3D-Bilder aus dem Körper Tumorzellen zum Leuchten bringen - medizin&technik - Ingenieurwissen für die Medizintechnik

3D-Bilder aus dem Körper

Tumorzellen zum Leuchten bringen

image_description
Aufnahme eines Tumors: Mit Hilfe der neuen Methode werden seine Zellen in grün dargestellt (Bild: Jan Laufer)
Anzeige
Medizinphysiker entwickeln ein neues Verfahren, mit dem sich detailreiche dreidimensionale Bilder vom Körperinneren erzeugen lassen. Das kann zum Beispiel dabei helfen, die Entwicklung von Krebszellen im Körper genauer zu untersuchen.

Um Krebserkrankungen gezielt behandeln zu können, benötigen Ärzte und Forscher ein noch besseres Verständnis von Krebszellen und ihren Eigenschaften. Häufig werden in der Forschung zunächst einzelne Krebszellen in Reagenzgläsern untersucht, bevor die Erkenntnisse dann in lebenden Organismen überprüft werden. „Wir wollen die Krebszellen aber direkt im Körperinneren ausspionieren und herausfinden, wie sie sich ausbreiten, wie sie funktionieren und wie sie auf neuartige Therapien reagieren“, sagt der Medizinphysiker Prof. Jan Laufer von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU).

Laufer hat sich auf das Gebiet der so genannten Photoakustischen Bildgebung spezialisiert, ein Verfahren, mit dem sich mit Hilfe von durch Laserstrahlen erzeugten Ultraschallwellen hochaufgelöste, dreidimensionale Bilder vom Körperinneren erstellen lassen.

Eingeschleustes Gen bringt Tumor zum Leuchten

„Das Problem ist, dass Tumorzellen transparent sind. Das macht es schwer, Tumore im Körper mit optischen Verfahren zu untersuchen“, erklärt Laufer. Er hat mit seiner Arbeitsgruppe ein neues Verfahren entwickelt, um dieses Problem zu lösen: Dafür schleusen die Wissenschaftler zunächst ein bestimmtes Gen in das Erbgut der Krebszellen ein. „In den Zellen wird durch das Gen das Phytochrom-Protein produziert, das ursprünglich aus Pflanzen und Bakterien kommt. Dort dient es als Lichtsensor“, so Laufer weiter.

3D-Bild ohne störenden Hintergrundkontrast

Im nächsten Schritt feuern die Forscher kurze Lichtimpulse auf das Gewebe im Körper. Dafür setzen sie einen Laser mit zwei verschiedenen Wellenlängen ein. Im Körperinneren werden die Lichtimpulse absorbiert und in Ultraschallwellen umgewandelt. Diese Wellen können dann außerhalb des Organismus gemessen und auf Grundlage dieser Daten zwei Bilder vom Körperinneren erstellt werden.

„Das Besondere an den Phytochrom-Proteinen ist, dass sie je nach Wellenlänge der Laserstrahlen ihre Struktur und somit auch ihre Absorptionseigenschaften verändern. Dadurch verändert sich die Amplitude der in den Tumorzellen optisch induzierten Schallwellen. Alle anderen Gewebebestandteile, zum Beispiel Blutgefäße, haben diese Eigenschaft nicht – deren Signal bleibt konstant“, erklärt Laufer. Durch Berechnung der Differenz der beiden Bilder wird so ein hochaufgelöstes, dreidimensionales Bild der Tumorzellen erstellt, welches frei von störendem Hintergrundkontrast ist.

Auch zur Beobachtung von zellulären Prozessen

Die Entwicklung der Medizinphysiker lässt sich auf eine ganze Reihe von photoakustischen Untersuchungen anwenden: Neben der Krebsforschung eignet sich das Verfahren auch dafür, die innere Funktionsweise von zellulären und auch genetischen Prozessen in lebenden Organismen zu beobachten.

www.nature.com/articles/s42005–017–0003–2

http://uni-halle.de/

Anzeige

Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Unsere Dosis Wissensvorsprung für Sie. Jetzt kostenlos abonnieren!

medicine&technology

 

Die englische Ausgabe, hier als pdf. Erscheint zwei Mal im Jahr mit europaweiter Verbreitung.

 

Alle Webinare & Webcasts

Hier finden sie alle Webinare unserer Industrieseiten

Whitepaper

Hier finden Sie aktuelle Whitepaper

Kalender

Aktuelle Termine für die Medizintechnik-Branche

Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de