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Start-up: Mit neuen Ideen in die Medizintechnik-Branche

Unternehmensgründung
Mit neuen Geschäftsideen in Hightech-Märkten erfolgreich

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Start-ups sind innovative Unternehmen, die in meist jungen Märkten neue Geschäfts-modelle entwickeln. Das Ziel ist in der Regel, schnell zu wachsen. Doch bis sich erste Erfolge einstellen, müssen die Jung-unternehmen einige Hürden über-winden (Bild: Tierney/stock.adobe.com )
Start-ups stärken mit ihrer Innovationskraft die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Branchen und schaffen Arbeitsplätze. 2020 wurden allein in Deutschland 3348 neue Start-ups gegründet. Der Anteil an jungen Medtech- und Health-Unternehmen an den Neugründungen nimmt jedes Jahr zu.

Der Grundstein von Start-ups ist meist eine tolle Geschäftsidee. Damit diese Idee auch erfolgreich umgesetzt werden kann, sollte dahinter ein echter Bedarf stehen. Steht die Idee, geht es darum, diese zu verfeinern und aufs nächste Level zu heben: Aus der Idee wird ein Geschäftsmodell. Und es braucht Partner oder Kollegen, die bei der Umsetzung des Geschäftsmodells helfen – und Geldmittel, um das Ganze zu finanzieren.

Insgesamt 3348 neue Start-ups wurden im vergangenen Jahr in Deutschland gegründet. Damit stieg die Zahl der Neugründungen im Vergleich zu 2020 um 11 %. Das geht aus einer Auswertung der Analysefirma Start-Updetector hervor.

Ein Großteil der Start-ups finanziert sich teilweise aus eigenen Ersparnissen. Staatliche Fördermittel und Stipendien, Freunde und Familie sowie Business Angels sind ebenfalls wichtige Finanzierungsquellen für die Unternehmensgründenden. Statt in Aktien, investieren beispielsweise die Business Angels gerne in innovative Firmen und profitieren später vom Verkauf ihrer Anteile.

Förderprogramme unterstützen Medizintechnik-Start-ups

Da die Medizintechnik-Branche eine der forschungsintensivsten und innovativsten Branchen ist, ist der Finanzierungsbedarf vieler Medtech-Start-ups deutlich höher als in anderen Branchen: Die Entwicklung von Produkten ist oft langwierig, die Zulassung teuer, und sie nimmt ebenfalls viel Zeit in Anspruch. Hinzu kommt, dass Krankenkassen und Kliniken sehr vorsichtig dabei sind, Newcomern auf dem Markt eine Chance zu geben.

Unterstützung bieten – gerade auch im Healthcare-Bereich – eine Vielzahl von staatlichen Förderprogrammen und Stipendien. 2021 startete beispielsweise in Deutschland das Start-up-Akzelerator-Programm Co-Found von Kilo Health. Dabei wird nach ambitionierten Unternehmerinnen und Unternehmern gesucht, die sich dem Programm anschließen, um gemeinsam ein neues Digital Health Venture zu gründen. Kilo stellt dafür eine umfassende operative Unterstützung bereit, die das Marketing und andere Kosten abdeckt sowie umfassendes Branchenwissen bietet. Das Programm soll es jungen, ambitionierten Start-up-Führungskräften ermöglichen, sich auf die Entwicklung ihrer Dienste und auf das Wachstum ihres Unternehmens zu konzentrieren und dabei gleichzeitig finanzielle Risiken zu mindern.

Gute Gründungschancen in Österreich und der Schweiz

Auch die Schweiz gilt als guter Standort, um ein Start-up zu gründen. Zum einen unterstützt der Staat mit guter digitaler Infrastruktur und Förderungen die Neugründung von Unternehmen. Zum anderen bringen Universitäten wie die ETH Zürich viele junge Talente hervor. Eine der Förderungen ist der „Top 100 Swiss Award“, welcher jedes Jahr neu gegründet Unternehmen prämiert. Die Branchen mit den meisten Start-ups des Landes sind Informatik, Ingenieurwesen und Medizintechnik.

