Lesehilfe aus dem 3D-Drucker Brille plus Smartphone - medizin&technik - Ingenieurwissen für die Medizintechnik

Lesehilfe aus dem 3D-Drucker

Brille plus Smartphone

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Das Siegermodell des Wettbewerbs von Thomas Schneider (Bild: Peter Dietrich)
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Bastler und Erfinder haben zusammen mit Sehbehinderten eine Lesehilfe zum Ausdrucken entwickelt: Das Gestell nimmt ein Smartphone auf und wird wie eine Taucherbrille vors Gesicht gespannt. Die Daten stehen zum Download zur Verfügung.

Zeitung überall lesen zu können, ist für die meisten Menschen eine Selbstverständlichkeit. Hochgradig sehbehinderte Menschen haben damit ein Problem. Viele sind auf stationäre Kamerasysteme angewiesen, deren Aufbau für Bildschirm und Kamera einen festen Platz erforderlich macht. Mobile Lesehilfen sind nur sehr eingeschränkt verfügbar. An großen Bildschirmen führt für sehbehinderte Menschen derzeit kaum ein Weg vorbei. Platziert man jedoch einen relativ kleinen Bildschirm besonders nahe vor dem Auge, entsteht ein weites Sichtfeld ohne erkennbare Grenzen. Und kleine Bildschirme in Form seines Smartphones hält heute fast jeder in Händen.

Smartphone wird wie eine Brille getragen

Genau hier liegt der Ansatz von dem vom BMBF geförderten Projekt VR-Read, in dem das Fraunhofer IPA zusammen mit dem Blinden- und Sehbehindertenverband Württemberg e. V., dem Unternehmen Rioprinto und der Maker-Bewegung ein Aufnahmegestell zum Ausdrucken entwickelt hat. Hinzu kommt eine Leseapplikation für das Smartphone des Nutzers, die sehr viel Technik auf kleinstem Raum bietet und immer mehr auch von sehbehinderten Menschen genutzt wird. Mit der an die individuelle Sehbeeinträchtigung angepassten Aufnahmevorrichtung wird das Smartphone entsprechend nah vor dem Auge platziert. Große, in der Aufnahmevorrichtung integrierte Linsen fokussieren das Bild auf die kurze Distanz für den Nutzer. So eröffnet das Smartphone die Möglichkeit, in ein digitales Dokument einzutauchen, und wird damit zur individuellen Lesehilfe für sehbehinderte Menschen.

Lageerkennung dient der Steuerung

Dabei wird die integrierte Gyrosensorik zur Lageerkennung im Smartphone von der entwickelten VR-Read-Leseapplikation zur Steuerung und Navigation auf dem digital erfassten Dokument verwendet. Auf dem Smartphone vorhandene Dokumente können damit in einem völlig neuem Kontext und optimalem Seheindruck einfach und überall gelesen werden. Im Hauptmenü kann der Nutzer einmal vorab seine idealen Einstellungen wie die Schriftgröße und den Kontrast einstellen. Eine zuschaltbare Leselinie erleichtert die Navigation auf dem Dokument zusätzlich.

Datensätze und Software zum herunterladen

Im Rahmen eines ausgeschriebenen Wettbewerbs in der Maker-Bewegung wurden drei per 3D-Druck gedruckte Aufnahmevorrichtungen prämiert. Als „Maker“ werden Bastler, Erfinder und Kreative bezeichnet, die in Eigeninitiative kreative Lösungen zu technischen Herausforderungen aus dem Alltag entwickeln und realisieren, ohne den Einsatz kostspieliger Speziallösungen. Ein viertes Design entwickelte außer Konkurrenz das Fraunhofer IPA. Die Datensätze dieser vier Modelle stehen in Form von 3D-Daten für den Ausdruck auf einem 3D-Drucker für jedermann zur freien Verfügung, ebenso die Installationsdatei für die vom Fraunhofer-Institut entwickelte Leseapplikation. Versierte Anwender oder Entwickler können die Ergebnisse auch als Basis zur eigenen Weiterentwicklung verwenden.

http://github.com/VRread/VRread/releases/tag/v1.0.3

www.ipa.fraunhofer.de

www.rioprinto.com/3d-druck-events.html

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