Hirnforschung: Heptoden als präzisere Werkzeuge Auf die Zelle genau messen - medizin&technik - Ingenieurwissen für die Medizintechnik

Hirnforschung: Heptoden als präzisere Werkzeuge

Auf die Zelle genau messen

Projektbesprechung: Prof. Thomas Schanze, Uwe Thomas, Dirk Hoehl und der Wissenschaftliche Mitarbeiter Christopher Dörr (von links) mit einer Mikroelektrodenmatrix Bild: Technische Hochschule Mittelhessen
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Präzisere Instrumente für die Hirnforschung: Forscher entwickeln neuartige hochauflösende Fasermikroelektroden und Signalanalyse-Software, um die neuronale Interaktion im Gehirn zu messen.

Neurowissenschaftler können für elektrophysiologische Untersuchungen des Gehirns heute auf Fasermikroelektroden zurückgreifen, die mit vier voneinander isolierten Ableitkontakten Aktivitäten von Neuronen messen. In einem Projekt der Technischen Hochschule Mittelhessen und der Gießener Thomas Recording GmbH wollen Forscher nun die Leistung dieser so genannten Tetroden mit ihrer Neuentwicklung fast verdoppeln. Sie arbeiten an Heptoden, das sind Fasermikroelektroden, die bei einem Durchmesser von 0,1 mm mit sieben voneinander isolierten Mikrokontakten messen. Sie bestehen aus Quarzglas und nutzen Platin als Innenleiter.

„Man kann Hirnaktivitäten in einem Elektroenzephalogramm darstellen und erhält summarische Werte. Die Messgenauigkeit unserer Heptoden verhält sich dazu ungefähr so wie die eines Rasterelektronenmikroskops zu der einer Lupe“, erläutert Dirk Hoehl, Technischer Leiter bei Thomas Recording.
Eine Hauptaufgabe der Entwicklung wird darin liegen, trotz der hochauflösenden Messung Signalüberlagerungen der einzelnen Ableitkontakte zu vermeiden, beziehungsweise bestmöglich zu nutzen. Anspruchsvoll, so Prof. Dr. Thomas Schanze, Projektleiter am Fachbereich Krankenhaus- und Medizintechnik, Umwelt- und Biotechnologie, sei auch die Verarbeitung der gewonnenen Daten. Die unterschiedlichen Signale müssen von einer Software verarbeitet und einzelnen Neuronen zugeordnet werden.
„Das neue Präzisionsinstrument wird helfen, die Signalverarbeitung im Gehirn besser zu verstehen“, sagt Schanze. „Wir erhalten Informationen über die Aktivitäten einzelner Nervenzellen und können sie zeitlich auf die Millisekunde genau zuordnen. Wir werden so tiefere Erkenntnisse darüber gewinnen, wie die Zellen kommunizieren. Das verbessert die Chancen, Methoden zur Behandlung neuronaler Krankheiten zu entwickeln.“ Nützlich könnten die Erkenntnisse für Parkinsonkranke sein, wenn Signale identifiziert werden, die den Tremor verursachen. Für die Entwicklung von Sehprothesen sei es wichtig zu verstehen, wie die Signale des Auges vom Gehirn verarbeitet werden.
Das Projekt hat eine Laufzeit von zwei Jahren. Es wird im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand mit 175 000 Euro gefördert. Damit unterstützt das Bundeswirtschaftsministerium Kooperationsvorhaben zur Entwicklung neuer Produkte und Verfahren, bei denen kleine und mittelständische Unternehmen mit Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten.
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