In Österreich steigt die Zahl der Start-up-Gründungen tendenziell ebenfalls. Sie sind in dynamischen Branchen wie Software oder Life Sciences, aber zunehmend auch im Konsumgüterbereich tätig und bieten innovative Produkte und Dienstleistungen an. Unterstützung auf dem Weg zum eigenen Unternehmen bietet beispielsweise Tech2b, das Gründerzentrum des Landes Oberösterreich und der oberösterreichischen Hochschulen. Das Angebot richtet sich an Spin-offs und Start-ups aus Oberösterreich: „Die Region liegt momentan nach Wien an zweiter Stelle mit ungefähr 12 Prozent aller Start-up-Gründungen in ganz Österreich“, erklärt Raphael Friedl, Geschäftsführer von Tech2b. „Wir sehen besonderes Wachstumspotenzial in den Bereichen Medizintechnik und Umwelttechnik.“ (su)


Ergebnisse des Start-up Monitor 2021

Das Geschäftsklima in der deutschen Start-up-Szene ist gut und wieder auf dem Niveau von 2019. Gründerinnen und Gründer finden hierzulande immer bessere Bedingungen vor: Zwei Drittel bewerten das Start-up-Ökosystem an ihrem Standort als gut oder sehr gut – das sind 4 % mehr als im Vorjahr. Als größte Hürden nennen die Jung-Unternehmen meist die Talentsuche auf dem Arbeitsmarkt sowie die Kapitalbeschaffung. Eine weitere große Herausforderung ist der unzureichende Zugang zu Daten und deren Konzentration bei wenigen internationalen Konzernen.

Zu diesen Ergebnissen kommt der 9. Deutsche Startup Monitor (DSM), den der Bundesverband Deutsche Startups
e. V. und die Pricewaterhouse Coopers GmbH, Frankfurt, gemeinsam mit der Universität Duisburg-Essen erstellt und an dem sich im vergangenen Jahr über 2000 deutsche Start-ups beteiligt haben.

Mehr spannende Fakten über Start-ups:

  • Paar-Gründungen: Immerhin 8 % gründen mit ihrem Lebenspartner oder der Lebenspartnerin.
  • Aus aller Welt: Start-ups in Deutschland beschäftigen im Schnitt 28 % internationale Mitarbeitende, in Berlin sind es sogar 45 %.
  • Gemeinsam stärker: 69 % bewerten ihre Netzwerke zu anderen Gründern als gut oder sehr gut.
  • Trotz Remote-Trend: Über ein Drittel der Gründer bewertet die Verfügbarkeit bezahlbarer Büroimmobilien als schlecht oder sehr schlecht.
  • Geld ist nicht genug: Bei der Auswahl von Investoren sind Netzwerke (76 %) und Expertise (70 %) wichtiger als Finanzstärke (42 %).
  • Widersprüche überwinden: 61 % der Gründer und Gründerinnen wollen beides – sich nachhaltig ausrichten und schnell wachsen.

Welche Rechtsform fürs Start-up?

Bei der Unternehmensgründung gilt es aus steuerrechtlicher Sicht viele Dinge zu beachten. Dr. Nicolai von Holst und Dr. Alexander Oldenburg sind bei der Deloitte GmbH im Bereich Tax & Legal tätig und unterstützen Start-ups mit Tipps:

Schnell und einfach zu gründen ist die Gesellschaft bürgerlichen Rechts beziehungsweise die GbR oder BGB-Gesellschaft. Sie ist in ihrer Gestaltung flexibel, Änderungen des Gesellschaftsvertrages müssen nicht in das Handelsregister eingetragen werden. Viele Gründer wissen nicht, dass eine BGB-Gesellschaft bereits dann entsteht, wenn mehrere Personen einen gemeinsamen Zweck verfolgen, ohne dass es hierfür eines formellen Gründungsaktes bedarf. Sofern nicht ander vereinbart, gelten dann die gesetzlichen Regelungen zur BGB-Gesellschaft. Nachteile: Die BGB sieht die Verteilung des Gewinns der Gesellschaft nach Köpfen vor und sowie die unbeschränkte persönliche Haftung aller Gesellschafter für sämtliche Verbindlichkeiten. Dazu kommen steuerliche Themen bei der Aufnahme weiterer Gesellschafter und der Überführung in eine Kapitalgesellschaft. Empfehlenswert ist diese Gesellschaftsform deshalb nur in der Phase überschaubarer Risiken, zum Beispiel in der Entwicklungsphase von Apps und Software.

Wer Haftungsrisiken ausschließen will oder damit rechnet, dass sich zeitnah Dritte als Gesellschafter am Start-up beteiligen wollen, gründet eine GmbH oder eine Unternehmergesellschaft. Damit sind zwar Kosten verbunden. Es muss aber nur die Hälfte des gesetzlich vorgeschriebenen Haftkapitals der GmbH, also 12 500 Euro, zur Gründung aufgebracht werden. Bei der Unternehmergesellschaft beträgt das Haftkapital 1 Euro. Die Gründung beider Gesellschaften muss ins Handelsregister eingetragen werden.

www.deloitte.com

 

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