Branchenstudie SMTI 2018 Schweizer Medtech-Branche bleibt auf Wachstumskurs - medizin&technik - Ingenieurwissen für die Medizintechnik

Branchenstudie SMTI 2018

Schweizer Medtech-Branche bleibt auf Wachstumskurs

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Mit ihrer hohen Dichte an Herstellern sowie den branchenspezialisierten Zulieferern und Dienstleistern gehört die Schweiz zu den weltweit wichtigsten Medizintechnik-Märkten Bild: sk_design/Fotolia
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Rund 58 500 Beschäftigte, 15,8 Mrd. SFR Umsatz in 2017 und ein Exportanteil von 5,1 % an den gesamten Schweizer Ausfuhren: Die neusten Kennzahlen aus der Branchenstudie SMTI 2018 unterstreichen die Bedeutung der Medizintechnik für die Schweizer Volkwirtschaft.

Die Ergebnisse des SMTI 2018 belegen erneut die Robustheit und Flexibilität der Schweizer Medizintechnikindustrie: Dem zunehmenden Margen-Zerfall und überbewerteten Schweizer Franken haben sich die Unternehmen in den vergangenen Jahren aktiv gestellt und ein Fitnessprogramm absolviert, von dem sie heute profitieren. Trotz des immer härter werdenden internationalen Wettbewerbs, des wachsenden Kosten- sowie Regulierungsdrucks präsentiert sich die Branche nach wie vor agil, innovativ und kompetitiv und leistet einen wichtigen Beitrag zur Schweizer Volkswirtschaft.

Jeder 100. Arbeitsplatz ist aus der Medizintechnikbranche

Mit rund 58 500 Mitarbeitenden stellt sie 1,1 % der Beschäftigten und damit etwas mehr als jeden 100. Arbeitsplatz in der Schweiz. Die Zahl der Beschäftigten ist seit 2012 durchschnittlich um 2,6 % pro Jahr und 2017 sogar um 4,6 % gestiegen. Seit Herausgabe der ersten SMTI-Studie 2008 hat die Branche 13 000 neue Stellen geschaffen.

Umsatz beträgt 2,3 % des BIP

Der von den rund 1400 Schweizer Medtech-Unternehmen erwirtschaftete Umsatz beträgt 15,8 Mrd. SFR. Dies entspricht 2,3 % des Bruttoinlandprodukts (BIP). Das von der Branche 2017 erzielte Umsatzwachstum von 6,4 % übertrifft das durchschnittliche Schweizer BIP-Wachstum von 1,1 % deutlich.

Im weltweiten Vergleich hat die Schweiz ihre Schlüsselstellung als Exportnation weiter gefestigt. Mit 11,3 Mrd. SFR stiegen die Ausfuhren seit 2015 um 0,7 Mrd. SFR und decken somit 5,1 % der gesamten Schweizer Exporte ab. Wichtigste Absatzmärkte sind neben dem Heimmarkt nach wie vor die USA gefolgt von Deutschland.

Schweiz bleibt als Produktionsstandort wichtig

Mit 1400 Herstellern, Zulieferern, Dienstleistern sowie Händlern weist die Schweiz eine hohe Diversität und Dichte auf. Die produzierenden Betriebe verteilen sich über das ganze Land bis in die Alpentäler. Die Medtech-Unternehmen decken die gesamte Wertschöpfungskette ab. Für die Schweiz charakteristisch ist die Häufung von Technologiefirmen, die ihr spezialisiertes Know-how als Zulieferer und Dienstleister zur Verfügung stellen. Die Schweiz ist ein einzigartiger Medtech-Cluster mit hohem Anteil Forschung, Entwicklung und Produktion. Gut vertretene medizinische Anwendungsfelder dieser äußerst vielfältigen Branche sind unter anderem Spitalausrüstung und Einwegartikel, Rehabilitation, In-Vitro-Diagnostik, Orthopädie und Zahnmedizin.

Zwei Drittel der Unternehmen planen Investitionen im Inland

Als entscheidende Schweizer Standortvorteile nennen die befragten Unternehmen das Vorhandensein von spezifischem Medtech-Knowhow, die hohe Produktivität, den liberalen Arbeitsmarkt und das stabile Wirtschaftsumfeld. Zwei Drittel von ihnen planen in den nächsten zwei Jahren Investitionen hierzulande. Gleichzeitig setzen Medtech-Hersteller neben der Schweiz vermehrt auch auf das Ausland, um dort optimal von den lokalen Gegebenheiten wie niedrigeren Kosten und vorhandenem Fachpersonal sowie von Kundennähe zu profitieren.

EU-Regulierungen sind größte Herausforderung

Ihre gesamthaft gute Verfassung und positive Entwicklung hilft der Medtech-Industrie, die wachsenden regulatorischen Anforderungen bewältigen zu können. Als größte Herausforderung bezeichnen die Befragten die steigenden Qualitäts- und Dokumentationsanforderungen und erschwerten Produktzulassungen, die sich vor allem mit der Einführung der neuen EU-Regulierungen für Medizinprodukte und In-Vitro-Diagnostika (MDR/IVDR) ergibt. Als weitere bedeutende Herausforderung geben die Befragten die schwierige Rekrutierung von Fachpersonal an.

Digitalisierungspotenzial besser nutzen

Großes Optimierungs-Potenzial erkennen die Unternehmen in der fortschreitenden Digitalisierung, die sie für eine effektivere Interaktion mit Kunden und für die effizientere Produktion künftig stärker nutzen wollen.

Fachkräftezugang und Innovationsförderung verbessern

Trotz der genannten Herausforderungen blicken die Befragten zuversichtlich in die Zukunft: Die durchschnittlichen Umsatzwachstumserwartungen liegen für 2018 bei rund 6 %. Um die gute Position der Schweizer Medtech-Industrie auch in Zukunft sicherzustellen, fordern die Befragten einen besseren Zugang zu Fachkräften sowie eine stärkere und gezieltere Forschungs- und Innovationsförderung.

Wissenswertes zur SMTI-Studie:

Diese sechste Ausgabe der Schweizer Medizintechnik Industrie (SMTI)-Studie entstand wieder in enger Zusammenarbeit zwischen Swiss Medtech und der Helbling Gruppe und wurde von einem Expertenbeirat begleitet. Der Branchenbericht wird seit 2008 alle zwei Jahre erstellt und basiert auf den Ergebnissen einer breit angelegten Befragung, an der sich Hersteller, Zulieferer, spezialisierte Dienstleister und Handelsunternehmen aus allen Landesteilen beteiligen. Mit 421 Unternehmen war die Umfragebeteiligung am SMTI 2018 so hoch wie nie zuvor. Die Studie präsentiert, welche Stärken, Schwächen und Trends diesen Industriezweig in der Schweiz und seinen Standort prägen. Der Bericht schafft einen Überblick zu aktuellen Herausforderungen, Handlungsfeldern und der künftigen Entwicklung.

Download der Branchenstudie:
www.swiss-medtech.info/SIT/SMTI_2018_D.pdf

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