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EKG-Pflaster erkennt Vorhofflimmern frühzeitig

Mobiles EKG
EKG-Pflaster erkennt Vorhofflimmern frühzeitig

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In das Rhythmuspflaster ist eine EKG-Aufzeichnungseinheit integriert, die den Herzschlag für zwei Wochen durchgehend aufzeichnet (Bild: Williamson Adams)
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Besser als herkömmliche Diagnostik erkennt ein mit Elektronik bestücktes Pflaster Vorhofflimmern bei Risikopatienten. Das zeigt eine Studie von deutschen und kanadischen Forschern. Das bietet Möglichkeiten zur Früherkennung von Vorhofflimmern und könnte helfen, Schlaganfällen vorzubeugen.

Vorhofflimmern ist eine Herzrhythmusstörung, von der über 30 Millionen Menschen weltweit betroffen sind. Durch den unregelmäßigen Herzschlag kann das Blut in den Vorhöfen verklumpen. Gelangen solche Gerinnsel ins Gehirn und verschließen Gefäße, entsteht ein Schlaganfall. Bei älteren Menschen ist Vorhofflimmern eine der wichtigsten Ursachen für einen Schlaganfall.

Häufig macht Vorhofflimmern keine Beschwerden. „Wir hoffen, dass wenn wir stummes Vorhofflimmern besser erkennen, mehr Menschen frühzeitig behandelt und Schlaganfälle verhindert werden könnten“, sagt der kanadische Studienleiter Dr. David Gladstone vom Sunnybrook Health Sciences Centre und der Universität Toronto. Die Studie wurde am Population Health Research Institute in Hamilton, Kanada, koordiniert.

Mobiles Rhythmuspflaster: EKG-Aufzeichnungseinheit integriert

In der multizentrischen, randomisierten Studie mit dem Namen Screen-AF wurde ein so genanntes Rhythmuspflaster eingesetzt. In das Rhythmuspflaster ist eine EKG-Aufzeichnungseinheit integriert, die jeden Herzschlag für zwei Wochen durchgehend aufzeichnet und so stummes Vorhofflimmern aufspüren kann. An der Studie nahmen 856 Personen aus 48 Hausarztpraxen im Zeitraum von 2015 bis 2019 teil. Die Teilnehmer waren 75 Jahre oder älter und hatten einen hohen Blutdruck, aber kein bekanntes Vorhofflimmern.

Die Hälfte der Teilnehmer erhielt das Rhythmuspflaster, das zweimal für jeweils zwei Wochen auf die Brust aufgeklebt wurde. Die andere Hälfte erhielt die medizinische Standardversorgung. Das Pflaster wurde nach zwei Wochen abgenommen und zur Auswertung eingeschickt. Alle Teilnehmer wurden sechs Monate lang beobachtet.

EKG-Pflaster erkennt Vorhofflimmern häufiger

Die Studie ergab, dass das Rhythmuspflaster von den Teilnehmern gut vertragen und Vorhofflimmern zehn Mal häufiger erkannt wurde als mit herkömmlicher Diagnostik. In der Rhythmuspflastergruppe wurde bei 23 Teilnehmern Vorhofflimmern festgestellt, in der Kontrollgruppe nur bei 2. Von den Vorhofflimmerpatienten erhielten 75 Prozent ein blutverdünnendes Medikament zum Schutz vor Schlaganfällen.

„Die Vorhofflimmerepisoden, die wir gefunden haben, waren meist mehrere Stunden lang“, sagt Ko-Studienleiter Prof. Dr. Rolf Wachter vom Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen und vom Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), Standort Göttingen. Blutverdünner seien allgemein bei Vorhofflimmerpatienten sehr effektive Medikamente und könnten das Schlaganfallrisiko um fast 70 Prozent senken. „Allerdings ist für die von uns identifizierten Patienten die bestmögliche Therapie noch nicht ausreichend untersucht.“

Hausarztpraxen: guter Partner für künftige Studien

Rund ein Drittel der Teilnehmer wurden in Deutschland über hausärztliche Kooperationspraxen der DZHK-Partnereinrichtungen Göttingen und Hamburg erreicht. „Für zukünftige Studien zum Vorhofflimmerscreening eignen sich Hausarztpraxen sehr gut“, ergänzt Prof. Dr. Eva Hummers vom Institut für Allgemeinmedizin der Universitätsmedizin Göttingen. Sie hat die Zusammenarbeit mit den hausärztlichen Praxen geleitet.

Mehr Informationen zur Studie „Home-Based Screening for Early Detection of Atrial Fibrillation in Primary Care Patients Aged 75 Years and Older (SCREEN AF)“
https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT02392754

Der in Deutschland durchgeführte Teil der Studie unter dem Namen Screen-AF-DZHK15 nutzt die Klinische Forschungsplattform des DZHK
https://dzhk.de/forschung/klinische-forschung/klinische-forschungsplattform/

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. med. Rolf Wachter
seit 2019 Professor für Klinische und Interventionelle Kardiologie am Universitätsklinikum der Universität Leipzig
E-Mail: Rolf.Wachter@medizin.uni-leipzig.de

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