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Umfrage: Verpackungsbranche setzt auf Nachhaltigkeit

Umfrage Messe Fachpack
Verpackungstrends: drei Mal nachhaltig gedacht

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Bei Kunststoffen für Verpackungszwecke steht ein Umdenken an. Ökologische Aspekte werden wichtiger (Bild: Pixwel_B/stock.adobe.com)
Wenn es um die großen Trends in der Verpackungsindustrie geht, ist die Nachhaltigkeit das entscheidende Thema. Das zeigt auch eine Umfrage im Vorfeld der Messe Fachpack im September in Nürnberg. Aber auch die Digitalisierung und der Einsatz künstlicher Intelligenz schaffen neue Perspektiven.

Trends, die die europäische Verpackungsindustrie bewegen, wollen die Veranstalter der Messe Fachpack, die vom 28. bis 30. September in Nürnberg stattfindet, abbilden. Um dazu empirisch fundierte Ergebnisse zu erhalten, entstand in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal der „Fachpack Trendradar“ in Zusammenarbeit mit Vend Consulting. „Wir freuen uns, mit dem Fachpack Trendradar aufzeigen zu können, von welchen Branchentrends in den nächsten drei bis fünf Jahren eine große Verbreitung zu erwarten ist“, erklärt Phillip Blass, Director Fachpack bei der Nürnberg Messe. Die Erkenntnis: Es geht in allen drei beschriebenen Trends um das Thema Nachhaltigkeit.

Nachhaltigkeit mit Rezyklaten, weniger Material und weniger Mix

  • Erster Top-Trend ist die Erhöhung des Rezyklateinsatzes. Das Recycling von Kunststoffabfällen und der Einsatz von Kunststoffrezyklaten in Neuprodukten schonen Primärrohstoffe. Gegenüber der Produktion aus Rohöl lassen sich somit CO2-Emissionen deutlich reduzieren.
  • Als zweiter Top-Trend ist der Einsatz von Monomaterialien auszumachen: Sie erleichtern das Recycling, denn in diesem Prozess ist eine wesentliche Herausforderung, Stoffe voneinander zu trennen. Laut dem Umweltbundesamt muss ein Material zu mindestens 95 % aus einem Hauptmaterial bestehen, um als Monomaterial zu gelten. Verpackungen aus einem Materialmix diverser Kunststoffarten lassen sich zwar auch recyceln, jedoch ist der Prozess deutlich umfangreicher und das Rezyklat verfügt über minderwertigere Eigenschaften als beim Monomaterial.
  • Den dritten Top-Trend sehen die Befragten in ressourcenschonender Verpackung. Je weniger Material man braucht, desto weniger Primärressourcen werden eingesetzt. Das macht die Verpackungen deutlich nachhaltiger. Mit neuen Produktionsverfahren lasse sich das auch gut umsetzen, ohne die Funktionalität der Verpackung zu beeinträchtigen. Infolge der erhöhten Materialeffizienz bei Kunststoffverpackungen sank der Materialeinsatz im Zeitraum von 25 Jahren beispielsweise um ein Viertel, was einer CO2-Einsparung von 2,6 Mio. t entspricht.

Abgesehen davon gibt es in der Verpackungsbranche aber auch weitere Themen: Die künstliche Intelligenz beispielsweise scheint wie gemacht für eine Qualitätskontrolle, mit der sich Rückrufaktionen vermeiden lassen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Stichprobenprüfungen kann mit KI die Qualitätskontrolle auf 100 % der produzierten Ware ausgedehnt werden. In diesen Fällen hilft KI zum Beispiel, um visuelle Erkennungs- und Inspektionssysteme mit intelligenten Informationen zu versorgen und so schadhafte Produkte auszuschleusen. Mit Hilfe von Algorithmen werden dann nur Produkte angenommen und versendet, die bestimmte Qualitätskriterien erfüllen.

Verpackungsmaschinen lernen und werden flexibler

Um das entsprechende Know-how zu Programmierung und intelligenter Technologie ins Haus zu holen, kooperieren viele Maschinenbauer mit traditionellen IT-Expertenfirmen, passen bestehende Lösungen an ihre Bedürfnisse an oder integrieren das IT-Wissen in ihre Entwicklungsabteilungen. Für die Kunden der Verpackungsmaschinenhersteller bedeutet das einen großen Schritt in Richtung Flexibilität: Künftig könnten die Verpackungsmaschinen mit Hilfe von selbst-lernenden Algorithmen selbständig auf neue Produkte und Verpackungsformate reagieren und Umrüstzeiten – und damit die Time-to-Market drastisch verkürzen.

Die Automatisierung mithilfe künstlicher Intelligenz bietet zudem die Möglichkeit, die Arbeitsbedingungen im Produktionsprozess zu verbessern und so die Risiken für Gesundheit und Sicherheit reduzieren. Wie sich das Umsetzen lässt, werden Aussteller der Fachpack im September zeigen. (op)

Mehr zur Messe: www.fachpack.de


Weitere Informationen

Die Basis für die Trendradar-Angaben waren 21 ausgewählte Trends, die von Vertretern und Kennern der Verpackungsindustrie über einen Online-Fragebogen bewertet wurden. Betrachtet wurden: Attraktivität für die Verpackungsindustrie, Veränderungsumfang und Relevanz sowie der zeitliche Horizont bis zur Massentauglichkeit.
108 Verpackungsexperten und Branchenkenner, mehrheitlich in leitender Position tätig, haben die Fragebögen ausgefüllt. Trendradar zum Herunterladen:

www.packaging-360.com/trendradar2021

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