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Herzkatheter: zu schade für den Müll

Nachhaltigkeit im Krankenhaus
Recycling von Herzkathetern: zu schade für den Müll

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Danielle Gerfen, Pflegefachfrau im Herzkatheterlabor, gibt die gebrauchten Katheter nach der Desinfektion in den Sammelbehälter (Bild: Marcel Mompour, HDZ NRW)
Am Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen, werden die Wertstoffe der Katheter aus Ablation und Diagnostik gesammelt und dem Rohstoffmarkt wieder zugeführt.

Benutzte Herzkatheter gehören nicht in die Müllverbrennung, sondern in die Wiederaufbereitung. Das setzt ein Pilotprojekt im Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, inzwischen erfolgreich um. Die benutzten Herzkatheter werden gereinigt, desinfiziert und als Wertstoffe für die Weiterverarbeitung gesammelt. „Ohne Einwegprodukte kann ein Klinikbetrieb nicht auskommen“, sagt Prof. Philipp Sommer, Direktor der Klinik für Elektrophysiologie/Rhythmologie. „Umso wichtiger ist es für uns, Ressourcen dort zu erhalten, wo es möglich ist.“

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Bis zu 8000 t Herzkatheter pro Jahr recyceln

1700 Ablationen führen Prof. Sommer und sein Team jährlich am HDZ NRW durch. Ist das Pilotprojekt in Bad Oeynhausen erfolgreich – und dessen sind sich der Klinikdirektor und der Hersteller Biosense Webster gewiss – könnten es zukünftig an die 10 000 Herzkatheter in ganz Nordrhein-Westfalen sein, die der Wiederverwertung am Rohstoffmarkt wieder zugeführt werden.

Deutschlandweit werden derzeit etwa 100 000 elektrophysiologische Herzkatheterinterventionen durchgeführt. In dem von Biosense Webster, einem Unternehmen aus dem Konzern Johnson & Johnson, bisher einmalig initiierten Gesamtprogramm zur Kreislaufwirtschaft könnten auf diese Weise jedes Jahr insgesamt bis zu 8000 t medizinischer Einwegprodukte des Herstellers recycelt werden.

In kleinen Schritten zu nachhaltigen Produkten

Ressourcen sparen überzeugt alle

Die grünen Sammelboxen aus dem Herzkatheterlabor werden einmal im Monat vom auf Abfallmanagement spezialisierten Dienstleister Resourcify aus dem HDZ NRW abgeholt. Drei Recyclingunternehmen in der Nähe des HDZ zerlegen anschließend die Herzkatheter in ihre Einzelteile. Das Ziel: die so gesammelten Kunststoffe, Kupferkabel und Edelmetalle zu schreddren, zu verkafuen und zu neuen Produkten zu verarbeiten.

Nachhaltigkeit in der Medizintechnik

„Medizinprodukte dürfen daraus allerdings nicht mehr hergestellt werden“, erläutert Pflegedienstleiter Dr. Waldemar Hinz. Er hat das Pilotprojekt am HDZ NRW gemeinsam mit Chefarzt Sommer und Tatjana Kravcenko, Stellvertretende Pflegeleitung im Herzkatheterlabor, ins Leben gerufen. Die Planung nahm über sechs Wochen in Anspruch, bevor sie mit dem HKL-Team sowie dem externen Partner Biosense Webster jetzt vorerst sechs Monate lang umsetzt wird.

Forschung kann zu mehr Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen verhelfen

Logistik und Digitalisierung arbeiten dabei Hand in Hand. Auf Wunsch werden die Mitarbeitenden über die Anzahl ihrer aktuell gesammelten Behälter, das bereits recycelte Material in Kilogramm und die dabei gesparten CO2-Emissionen informiert. Davon, dass das Thema Nachhaltigkeit im Krankenhaus eine wichtige Rolle spielt, müsse man allerdings im HDZ niemanden mehr überzeugen. „Ressourcen zu sparen, das beschäftigt uns alle“, sagt Professor Sommer. „Im Klinikbetrieb wollen wir einfach mit gutem Beispiel vorangehen.“

www.hdz-nrw.de

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