und man darf für die nächsten Monate sehr gespannt sein, ob sich da vielleicht etwas ganz Neues entwickelt. Darin liegt auf jeden Fall eine Chance. Das Ergebnis ist hoffentlich eine Entwicklung hin zu ruhigerem Fahrwasser, denn die vordringliche Aufgabe für die Unternehmen aus der Medizintechnik lautet wohl: MDR – und auch das wurde auf der Messe deutlich.

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