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Was Fliegen mit sich bringen

Antibiotikaresistenzen
Was Fliegen mit sich bringen

Antibiotikaresistenzen Fliegen
Auf Fliegen – hier eine Schmeißfliege – konnten bereits sämtliche hoch gefährlichen Antibiotikaresistenzen nachgewiesen werden (Bild: FZ/E. Wibberg)
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Wissenschaftler zeigen anhand verfügbarer Forschungsergebnisse, dass Fliegen stark von antibiotikaresistenten Keimen besiedelt sind. Fliegen könnten daher eine Rolle als Überträger dieser Keime auf den Menschen spielen .

Kuhfladen, Schweinemist, Schlachtabfälle – was für den Menschen eher unappetitlich daherkommt, ist für so manche Fliege im wahrsten Sinne ein gefundenes Fressen. Gerade in der Tiermast werden allerdings viele Antibiotika verwendet, die resistente Keime entstehen lassen. Genau diese nehmen über die Ausscheidungen der Nutztiere auch die Insekten auf.

Da Fliegen ebenfalls Kontakt zu Menschen haben, sind sie so ein „idealer“ Überträger von Erregern. Wissenschaftler der Universität Münster haben daher nun gemeinsam mit einem internationalen Team die Bedeutung der Schmutzfliegen – also der Fliegen, die Exkremente und verrottendes Material zur Ernährung sowie zur Eiablage nutzen – bei der Verbreitung antibiotikaresistenter Bakterien genauer beleuchtet. In zwei Treffen in Amsterdam und Wien diskutierten sie alle bisher verfügbaren Forschungsarbeiten zum Thema.

20 Prozent besiedelt mit resistenten Keimen

Schon 2016 hatte eine Münsteraner Studie gezeigt: In der ländlich geprägten Region sind bis zu 20 % aller Fliegen mit resistenten Keimen wie Escherichia coli (ESBL-produzierende E.-coli) besiedelt, die beim Menschen beispielsweise starke, schwer zu behandelnde Infektionen auslösen können. „Mit unserer damaligen Arbeit konnten wir nachweisen, dass die Bakterien der untersuchten Fliegen häufig dieselben Resistenzgene trugen wie die Bakterien bei unseren Patienten. Da lag ein Zusammenhang nahe – der bis dahin aber noch nicht sicher belegt war“, erklärt Prof. Frieder Schaumburg vom Institut für Medizinische Mikrobiologie der Universität Münster.

Sämtliche Antibiotikaresistenzen nachgewiesen

Die Experten – unter anderem aus Gabun, Kanada und Dänemark – kamen bei den Workshops in Amsterdam und Wien zu dem klarem Ergebnis: „Auf Fliegen sind sämtliche Antibiotikaresistenzen nachzuweisen, vor denen sich Mediziner heute fürchten.“ Dazu gehört beispielsweise der Methicillin-resistente Staphylococcus aureus – besser bekannt als der gefürchtete „Krankenhauskeim“ MRSA. „Außerdem konnten wir nachweisen, dass die antibiotikaresistenten Bakterien von Fliegen, Menschen und Tieren nahezu identisch sind. Deshalb ist es sehr wahrscheinlich, dass Fliegen bei der Verbreitung eine wichtige Rolle spielen“, so Workshop-Leiter Schaumburg.

Vor voreiligen Schlüssen warnt der Mikrobiologe dennoch: „Es braucht noch viel Forschungsarbeit, um zu prüfen, welchen Anteil resistente Erreger von Fliegen tatsächlich bei den Infektionszahlen in Krankenhäusern und Arztpraxen haben. Schon jetzt werden wir uns aber auch mit wirksamer, ökologisch sinnvoller Schädlingsbekämpfung beschäftigen müssen.“

https://doi.org/10.1016/j.tmaid.2018.02.007

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