Assistenzsysteme: Übersicht verbessert die Mobilität

Wenn der Rollator das Auto kommandiert

Gehen, wohin man will: Mit dem neuen Assistenzsystem soll das auch für weniger mobile Menschen einfacher weerden (Bild: Peter Atkins – Fotolia.com)
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Mobil zu bleiben, fällt vielen älteren Menschen schwer. Wissenschaftler und Firmen entwickeln daher ein Assistenzsystem, das Haustechnik, Hilfsmittel wie Rollatoren, speziell ausgerüstete Car-Sharing-Autos und öffentliche Verkehrsmittel verbindet.

Vom Treppenlift bis zum barrierefreien Einstieg in öffentliche Verkehrsmittel finden Menschen, die sich nur eingeschränkt bewegen können, heute viele Erleichterungen. Die gewünschte Mobilität scheitert jedoch oft daran, dass ein problemloser Wechsel vom einen Fortbewegungsmittel zum anderen nicht möglich ist. Diese Lücken soll das Projekt „Personalisierte Mobilität, Assistenz und Service Systeme in einer alternden Gesellschaft (Passage)“ schließen. „Mit der neuen sozio-technischen Infrastruktur wollen wir eine nahtlose Mobilitätskette schaffen, um ein selbstständiges Leben bis ins hohe Alter zu ermöglichen“, sagt Projektkoordinator Prof. Thomas Bock vom Lehrstuhl für Baurealisierung und Baurobotik der Technischen Universität München (TUM).

Künftig soll eine Flotte von Kleinstwagen einsatzbereit sein, die mit verschiedenen Funktionen auf hilfsbedürftige Nutzer eingestellt sind. So könnte ein Rollstuhlfahrer in seinem Stuhl vom Auto aufgenommen werden, der Rollstuhl würde dann im Wagen arretiert und der Fahrer müsste gar nicht aufstehen. Da eine Umrüstung des eigenen Autos teuer wäre, planen die Forscher ein Car-Sharing-System. Auch der Rollstuhl selbst könnte flexibler werden, indem er etwa im Supermarkt die Sitzhöhe den Regalen anpasst. Die Mobilität erleichtern soll zudem die Vernetzung der einzelnen Fortbewegungsmittel untereinander und mit neuen Assistenzmodulen der Wohnung.
„Vom Rollator aus könnte man dann die Auto- und die Haustür öffnen lassen oder einzelne Möbel steuern, wie beispielsweise höhenverstellbare Schränke“, sagt Prof. Matthias Kranz vom TUM-Fachgebiet Verteilte Multimodale Informationsverarbeitung. Bedienen lassen sich diese Funktionen über ein Smartphone, das gleichzeitig zum „Healthphone“ wird.
Die Forscher wollen in den verschiedenen Hilfsmitteln und Fahrzeugen Biosensoren installieren, die Gesundheitsdaten wie Blutdruck, Blutzucker oder Atemfrequenz messen und langfristig auswerten. Über das Gesundheitstelefon bekommen die Nutzer dann Tipps, wie und womit sie sich bewegen sollten. Sollte unterwegs doch einmal Hilfe gebraucht werden oder registriert das System bedrohliche Werte, soll über das Healthphone ein Notfalldienst verständigt werden. In der Regel soll das Smartphone die Routen berechnen und den Weg weisen. Mit Augmented-Reality-Technik hilft es den Nutzern zudem, die anderen Hilfsmittel zu bedienen.
In den kommenden Monaten werden die Forscher in München und Umgebung mit Probanden verschiedene Szenarien testen. Ein Schwerpunkt wird dabei die Mobilität auf dem Land sein, wo das Netz des öffentlichen Nahverkehrs weniger dicht ist. Die Projektpartner wollen auch Geschäftsmodelle entwickeln. Angebote wie das Car-Sharing und den Notfalldienst sollen später Dienstleister übernehmen.
Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von 3,9 Mio. Euro. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung übernimmt rund zwei Mio. Euro als Beitrag zur Demografiestrategie der Bundesregierung.
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