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So wird der OP-Tisch auch mit schweren Patienten mobil

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Verfahrantrieb für den OP-Tisch | Wenn auf einem OP-Tisch übergewichtige Patienten behandelt werden sollen, muss dieser robust ausgeführt sein. Das gilt auch für die Antriebe, die den Tisch mobil machen. Dunkermotoren hat diesen Part als Systemlieferant mitgestaltet.

Axel Winterhalter
Dunkermotoren, Bonndorf

Adipositaschirurgie: Dieser Bereich eines Krankenhauses ist in jeder Hinsicht auf die Behandlung übergewichtiger Patienten spezialisiert, deren Body-Mass-Index über 30 beträgt. Diesen Wert erreicht bereits ein 1,80 m großer Mann, der 98 kg auf die Waage bringt – aber es gibt natürlich Patienten mit weit höherem Gewicht. In einem Operationssaal, in dem diese behandelt werden können, müssen daher die Geräte besonders robust sein, und das Personal soll bei seinen manuellen Tätigkeiten entlastet werden.

Einen OP-Tisch, der für diesen Einsatzfall ausgelegt ist, hat die Maquet GmbH aus Rastatt, die zur schwedischen Getinge AB gehört, mit dem mobilen Tisch Meera entwickelt. Er basiert auf den OP-Tisch- Typen Alphastar Pro und Betastar. Die für das Design ausgezeichnet Meera-Variante ist besonders stabil und kann bei einem Patientengewicht von bis zu 250 kg eingesetzt werden. Als Gesamtbelastbarkeit gibt der Hersteller 454 kg an.

Um den Tisch mobil zu machen, hat Maquet einen integrierten Fahrantrieb vorgesehen. Zum Verfahren des Tisches wird dieser elektrisch angehoben. Mit Hilfe der vier Doppel-Lenkrollen und einem Sensor-Drive-Antrieb lässt sich der OP-Tisch in jede Richtung präzise und stufenlos verfahren – vorwärts wie auch rückwärts. Das ermöglicht auch in den engen Fluren und Gängen eines Operationstrakts einen ergonomischen und sicheren Patiententransport. Ist der Tisch an der vorgesehenen Stelle angekommen, setzt die elektrische Feststellung durch das Einfahren der Lenkrollen den OP-Tischfuß komplett auf dem Boden auf.

Zentraler Bestandteil des Sensor Drives ist ein Antrieb aus dem modularen Baukastensystem der Dunkermotoren GmbH aus Bonndorf im Schwarzwald. Aus dem Baukasten lassen sich der Motor, das Getriebe, der Geber und die Bremse auswählen, mit denen sich eine kundenspezifische und wirtschaftlich attraktive Antriebslösung umsetzen lässt – gemäß den Vorgaben, die das Lastenheft zu Bauraum, Geschwindigkeit und Drehmoment für die Applikation vorsieht.

Fahrantrieb für den OP-Tisch als Komplettsystem konzipiert

Im Fall des mobilen Fahrantriebs für den OP-Tisch wurde Dunkermotoren jedoch als Systemlieferant aktiv und hat den kompletten Fahrantrieb gemeinsam mit Getinge optimiert und weiterentwickelt. Neben einer Kombination aus dem bürstenbehafteten Gleichstrommotor GR 63 mit dem Schneckengetriebe SG 80 als Basis übernahmen die Bonndorfer auch die Montage der Rolle, Federn, Zylinder und weiterer mechanischer Bauteilen. Die Konstruktionshoheit der gesamten Baugruppe lag dennoch bei Getinge.

Die Herausforderung bestand darin, den Anforderungen des Medizinmarktes bei Qualifizierung und Validierung gerecht zu werden. Die partnerschaftliche und unternehmensübergreifende Zusammenarbeit ermöglichte es, dieses Ziel zu erreichen. Dass Dunkermotoren die Rolle des Systemlieferanten übernahm, machte organisatorische, prozess- sowie produktionstechnische Anpassungen im Unternehmen erforderlich. Für Getinge bot sich damit aber die Möglichkeit, seine Lieferantenbasis zu verkleinern und die Supply Chain zu verkürzen – was den Aufwand für das Lieferantenmanagement beim OEM senkt.

Die Entwicklung zum Systemlieferanten brachte für Dunkermotoren neue Erfahrungen und Erkenntnisse in der Praxis mit sich. Statt sich ausschließlich mit den technischen Anforderungen der Applikation zu beschäftigen, steuerten
die Fachleute nun schon zu einem frühen Zeitpunkt das Design und die Auswahl des Antriebs zum Gesamtsystem bei. Auch ließ sich die Schnittstelle zwischen Antrieb und Anwendung optimieren.

In der Rolle des Systemlieferanten setzt Dunkermotoren derzeit Projekte mit weiteren Unternehmen aus der Medizintechnik um. Kundenspezifische Lösungen sind nicht nur für OP-Tische denkbar, sondern ebenso für MRT/CT-Geräte, Laboranwendungen, Pumpen, Röntgen- oder Reha-Geräte.


Über den Antriebshersteller

Die Dunkermotoren GmbH ist ein deutsches Tochterunternehmen des amerikanischen Ametek-Konzerns und entwickelt und produziert bürstenlose und bürstenbehaftete DC-Motoren, Planeten- und Schneckengetriebe, lineare Direktantriebe, sowie Bremsen und Gebersysteme. Rund 1000 der über 1300 Mitarbeiter sind im Hauptsitz in Bonndorf im Schwarzwald tätig.

dunkermotoren.de



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