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Matrix aus Fischhaut

Heilung chronischer Wunden
Matrix aus Fischhaut

Chronische Wunden Fischhaut HDZ NRW
Fischhaut-Matrix: Das Material stammt vom Dorsch und wird in entzellularisierter Form in verschiedenen Größen angeboten (Bild: Anna Reiss)
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Chronische Wunden scheinen mit einem Transplantat aus Fischhaut geheilt werden zu können. Erste Forschungsergebnisse und klinische Erfahrungen klingen vielversprechend.

Manche Wunden werden von Beginn an als chronisch angesehen, da ihre Behandlung eine Therapie der bestehenden Grunderkrankung erfordert. Hierzu zählen das diabetische Fußsyndrom, Wunden bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK) oder einem sogenannten „offenen Bein“ (Ulcus cruris venosum) aufgrund einer chronisch venösen Insuffizienz. Aber auch eine akute Wunde nach einer Operation oder einem Unfall kann sich mit einem oft schleichenden, langwierigen Verlauf zu einer chronischen Wunde entwickeln. „Je länger sich die Wundheilung verzögert, umso größer wird das Problem“, beschreiben die Oberärztinnen Dr. Tania-Cristina Costea und Dr. Katharina Kuczewski den typischen Verlauf. „Zwar geht die Zahl der großen Amputationen zurück, aber die Anzahl der Minoramputationen hat zugenommen“, berichtet Prof. Diethelm Tschöpe, Direktor des Diabeteszentrums am HDZ NRW, Bad Oeynhausen.

Fischhaut hilft Zellen beim Wachsen

Helfen kann hier eine neue Therapie mit einem Transplantat, das aus Fischhaut gewonnen wird und die Hautzellen offensichtlich besonders dazu anregt, wieder zu wachsen. Die zellfreie Collagenmatrix sieht ein bisschen aus wie ein Knäckebrot, sie wird überlappend auf die gesäuberte Wunde gelegt und mit einem Verband fixiert. Sowohl erste Forschungsergebnisse als auch die Erfahrungen im klinischen Alltag deuten an, dass diese Art der Zellmigration und -proliferation möglicherweise gegenüber anderen Therapieformen überlegen sein könnte. Das skandinavische Produkt stammt vom dort beheimateten atlantischen Dorsch. Das Material ist ähnlich wie die menschliche Haut mit Poren durchsetzt und wirkt antibakteriell. Diese Merkmale scheinen ebenso wie die enthaltenen Omega-3-Fettsäuren die Stammzellvermehrung und Wundheilung zu fördern.

Effekte nach sieben Tagen sichtbar

„Weitere Studienergebnisse müssen abgewartet werden“, betont Tschöpe, der bisher bei allen im Diabeteszentrum behandelten Patienten erfolgreiche Wundverschlüsse verzeichnet, dabei aber nicht außer Acht lässt, dass eine individuelle Begutachtung der Wunde das A und O der Therapie ist. Große Vorteile bestehen der wiederholten Anwendungsmöglichkeit der Fischhaut-Matrix, auch eine Kombination verschiedener Methoden ist je nach individueller Wundsituation möglich. „Erste Effekte der Wundheilung sind in der Regel nach sieben Tagen schon zu erkennen, wenn die Wundränder beginnen, sich zu schließen.“ Welche Behandlungsform am besten geeignet ist, hängt von der Art und Tiefe der Wunde ab, von der möglichen Grunderkrankung des Patienten, aber auch vom Ort der Verletzung.

www.hdz-nrw.de

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