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Google for Jobs als Alternative zu klassischen Jobbörsen

Alternative zu klassischen Jobbörsen
Google for Jobs bietet neue Möglichkeiten, Fachkräfte zu gewinnen

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Fachkräfte werden auch in der Medizintechnik nach wie vor dringend benötigt: Für die Suche nach den passenden Mitarbeitern können Unternehmen einiges dafür tun, um bei Google for Jobs gelistet zu werden (Bild: wo-a-he/stock.adobe.com)
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Google wirbelt seit Mai 2019 die internetbasierte Jobsuche in Deutschland durcheinander. Mit dem neuen Feature Google for Jobs ändert sich für aktiv Jobsuchende, Jobanbieter und Jobbörsen vieles. Für Unternehmen und Institute aus der Medizintechnik resultiert daraus Handlungsbedarf.

Dr. Oliver Hettmer
Steinbeis-Transferzentrum, Winnenden

Google for Jobs ist keine neue Jobbörse und besitzt auch keine eigene URL. Google for Jobs ist als eine neue Darstellung auf der Google-Seite zu verstehen. Es ist nicht möglich, sich dort einzutragen. Aber man kann einiges dafür tun, um dort Sichtbarkeit zu erlangen und somit gefunden zu werden.

Je nach Untersuchung nutzen 30 bis 70 % aller Jobsuchenden eine Suchmaschine zur direkten Stellensuche. Angenommen, ein Medizintechniker sucht eine neue berufliche Herausforderung und gibt bei Google folgende Suchbegriffe ein: „medizintechniker jobs“. Dann werden ihm oben zunächst bis zu vier bezahlte Anzeigen namens Google Ads angezeigt, sofern selbige von Medizintechnikunternehmen geschaltet werden. Dabei handelt es sich um Suchmaschinenwerbung (SEA). Bislang folgten diesen Anzeigen die organischen Suchtreffer aufgrund der Suchmaschinenoptimierung (SEO). Nun aber positioniert Google dazwischen die Google for Jobs in Form einer Box, die dem jobsuchenden Medizintechniker eine neue Darstellung von Stellenanzeigen und dem Arbeitgeber einen neuen Weg des Personalmarketings offeriert.

Google zeigt nach Eingabe der Suchbegriffe des Nutzers unter anderem die klickbare Überschrift „Stellenangebot“, den eigenen Standort und in vertikaler Darstellung einzelne Stellenanzeigen an. Damit verbunden sind vielfältige Funktionen wie Bewerben. Einige der Funktionen erfordern eine Anmeldung des Medizintechnikers mit seinem Google-Konto.

Aus Sicht des Unternehmens stellt sich die Frage, was zu tun ist, damit die eigenen Stellenangebote weit oben „gelistet“ werden. Eine unmittelbare Maßnahme besteht nicht. Folglich geht es also um indirekte Wege, die beschritten werden können. Google generiert die Stellenangebote unter anderem aus Jobbörsen. Wer dort vertreten ist, hat gute Chancen, sich bei Google for Jobs wiederzufinden. Vorausgesetzt, dass Google den Zugriff auf die Daten der Jobbörsen gewährt bekommen hat.

Höheres Ranking für Anzeigen mit Bewerbungsfunktion

Es gibt aber noch eine andere Alternative, bei Google for Jobs Berücksichtigung zu finden. Google legt bei der Beurteilung der Stellenangebote verschiedene Kriterien an. Unter anderem werden Stellenangebote favorisiert, deren dazugehörige Karriereseite des Unternehmens mit einer eigenen Bewerbungsfunktion versehen ist. Dann folgen tendenziell Jobbörsen. Somit sollten Unternehmen die Stellenangebote auf einer eigenen Karriereseite präsentieren, die bestimmten Vorgaben entsprechen muss, so dass Google per Crawler darauf zugreifen kann.

Das Ranking von Stellenanzeigen bei Google for Jobs wird aber auch durch den Content beeinflusst. Je vollständiger die Stellenbeschreibung ist – man denke an Gehaltsangaben, Standortangaben und das Veröffentlichungsdatum –, desto besser ist die Sichtbarkeit. Zur Abwertung führen abgelaufene Stellenangebote. Die Möglichkeit, die eigene Karriereseite von der Datenstruktur entsprechend anzupassen, steht auch den kleinen und mittelständischen Medizintechnikherstellern offen, denn der Aufwand ist eingrenzbar.

