Automatisierung

Wirtschaftlich sinnvoll automatisieren mit App und Software

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Einmal programmierte Montageanwendungen lassen sich mit der Software wiederverwenden und mit anderen Robotern nutzen (Bild: Fraunhofer IPA, Rainer Bez)
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Eine neue App unterstützt Unternehmen dabei, Automatisierungspotenziale zu ermitteln. Und sie zeigt, wie die Automatisierung wirtschaftlich sinnvoll umzusetzen ist.

Viele Unternehmen beschäftigen sich mit der Frage, inwieweit sie ihre Montageaufgaben automatisieren können. Eine neue App des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart assistiert nun hierbei. Sie leitet den Anwender an, die eigenen Montageprozesse detailliert zu analysieren, wertet die Antworten aus und informiert über die Automatisierungspotenziale.

Expertenwissen zur Automatisierung digital bereitstellen

Die IPA-Experten haben in der App ihr Wissen, das sie bisher in einer persönlich durchgeführten Automatisierungspotenzial-Analyse (APA) bereitstellten, digital aufbereitet. „Mit unserer APA-App kann jeder zum Experten in der Bewertung von Montageprozessen werden“, erklärt Alexander Neb, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer IPA arbeitet und die App mitentwickelt hat.

Die App soll aber nicht auf die Montage beschränkt bleiben. Oft kann statt einer Vollautomatisierung eine Anwendung mit Mensch-Roboter-Kooperation (MRK) sinnvoll sein. Deshalb möchten die IPA-Forscher dieses Thema in die App integrieren. Und auch bei der Inspektion und Instandhaltung könnte sie künftig unterstützen. Für diese Weiterentwicklungen sind Anfragen interessierter Unternehmen willkommen.

Hard- und Softwaremodule für die Automatisierung in der Montage

Des Weiteren stellt das Fraunhofer IPA die Softwarelösung Pitasc vor, mit der sich kraftgeregelte Montageprozesse programmieren lassen. Sie ermöglicht, bislang manuell ausgeführte Prozesse wirtschaftlich sinnvoll zu automatisieren.

„Bisher war es erforderlich, ein Robotersystem für jede Anwendung weitgehend neu zu programmieren. Mit unserer Software sind einmal modellierte Aufgaben schnell auf neue Produktvarianten, Produkte und sogar auf Roboter anderer Hersteller übertragbar“, sagt Frank Nägele, Gruppenleiter am Fraunhofer IPA.

Die Software ist ähnlich einem Baukastensystem strukturiert: Sie enthält viele fertig einsetzbare und wiederverwendbare Programmbausteine, die bei der Einrichtung eines Robotersystems individuell zusammengestellt und direkt eingesetzt werden können. Pitasc ist bereit für den Einsatz in Pilotanwendungen, die die IPA-Forscher gerne gemeinsam mit Unternehmen umsetzen möchten.

Automatisierung: Roboterzelle mit geringem Aufwand aufbauen

Sowohl die App als auch die Software präsentiert das Fraunhofer IPA, vom 7. bis 10. Oktober, in Halle 7, am Stand 7128 auf der Internationalen Fachmesse für Produktions- und Montageautomatisierung, der Motek in Stuttgart. Die Software wird zudem in ein Robotersystem integriert sein, das schnell aus Hardwaremodulen zusammengesetzt werden kann. Die Module, beispielsweise ein Roboterarm, Werkzeuge oder Vorrichtungen, werden dafür einfach und präzise auf Lochrastertischen platziert. Die Module bringen auch die Programmbausteine, die für die Ausführung einer Montageaufgabe nötig sind, und nötige Informationen wie Werkzeugpositionen und -geometrien gleich mit. So kann der Anwender eine Roboterzelle mit geringem Programmieraufwand aufbauen oder umrüsten.

Kontakt zum Institut:

Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Nobelstraße 12
70569 Stuttgart
www.ipa.fraunhofer.de

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