Parkinson-Patienten

Hautnahe Hightech-Diagnostik

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Auf einem Tablet-PC werden die Belastungen des Fußes gezeigt, wie sie von den Sensoren der Gangsocken aufgezeichnet wurden (Bild: Uniklinkum Dresden / Marc Eisele)
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Forscher erproben ein Konzept, mit dem sich wichtige Symptome bei Patienten mit fortgeschrittenem Parkinson-Syndrom im Alltag kontinuierlich und telemedizinisch erfassen lassen. Quellen für Daten sind unter anderem spezielle Socken sowie Smartphones. Das Ziel ist eine höhere Versorgungsqualität.

Bis 2030 wird sich die Zahl der Patienten, die unter einem fortgeschrittenen Parkinson-Syndrom leiden, voraussichtlich verdoppeln. Für Sachsen beispielsweise bedeutet dies rund 64 000 Patienten. Das Projekt „Telepark – Vernetzung von Patienten mit fortgeschrittenem Parkinson-Syndrom und Parkinsonspezialisten durch Telemedizin und moderne Sensorik“ hat daher das Ziel, fernab der auf Parkinson spezialisierten Kliniken die Autonomie und Lebensqualität der Patienten zu erhalten.

Messdaten aus Sensor-Socken

Unter Federführung des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden statten die Ärzte und Wissenschaftler des Projekts insgesamt 198 Patienten aus Ostsachsen aus: mit speziellen Sensor-Gangsocken, mit am Arm befestigten Bewegungssensoren sowie mit Smartphone-Apps. Therapierelevante Symptome wie Gangunsicherheit, Schluckbeschwerden, Verhaltensstörungen oder Psychosen der Patienten werden durch sie und durch die Angehörigen kontinuierlich erfasst. Parallel kontrollieren die Forscher anhand der gewonnenen Werte, ob diese Hinweise auf veränderte Symptome liefern.

Bei Bedarf passen Ärzte dann laufend die Therapien an oder schlagen neue vor. Dies passiert im Rahmen von Studien, in denen die verschiedenen Möglichkeiten zu Interaktion und Monitorings der Patienten verglichen und bewertet werden. Wissenschaftler beurteilen die Auswirkungen des kontinuierlichen Austauschs und passen den Prozess, das System und die Anwendungen an die Bedürfnisse und Akzeptanz der Patienten, Angehörigen und Behandelnden an.

Eine höhere Lebensqualität der Patienten

Bei relevanten Verschlechterungen des Gesundheitszustandes soll gewarnt werden, so dass die Parkinson-Spezialisten früher intervenieren können. „Wir erwarten uns von dem ‚Telepark‘-Projekt eine höhere Lebensqualität der Patienten, die bei gleichzeitig bestmöglicher medizinischer Versorgung in gewohnter Umgebung leben bleiben können, sowie auch eine Entlastung der Krankenhäuser“, sagt Prof. Heinz Reichmann, Direktor der Klinik für Neurologie in Dresden.

Dass hier großer Handlungsbedarf besteht, zeigen die Zahlen aus dem Dresdner Uniklinikum: Mehr als die Hälfte der 2016 hier stationär eingewiesenen Parkinson-Patienten kamen aufgrund eines Notfalls, der häufig durch eine bessere Versorgung vermeidbar gewesen wäre. Durch diese nicht planbaren stationären Aufenthalte fehlen der Klinik für Neurologie Kapazitäten, um möglichst viele Betroffene rechtzeitig so zu betreuen, dass die Symptome bestmöglich gelindert werden können und die Lebensqualität bewahrt bleibt.

Dieses Konzept überzeugte auch die Jury des Digitalen Gesundheitspreises 2018. Bereits im März belegte „Telepark“ dort den zweiten Platz. Das Projekt setze sich dabei gegen 80 weitere Projektteams und Unternehmen durch.

www.uniklinikum-dresden.de

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