Knieimplantat Künstliches Knie ganz ohne Metall - medizin&technik - Ingenieurwissen für die Medizintechnik

Knieimplantat

Künstliches Knie ganz ohne Metall

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Das Orgknee-Vollkunststoff-Knieimplantat stellt Okani Medical Technology aus Zeniva-Polyetheretherketon (PEEK) her (Bild: Okani Medical Technology)
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Das Orgknee-Implantat des chinesischen Anbieters Jiangsu Okani Medical Technology Co., Ltd., besteht ausschließlich aus Kunststoff und bietet nach Angaben des Herstellers eine längere Nutzungsdauer bei geringeren Kosten als traditionelle Metallimplantate. Das künstliche Gelenk basiert auf dem Polyetheretherketon (PEEK) Zeniva des Spezialpolymerherstellers Solvay. Dieser hat das Orgknee-System auf der AAOS 2018 (American Academy of Orthopaedic Surgeons) in mehreren Größen präsentiert.

Okani hatte die Eignung des Werkstoffes Zeniva-PEEK für die Femur- und Tibialkomponenten seines künstlichen Kniegelenks nach ISO 14243–1:2009 geprüft, heißt es. Diese Norm simuliert ein normales Gehverhalten von zehn Jahren. Den von Okani auf der Jahreskonferenz 2018 der Orthopaedic Research Society (ORS) vorgestellten Ergebnissen zufolge zeigt das neue Implantat – gemessen am Materialverlust über drei Millionen Zyklen – einen um 50 % geringeren Verschleiß als ein vergleichbares Metallimplantat.

Okani wählte den Werkstoff auch aufgrund des Erfolgs dieses Polymers bei Wirbelsäulenimplantaten. Im Gegensatz zu Implantaten aus Kobalt-Chrom- oder Titanlegierungen haben die aus Zeniva-PEEK spritzgegossenen Konstruktionen einen ähnlichen Modul wie das kortikale Knochengewebe, was das Wohlbefinden der Patienten verbessern kann. Darüber hinaus ermögliche es eine dauerhaft stabilere Fixierung, und die Lebensdauer des Implantats könne durch den signifikant reduzierten Verschleiß der gesamten Kniegelenkprothese erhöht werden.

„Dank der Spritzgießbarkeit des PEEK-Polymers reduziert sich der Aufwand zur Fertigung größerer Stückzahlen unserer Implantate auf einen Bruchteil der Zeit und Kosten, die für Metallimplantate erforderlich wären“, erläutert Zhonglin Zhu, Chief Technology Officer bei Okani. Bei letzteren könne die Fertigung, einschließlich spanender Bearbeitung und nachfolgendem Polieren, bis zu drei Monate dauern und sei mit potenziell gesundheits- und umweltschädlichen Techniken verbunden.

Ein weiterer Beweggrund für die Entscheidung von Okani zur Zusammenarbeit mit Solvay war der Ruf des Polymerherstellers als Partner von Unternehmen für hochinnovative Medizintechnik. „Das Implantat von Okani ist auch ein Vorzeigeprojekt für das innovationsorientierte, offene Geschäftsmodell von Solvay, das Kunden im Bereich der Medizintechnik darin unterstützt, ihre Innovationen zu beschleunigen und ihre Technologie zu optimieren“, sagt Jeff Hrivnak, Global Business Manager Healthcare bei der Geschäftseinheit Specialty Polymers von Solvay.

Weitere Informationen

Über den Materialanbieter:

www.solvayspecialtypolymers.com

Okani wurde im Jahr 2014 „zur gezielten Nutzung fortschrittlicher Polymertechnologien in der Entwicklung neuartiger Ellbogen-, Knie-, Hüft- und anderer Gelenkanwendungen“ gegründet.

Das Portal Justia.com meldet, dass Okani auch für den Hüftbereich ein Patent angemeldet hat

https://patents.justia.com/assignee/jiangsu-okani-medical-technology-co-ltd

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