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Nachhaltigkeit in der Medizintechnik soll Mensch und Umwelt schützen

Nachhaltigkeit
Medizintechnik soll Mensch und Umwelt schützen

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Die regulatorischen Anforderungen an Medizintechnikprodukte sind hoch, die Entwicklung nachhaltiger Produkte und Materialien ist eine große Herausforderung für die Branche (Bild: blacksalmon/stock.adobe.com )
Um neue neue Produkte nachhaltiger und ressourcenschonender entwickeln und fertigen zu können, muss die gesamte Wertschöpfungskette der Medizintechnik-Branche auf den Prüfstand. Über den aktuellen Stand und innovative Ansätze informiert das Forum der Medtec Live with T4M am ersten Messetag.

Jens Fuderholz
Fachjournalist in Erlangen

Nachhaltigkeit ist heute in nahezu jedem Lebensbereich zu finden. Neben weltumspannenden Lieferketten und den Fortschritt in der Digitalisierung von Prozessen geht es auch um Ressourcen, Energieverbrauch und soziale Normen. Was einige Branchen bereits vermehrt umsetzen, ist in der Medizintechnik nicht ganz so einfach: Abstriche bei der Materialwahl können hier direkt die Gesundheit der Menschen betreffen. Dennoch: „Nachhaltigkeit ist das Thema, das die ganze Wertschöpfungskette betrifft und immer wichtiger wird. Deshalb ist es uns ein Anliegen, mit der Medtec Live with T4M eine Plattform zu bieten, in der Wege und Lösungen für Nachhaltigkeit in der Medizintechnik präsentiert und diskutiert werden können“, erklärt Christopher Boss, Leiter der Medtec Live with T4M und Executive Director Exhibitions der Nürnberg Messe GmbH. Denn die Nachhaltigkeit werde die Gesellschaft in Zukunft begleiten. Besonders in der Medizintechnik ist das ein schwieriges Thema und erst seit kurzem auf dem Schirm.

Neue Produkte nachhaltiger und ressourcenschonender entwickeln

„Für viele Hersteller scheint Nachhaltigkeit auch noch gar nicht relevant zu sein“, erläutert Sven Dasbach, Business Developement Manager bei der Sanner GmbH, Bensheim. Der Hersteller von Kunststoff-Primärverpackungen und Komponenten für pharmazeutische Anwendungen entwickelt bereits neue Produkte nachhaltiger und ressourcenschonender. In der Medizintechnik kommen aber auch noch hohe Anforderungen an die Produkte hinzu, die die Integration von Nachhaltigkeit erschweren.

Nachhaltigkeit in der Medizintechnik

„Ansätze hinsichtlich der in der Medizintechnik geltenden Zertifizierungs- und Zulassungs-Regulatorien müssen insbesondere bei den benannten Stellen und der Gesetzgebung initiiert und unterstützt werden. Voraussetzung dafür sind eingehende Untersuchungen, ob und wo eine Wiederverwendung möglich ist,“ sagt Udo Eckloff, Fachreferent beim Unternehmernetzwerk Innonet-Kunststoff, Horb am Neckar.

„Es geht dabei um die öffentliche Gesundheit, den Schutz der natürlichen Ressourcen, die Festlegung sicherer Umweltgrenzen und die Kreislaufwirtschaft bei der Herstellung von Materialien“, fasst Katia Pacella, Projektbeauftragte für das zirkuläre Gesundheitswesen der weltweit tätigen Nichtregierungsorganisation Healtcare Without Harm, zusammen. „Die menschliche Gesundheit kann nur geschützt werden, wenn auch die Gesundheit des Planeten geschützt wird. Die Medizintechnik ist dafür unerlässlich.“

Viele Wege für nachhaltiges Forschen und Entwickeln

Innovative, nachhaltige Ideen sind die Basis für mehr Nachhaltigkeit in der Medizintechnik. Und Forschung ist ein wichtiges Stichwort: „Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Thema, das in den letzten Jahren mehr und mehr in den Fokus rückte, auch in der Polymerforschung“, sagt Dr. Christoph Herfurth, Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP, zur aktuellen Situation. Nachhaltigkeit sei auf verschiedenen Wegen zu erreichen: durch Energieeinsparung bei der Produktion, durch Prozessoptimierung, bei Verarbeitung und Transport oder auch durch die Wahl der eingesetzten Materialien. „Je nach Entwicklungsaufwand kann das allerdings erhöhte Kosten bedeuten.“ Neue, nachhaltige Materialien bei Werkzeugen, Geräten und Technologien? Schwer umsetzbar, denn hohe Anforderungen, Kosten- und Zeitaufwand machen eine Neuproduktion unattraktiv.

Doch das Material ist nur ein Angriffspunkt: „Nachhaltigkeit fängt bei den Rohstoffen, deren Herkunft und Herstellung an, geht weiter mit den Emissionen und dem Produktdesign“, so Sven Dasbach von Sanner. Unternehmen müssten sich fragen, wo kann man Material einsparen und wo muss es beispielsweise ein Einmalprodukt sein? Zudem spiele die Verwertung eine Rolle, genauso wie die Supply Chain.

Nachhaltigkeit muss gesamte Wertschöpfungskette betreffen

Ein Blick in die Zukunft zeigt: Die Potenziale der Branche sind groß. Besonders große Entwicklungsmöglichkeiten liegen bei Kunststoffen, da diese vielfach eingesetzt werden. Die aktuelle Umsetzung von Nachhaltigkeit funktioniert oft über einen globalen Ansatz. „Das betrifft nicht das Produkt selbst, sondern mehr die Herstellung und die gesamten Prozesse. Wir produzieren zum Beispiel den größten Teil der gebrauchten Energie selbst und konnten so die CO2-Emissionen am Standort Bensheim signifikant reduzieren“, so Dasbach.

Mehr Fokus, mehr Austausch werden gebraucht. „Generell wird diesem wichtigen Thema aktuell in der Medizintechnik noch zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Das wollen wir ändern und bei der Medtec Live with T4M mit Ausstellern und Besuchern diskutieren. Hierzu wird es im Programm eine eigene Session zu diesem Thema geben“, fasst Messe-Direktor Boss zusammen.


Zum Thema Nachhaltigkeit auf der Medtec Live with T4M

Wie könnte eine nachhaltige Medizintechnikbranche aussehen? Welche Entwicklungen und Ideen gibt es? Und wie setzen Unternehmen Nachhaltigkeit heute schon um? Sind Cradle-to-Cradle-Ansätze überhaupt denkbar? Die Messe geht in ihrem Rahmenprogramm auf diese Themen ein:

Programm:

Ressourcenmangel, Verpackungsflut & Menschenrechte – wie kann die Medtech-Branche zum Vorreiter beim Thema Nachhaltigkeit werden?

Termin: 3. Mai 2022, 13:00 – 14:30 Uhr, Kongress West



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