Spritzgießen: Holmlostechnik für den Reinraum

Kein Holm am Implantat

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Beim Spritzgießen im Reinraum setzt der Kunststoff-Spezialist Samaplast auf holmlose Maschinen von Engel. Die Holmlostechnik soll Fixierelemente und Langzeitimplantate vor verschmutzten Teilen schützen.

Angesiedelt in St. Margarethen, im Kanton St. Gallen gelegen, bezeichnet sich die Samaplast AG selbst als Lohnspritzerei. Gemeinsam mit dem Auftraggeber werden marktfähige Produkte entwickelt und die Produktion, vom Bau der Werkzeuge bis zur Montage der spritzgegossenen Teile zu Baugruppen, übernommen. „Materialpreise beginnen bei uns deutlich oberhalb von einem Schweizer Franken, Spezialitäten kosten schon mal 10 000 Euro je Kilo“, berichtet Stefan Okle, Betriebsleiter von Samaplast. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die Stückzahlen in der Serienproduktion durchschnittlich 10 000 Teile umfassen. Benötigt werden diese Teile unter anderem für hochpräzise optische Messgeräte und medizintechnische Apparate oder als Implantate.

Ein Beispiel ist die im Kundenauftrag durchgeführte Entwicklung eines Fixateur Externe zur externen Stabilisierung von Knochenbrüchen aus Kunststoff. Dabei werden Pins und Drähte in den Knochen eingesetzt und Backen und Stäbe außerhalb des Körpers angebracht, um ein korrekt reponiertes und stabiles Konstrukt zu erreichen.
Bei so hochpräzisen Teilen stellt Samaplast große Anforderungen an die Präzision und Wiederholgenauigkeit von Spritzgießmaschinen. Diesbezüglich hatte man mit Engel-Maschinen bereits gute Erfahrungen gemacht. Als im Jahr 2001 eine neue holmlose Spritzgießmaschine für die Reinraumproduktion anstand, legte Samaplast das Pflichtenheft auf den Tisch: Rundum geeignet für Reinraumklasse 10 000. Bei der Holmlosen fallen keine geschmierten Holme in den Werkzeugraum, eine potenzielle Verschmutzungsquelle entfällt. Vorbeugend wird auch die Zuluft für die Greifer gefiltert und die Abluft definiert aus dem Reinraum wieder abgeführt. Mit der Integration der Handlingsteuerung im Steuerschrank der Spritzgießmaschine wird zudem die Reinigungsfreundlichkeit und die Einsparung teuren Reinraum-Platzes gewährleistet. Samaplast hatte noch einen weiteren Punkt, der für die Engel-Maschine sprach: Im Reinraum entstehen Langzeit-Implantate aus Peek (Polyetheretherketon). Mit über 350 °C Verarbeitungstemperaturen stellt dieser Hochleistungskunststoff eine besondere Herausforderung dar, der die Hochleistungsschnecke von Engel gerecht wird.
Spezialitäten im Reinraum sind eine der Stärken von Samaplast. „Wir haben 1994 begonnen, Implantate aus resorbierbaren Polymeren herzustellen. Solche Polylactide zu spritzgießen, erfordert besonderes Know-how, denn die Lebensdauer des Materials beginnt mit der Verarbeitung.“ Mehr Details gibt Okle nicht preis. Platten, Schrauben oder Nägel aus diesem Werkstoff lösen sich im menschlichen Körper innerhalb von Monaten bis Jahren auf; das Implantat muss nicht mehr operativ entfernt werden. su

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