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Irland digitalisiert sein Gesundheitswesen

Digital Health
Irland digitalisiert sein Gesundheitswesen

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Telehealth soll die medizinische Versorgung der irischen Bevölkerung im ländlichen Raum stark verbessern (Bild: Microgen/stock.adobe.com)
Irland hat sich die umfassende Etablierung eines öffentlichen digitalen Gesundheitssystems zum Ziel gesetzt. Zusätzlich treibt die Covid19-Pandemie die Entwicklung digitaler Gesundheitslösungen voran. Die E-Health-Strategie der Regierung und der Ausbau der Telemedizin treffen auf eine internetaffine und technisch gut gerüstete Bevölkerung.

Um die Effizienz im irischen Gesundheitswesen zu verbessern, setzt die Regierung auf den Ausbau digitaler Gesundheitsanwendungen und E-Health. Auch deutsche Anbieter finden auf der grünen Insel gute Geschäftsmöglichkeiten: Es gibt keine Marktzugangsbeschränkungen für EU-Anbieter und gute Kooperationsmöglichkeiten.

Strukturell gehört der irische Markt für digitale Gesundheit mit etwa fünf Millionen Patienten zu den kleineren in der EU. Von der Einwohnerzahl, der demografischen Entwicklung wie auch von der Wirtschaftskraft lässt sich Irland mit Dänemark und Finnland vergleichen. Ebenso beim Digitalisierungsstand. Hier hat das kleine Land in den letzten Jahren aufgeholt: Laut Gtai hat die irische Regierung bereits 2013 eine „E-Health-Strategy for Ireland“ aufgelegt. Darüber hinaus ist die Digitalisierung ein wichtiger Bestandteil in den jährlichen Aktionsplänen für das Gesundheitswesen. Auf der operativen Ebene bündelt das Programm „E-Health Ireland“ verschiedenste Maßnahmen. Begleitet wird es von Führungskräften aus dem irischen Gesundheitswesen sowie Forschern aus der Medizin und dem IT-Sektor.

Zusammenarbeit für neue digitale Gesundheitslösungen

Auch gemeinsame Entwicklungen digitaler Gesundheitslösungen mit irischen Partnern sind sinnvoll. Hierfür habe der Standort beste Voraussetzungen, sagt die Gtai. Zählen doch Pharmaindustrie, Medizintechnik und Informations- und Kommunikationstechnik zu den führenden Wirtschaftszweigen. Dies liege an der Präsenz ausländischer Investoren, aber auch an akademischen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie an inländischen Start-ups und größeren Unternehmen. Mittlerweile sind alle zehn weltweit führenden Pharmaunternehmen ebenso in Irland präsent wie neun der zehn umsatzstärksten Hersteller von Medizintechnik. E-Health Ireland beziffert das Exportpotenzial für digitale Gesundheitslösungen aus Irland für 2020 auf 559 Mio. Euro bis 573 Mio. Euro.

Mit Telehealth die medizinische Versorgung verbessern

Im Land selbst führt die geringe Bevölkerungsdichte bei der Erreichbarkeit von Gesundheitsleistungen zu großen regionalen Unterschieden und entsprechend hohen Kosten. Verbesserungen erhofft sich die Regierung vom Programm Telehealth. Dieses zielt auf die medizinischen Erst- oder Routineuntersuchungen am häuslichen Bildschirm. Mit Telehealth will das Gesundheitswesen auch der Herausforderung einer alternden Bevölkerung begegnen. Bis 2026 soll deshalb auch der Internetzugang auf Breitbandstandard ausgebaut werden. Die irische Bevölkerung ist zudem sehr internetaffin.

Zuständig für die Verwaltung des Gesundheitswesens und die Implementierung von E-Health-Maßnahmen ist der Gesundheitsdienst HSE (Health Service Executive). Die Qualitätskontrolle desGesundheitssystems obliegt der Behörde HIQA (Health Information and Quality Authority). Die Einführung von Digital-Health-Produkten überwacht die Zulassungsbehörde HPRA (Health Products Regulatory Authority). (su)


Beispiele für Digital Health in Irland

Die Coronakrise treibt den Markt für Digital Health an: Im Zuge der Pandemie sind eine Reihe von Start-ups zur Entwicklung digitaler Gesundheitsprodukte entstanden. Beispiele sind der Softwareentwickler 3D4Medical aus Dublin für dreidimensionale Anatomie, der Anbieter von Plattformen zur Datenanalyse Caragon aus Maynooth, Co Kildare , der Dubliner Entwickler von Computerspielen für neurologische Zwecke – Cortechs – sowie der Anbieter von M-Health-Lösungen Kinesis Health Technologies, der seinen Sitz ebenfalls in Dublin hat.

Das digitale Zusammenspiel von Unternehmen und Gesundheitseinrichtungen soll auch dazu führen, dass in Irland wieder mehr klinische Studien durchgeführt werden. Diese waren in den letzten Jahren rückläufig: Im Jahr 2017 wurden nur noch 96 Testreihen durchgeführt. Im Jahr 2007 gab es noch 114 Studien.


Kontakt zu den Außenwirtschaftsexperten:

Germany Trade and Invest – Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing mbH
Friedrichstr. 60

10117 Berlin
www.gtai.de


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