Macht man nun einen praktischen Test, um in Erfahrung zu bringen, wie Medizintechnikunternehmen mit Stellenangeboten bei Google for Jobs dargestellt werden, kommt man zu folgendem Ergebnis: Bei der Google-Eingabe von „jobs medizintechnik tuttlingen“ werden viele stellenanbietende Unternehmen gelistet, was positiv zu sehen ist. Die Stellenangebote von Dr. Fritz Endoscopes, RZ-Medizintechnik und dp Dreher Partners werden beispielsweise ganz oben dargestellt. Hiervon abweichende Darstellungen sind in Abhängigkeit vom einzelnen Google-Nutzer möglich.

Unternehmen schöpfen ihre Möglichkeiten nicht aus

Scrollt man weiter, um sich einen Überblick zu verschaffen, fällt auf, dass bei den wenigsten Unternehmen mit Hilfe des blauen Bewerbungsbuttons direkt auf die eigene Karriereseite verlinkt wird. Stattdessen wird die Bewerbungsmöglichkeit über andere Websites angeboten. Hinzukommt, dass die Beschreibungen etlicher Stellenangebote nicht umfassend genug sind, um den Anforderungen von Google zu genügen. Somit gibt es vor allem bei Unternehmen, die weit unten gelistet werden, die Chance zur Abhilfe.

Google for Jobs zieht vielfältige Änderungen nach sich: Das Userverhalten bei der Jobsuche ändert sich. Die Jobbörsen verlieren an Bedeutung, auch wenn Google sie wegen den Daten benötigt. Und auch die Firmen müssen bezüglich ihrer eigenen Webpräsenz und der Jobbörsen-Nutzung Entscheidungen treffen. Denn mit Google for Jobs können für sie Vorteile bezüglich der Sichtbarkeit ihrer Stellenanzeigen entstehen. Vor diesem Hintergrund stellt sich aber auch die kritische Frage, wie Google for Jobs gegenüber den Google Ads (SEA) und der Suchmaschinenoptimierung (SEO) einzuschätzen ist. Wie sieht deshalb der direkte Vergleich der drei Maßnahmen speziell unter dem Aspekt der Wirkung aus?

Die Google Ads stehen auf der Google-Seite ganz oben. Bei Google Ads ist der Wettbewerb im Kontext der Personalgewinnung noch relativ überschaubar, so dass eine professionell gestaltete Kampagne realistischerweise Stellenanzeigen auf den vier oberen Anzeigenpositionen zur Folge hat. Das bedeutet ein Maximum an Sichtbarkeit, Wahrnehmung und Klickwahrscheinlichkeit. Somit ergeht eine eindeutige Empfehlung für die Nutzung von Google Ads.

Bei Google for Jobs als Medizintechnikhersteller sichtbar werden

Google hat das Format seiner Ads über Jahre hinweg sukzessive vergrößert, so dass die organischen Suchtreffer aufgrund der Suchmaschinenoptimierung noch weiter nach unten rutschen. Mit zunehmender Verbreitung der mobilen Nutzung des Internets mit kleinen Displays ergibt sich ein weiterer Verdrängungseffekt der organischen Suchtreffer nach unten. Verstärkt wird dies zusätzlich durch Google for Jobs, die nun zwischen den Google Ads und den organischen Suchtreffern positioniert sind. Folglich ist die Suchmaschinenoptimierung mit dem Fokus der Personalgewinnung eine zunehmend wirkungslose Maßnahme, in die nicht weiter investiert werden muss.

Anders sieht es bei Google for Jobs aus. Die Verbindung von Google zu den Karriereseiten der Unternehmen und zu den Jobbörsen als „Datenlieferant“ bietet ein großes Potenzial, um dort als Medizintechnikhersteller sichtbar zu werden. Einschränkend ist allerdings zu sagen, dass die Vielzahl von Stellenanzeigen dazu führen kann, erst weit unten sichtbar zu werden oder gar der Filterfunktion zum Opfer zu fallen. Nichtsdestotrotz ist die klare Handlungsempfehlung auszusprechen, die unternehmensseitigen Voraussetzungen für eine google-konforme Karriereseite zu schaffen. Somit besteht die Möglichkeit, mit Google for Jobs den passenden neuen Mitarbeiter für das Medizintechnikunternehmen zu finden.


Weitere Informationen

Zum Angebot des Steinbeis-Transferzentrums Mangementseminare & Mittelstandsberatung (STZM)

www.fachkraefte-gewinnen.com

Hilfe bei der Daten-Strukturierung:

https://schema.org

Zu Google for Jobs:

https://jobs.google.com


Kontakt zum Spezialisten:

Dr. Oliver Hettmer Unternehmensberatung
Keplerstr. 12
71364 Winnenden
http://www.hettmer.com

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