Neues Autolicht: intelligente, sich anpassende LED-Fahrzeugscheinwerfer Mehr sehen, ohne zu blenden - medizin&technik - Ingenieurwissen für die Medizintechnik

Neues Autolicht: intelligente, sich anpassende LED-Fahrzeugscheinwerfer

Mehr sehen, ohne zu blenden

Die neue Klasse intelligenter adaptiver Scheinwerfer kann dank tausender einzeln ansteuerbarer Lichtpunkte gezielt andere Verkehrsteilnehmer vor Blendung schützen (Bild: Osram)
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Ein neuer, intelligenter Pixelscheinwerfer bringt deutlich mehr und doch gleichzeitig blendfreies Licht auf die Straße. Die Scheinwerfer lassen sich genau an die jeweilige Verkehrssituation anpassen.
Ein deutscher Forschungsverbund mit Mitgliedern aus Industrie und Forschung hat die Grundlagen für einen intelligenten LED-Fahrzeugscheinwerfer mit hoher Auflösung entwickelt, der so genanntes adaptives Fahrlicht in eine neue Dimension bringt. Dazu enthält jeder Scheinwerfer drei neuartige LED-Lichtquellen mit jeweils 1024 einzeln ansteuerbaren Punkten. Somit lässt sich das Licht sehr genau an die jeweilige Verkehrssituation anpassen, so dass immer optimale Lichtverhältnisse herrschen, ohne andere Verkehrsteilnehmer zu blenden.
Dafür werden Fahr- und Wettersituationen mit Hilfe von Sensoren kontinuierlich analysiert: Wie ist der Straßenverlauf, wie hoch die Geschwindigkeit, kommt Gegenverkehr und wie ist der Abstand zu anderen Verkehrsteilnehmern? Darauf basierend sorgt die variable und adaptive Lichtverteilung in jeder Situation für eine passgenaue Beleuchtung. Bei höherer Geschwindigkeit vergrößert sich beispielsweise automatisch auch die Reichweite des Lichtkegels. Im Stadtverkehr bringt hingegen eine breitere Lichtverteilung mehr Sicherheit, die zusätzlich zur Straße auch den Bürgersteig und Randbereiche besser ausleuchtet. Diese Funktionen werden vollelektronisch ohne mechanische Stellmotoren realisiert. Gleichzeitig können aber die Köpfe entgegenkommender Verkehrsteilnehmer vom Lichtstrahl ausgespart werden, um zuverlässig deren Blendung zu vermeiden. Solch ein variables Fernlicht bräuchte daher auf der Landstraße nie mehr abgeblendet zu werden.
Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt wurde mit der Herstellung und dem Feldtest von Scheinwerfer-Demonstratoren jetzt nach dreieinhalb Jahren erfolgreich abgeschlossen. Das Demonstrationsmodell wurde vom Gesamtprojektleiter Osram Licht AG aus München gemeinsam mit den Projektpartnern der Daimler AG aus Stuttgart, dem Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM aus Berlin, dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF aus Freiburg im Breisgau, der Hella KGaA Hueck & Co. aus Lippstadt und der Infineon Technologies AG aus Neubiberg entwickelt.
Für die Umsetzung entwickelte Osram Opto Semi-Conductors mit Infineon und dem Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) einen neuartigen LED-Chip mit 1024 einzeln ansteuerbaren Lichtpunkten. Rund um den hochauflösenden LED-Chip wurde ein LED-Modul gebaut, das mit seiner elektrischen und thermischen Schnittstelle die direkte Anbindung an die Fahrzeugelektronik ermöglicht. „Wir wollen diese neue Art hochauflösender LED-Lichtquellen nun zur Serienreife bringen und sehen großes Potenzial für die Anwendung im Fahrzeuglicht“, sagte Stefan Kampmann, Technikvorstand der Osram Licht AG.
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