Hirnschrittmacher Nach dem Schlaganfall wieder Laufen - medizin&technik - Ingenieurwissen für die Medizintechnik

Hirnschrittmacher

Nach dem Schlaganfall wieder Laufen

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Nach einem Schlaganfall treten oft Bewegungsstörungen auf. Bei Tests an Tieren zeigte sich, dass ein Hirnschrittmacher schneller wieder zu einem natürlichen Gangbild führen kann (Bild: Fotolia.com/psdesign1)
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Nach einem Schlaganfall können viele nicht mehr richtig gehen oder stehen, weil sie unter Lähmungen und Koordinationsstörungen leiden. Mithilfe eines Hirnschrittmachers könnten solche Lähmungen rückgängig gemacht werden.

Der Schlaganfall ist weltweit die häufigste Ursache für eine körperliche Behinderung im Erwachsenenalter. Sehr oft können Patienten nicht mehr richtig laufen, weil sie Lähmungserscheinungen und Koordinationsstörungen entwickeln. Prof. Christoph Kleinschnitz, Direktor der Klinik für Neurologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen an der Universitätsmedizin Essen: „Obwohl sich die Behandlungsmöglichkeiten in der Frühphase eines Schlaganfalls in den letzten Jahren deutlich verbessert haben, kann rund ein Drittel der Patienten nach einem Jahr immer noch nicht selbständig gehen. Es gibt leider auch noch keine Medikamente, um diesen Heilungsprozess zu beschleunigen.“

Schritte fast normal lang und schnell

Ein Hirnschrittmacher gibt über eine speziell in das Gehirn implantierte Elektrode elektrische Impulse an das Gewebe ab. Untersuchungen von Wissenschaftlern der Universitätskliniken Essen und Würzburg testeten den Hirnschrittmacher nun bei Tieren. „Im Versuchsstadium mit Tieren zeigte sich bereits, dass es dank eines Hirnschrittmachers möglich ist, gelähmte Glieder nach einem Schlaganfall wieder beweglich zu bekommen. Das ist ein wichtiger Etappensieg, der sich hoffentlich auch bald in den klinischen Alltag übertragen lässt“, berichtet Kleinschnitz und fährt fort: „Wir waren überrascht, wie deutlich sich das Gangbild der behandelten Tiere verbesserte. Ihre Schritte waren fast normal lang und schnell. Außerdem machten sie weniger Fehler bei komplexen Gehtests.“

Noch im Langzeitverfahren testen

Bei Parkinsonerkrankten gehört das Einsetzen eines Hirnschrittmachers bereits zu den gängigen Verfahren. Die Forscher hoffen nun, diese Methode zukünftig auch bei bestimmten Schlaganfallpatienten anwenden zu können. Dazu müssen sie aber zunächst noch genauer herausfinden, welche speziellen Nervenzellen im Hirnstamm stimuliert werden müssen und wie die Langzeitwirkung dieses Verfahrens ist.

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