Integrierte Produktinformation

Intelligenter Autoinjektor erleichtert die Selbstmedikation

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Der Trend hin zu intelligenten Geräten und das Internet of Things rücken Anwendersicherheit und Prozesstransparenz in den Fokus. Labels mit RFID-Technologie ermöglichen neue, interaktive Anwendungen auch via Smartphone und können in viele Produkte wie Autoinjektoren für die Selbstmedikation integriert werden.

Arne Rehm
Schreiner Medipharm, Oberschleißheim

In den letzten Jahren hat die Interaktion zwischen einem Produkt und dem entsprechenden medizinischen Gerät im Sinne des Schlüssel-Schloss-Prinzips an Bedeutung gewonnen. Nach diesem Prinzip können ein mit RFID-Label ausgestattetes Verbrauchsgut – etwa ein Medikament, Proben- oder Reagenzienbehälter, das den Schlüssel darstellt – und das entsprechende Medizin- oder Laborgerät – das als Schloss dient – Informationen in Echtzeit austauschen.

Moderne RFID-Labels und NFC-Inlays, die dafür verwendet werden, sind dünn und flexibel und lassen sich unauffällig in die Etiketten für Medikamentenbehälter wie Autoinjektoren oder medizinische Geräte einbetten. Für eine erfolgreiche Implementierung und die erforderliche Robustheit eines RFID-Labels ist vor allem die Auswahl eines geeigneten Antennendesigns, des Chips und des Label-Aufbaus entscheidend.

Kommunikation zwischen Produkt und Gerät

Beim Informationsaustausch übernimmt der RFID-Chip die Steuerung: Bei der Medikation liest das medizinische Gerät, etwa ein Autoinjektor, die auf dem Chip hinterlegten Daten aus, zum Beispiel Produktcode, Dosierung, Haltbarkeit und Originalität. Diese Informationen werden zur Konfiguration des Gerätes verwendet; Anwendungs- oder Dosierungsfehler sowie der Einsatz von abgelaufenen, falschen oder gefälschten Medikamenten werden verhindert, wie auch eine erneute Verwendung oder ein Missbrauch des Originalbehälters.

Optimale Prozesse in der Intralogistik

Mit RFID-Label ausgestattete Verbrauchsgüter oder Ausrüstungen können bei Herstellern, in Krankenhäusern, Laboren oder weiteren professionellen Anwendungsbereichen wesentliche Prozesse optimieren. Ein mögliches Szenario ist ein automatisiertes Bestandsmanagement: Durch das automatische Auslesen der entnommenen und eingelagerten Produkte sind die Bestände stets aktuell in einer Datenbank hinterlegt. Moderne Sensor-Chips können darüber hinaus gleichzeitig die Integrität des Labels und damit unter anderem die Erstöffnung oder Manipulation eines Containers überwachen. Ebenfalls können mit dem Einsatz von RFID logistische Material- und Produktflüsse live überwacht und gesteuert werden: An verschiedenen Stationen werden die Daten automatisch erfasst und ermöglichen eine maximale Transparenz und gleichzeitige Dokumentation.

Gesicherte Supply Chain durch digitale Authentifizierung

Smarte Labels mit integrierter Near-Field Communication-Technologie (NFC) eröffnen pharmazeutischen Herstellern auch vielfältige und skalierbare Möglichkeiten zum Produkt- und Markenschutz, denn per Smartphone ist eine einfache digitale Authentifizierung der Arzneimittel jederzeit und überall durchführbar. Abhängig vom Bedrohungsszenario ermöglicht der internationale Übertragungsstandard NFC zum Beispiel mittels Passwortschutz, Signaturen oder Verschlüsselungsverfahren einen zuverlässigen Schutz vor Fälschungsversuchen.

Bei der Online-Verifikation können auf dem Chip hinterlegte Informationen, die Seriennummer oder – in Übereinstimmung mit den Datenschutzanforderungen – Nutzerdaten an eine Datenbank gesendet werden. Die Hersteller erhalten dadurch wichtige Informationen zur Überwachung der Lieferkette und können möglichen Graumarkt-Aktivitäten entgegenwirken.

Schneller und interaktiver Zugang zu Informationen

Mit NFC-Inlay ausgestattete Labels ermöglichen ebenfalls einen gegenseitigen Informationsaustausch mit dem Nutzer. Beim Auslesen des Chips per NFC-fähigem Smartphone erhält der Anwender wichtige Informationen über sein Arzneimittel, die der Hersteller bei Bedarf jederzeit aktualisieren und anpassen kann. Die auf dem NFC-Chip gespeicherten Daten können einfach über das Internet abgerufen werden. Der Patient oder das medizinische Fachpersonal verfügt so über umfangreiche Hintergrundinformationen zum Produkt – von der eindeutigen Identifizierung des Medikaments über die Abfrage des Verfallsdatums bis hin zu wichtigen Produkt- oder Warnhinweisen.

Ein auf dem Markt erhältliches „Connected Device“ ist der Smartpilot: eine elektronische Ergänzung für einen Autoinjektor mit eingebauter Sensortechnologie. Die Basis bildet der Ypsomate Autoinjektor zur Selbstmedikation der Ypsomed Holding AG aus Burgdorf, Schweiz, und ein darauf angepasstes NFC-Label von Schreiner Medipharm, einem Geschäftsbereich der Schreiner Group GmbH & Co. KG, Oberschleißheim. Die Technologie dahinter steckt in der Verbindung von verschiedenen Sensoren und des in das Label integrierten NFC-Chips. Die dort hinterlegten Informationen zum enthaltenen Medikament werden vom Smartpilot verwendet und via Bluetooth-Verbindung zu einer zugehörigen Smartphone-App übertragen.

In Echtzeit durch den Injektionsprozess

Die Handhabung für den Anwender ist einfach: Der Autoinjektor wird in den Smartpilot eingeschoben und dieser vom NFC-Label sofort automatisch erkannt. Der NFC-Chip identifiziert und authentifiziert das verwendete Medikament und prüft dessen Haltbarkeit. Entsprechend der verordneten Therapie kann sich der Patient in Echtzeit durch den Injektionsprozess führen lassen und auch die korrekte Verabreichung rückgemeldet bekommen.

Auch die komplette Injektionshistorie – von Injektionszeit und -erfolg bis hin zum Wohlbefinden des Patienten – kann detailliert gespeichert und mit weiteren Stakeholdern geteilt werden. Mithilfe dieser Informationen ist es dem behandelnden Arzt dann möglich, den weiteren Therapieverlauf des Patienten anzupassen. Vor allem aber erhöht das smarte Gerät die Patientensicherheit und unterstützt Anwender bei der Selbstmedikation.

 www.schreiner-medipharm.com

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