Entwicklung Elektroindustrie ZVEI erwartet 2016 moderates Wachstum - medizin&technik - Ingenieurwissen für die Medizintechnik

Entwicklung Elektroindustrie

ZVEI erwartet 2016 moderates Wachstum

Dr. Klaus Mittelbach, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung, sieht 2016 verhalten optimistisch für die Elektroindustrie Bild: Haslauer/ZVEI
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Der Zentralverband der deutschen Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) verkündete Ende Januar in seiner Jahresauftakt-Konferenz eine verhalten optimistische Prognose für das Jahr 2016. Der Branchenverband geht laut Aussagen von Dr. Klaus Mittelbach, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung des ZVEI, davon aus, dass die preisbereinigte Produktion der deutschen Elektroindustrie um etwa 1 %, der Umsatz um rund 2 % zunehmen wird. „Wir nehmen damit wieder Kurs auf einen Branchenumsatz von 182 Milliarden Euro, den wir im Rekordjahr 2008 schon einmal erreicht hatten“, sagte Mittelbach.

Globaler Aufschwung ließ 2015 auf sich warten
Mit dem vergangenen Geschäftsjahr zeigte sich Mittelbach zufrieden: Der Verband geht von einem Branchenumsatz in Höhe von insgesamt rund 178 Milliarden Euro aus. Von Januar bis November 2015 wuchs die preisbereinigte Produktion der Elektroindustrie um 0,6 % gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz – der auch Dienstleistungen und Software umfasst sowie Währungseinflüssen unterliegt – legte deutlich stärker um 3,7 % auf 162,2 Milliarden Euro zu. – Und das obwohl die globale Wirtschaftsleistung 2015 um nur rund 3 % gestiegen ist. Ein Grund dafür: Das Jahr war weltweit von konjunkturellen Wachstumsschwächen und politischen Krisen geprägt.
Dynamisch hat sich letztes Jahr vor allem der Außenhandel entwickelt. Der ZVEI erwartet hier einen neuen Rekordwert von rund 174 Milliarden Euro beim Export (einschließlich Re-Exporten). Begünstigt durch den Wechselkurs zogen die Ausfuhren in die USA besonders stark an. Sie wuchsen von Januar bis November 2015 um 16,2 % auf 14,5 Milliarden Euro. Damit waren die Vereinigten Staaten wieder das wichtigste Abnehmerland vor China, das im Abnehmer-Ranking mit 13,6 Milliarden Euro auf Platz zwei kam. Die Ausfuhren nach China stiegen nur um 0,5 %.
Hohe Beschäftigungsquote
Erfreulich war 2015 nach Aussagen von Dr. Andreas Gontermann, Chefvolkswirt des Verbands, auch die Beschäftigungsentwicklung in der Branche mit 8000 zusätzlich geschaffenen Arbeitsplätzen. Insgesamt sind in der Branche derzeit 853 000 Menschen beschäftigt. Das sei der höchste Wert seit sieben Jahren, freute sich Gontermann.
Medizintechnik unter den fünf umsatzstärksten Fachbereichen
Die Medizintechnik konnte im vergangenen Jahr eine starke Erlössteigerung erwirken: 9,9 Milliarden Euro Umsatz, also knapp 15,7 % mehr als im Vorjahr erzielte der Fachzweig. Damit steht die Medizintechnik aber nach wie vor als Schlusslicht in der Reihe der fünf größten Fachbereiche innerhalb der Elektroindustrie. In der Automation gab es ein Plus von 4,7 % auf 44,7 Milliarden Euro, die Bauelemente legten um 9,3 % auf 19,3 Milliarden Euro zu, die Gebrauchsgüter um 2,3 % auf 16,2 Milliarden Euro. Die Energietechnik konnte ihren Umsatz um 3 % auf 11,6 Milliarden Euro steigern.
2016 soll Jahr der Umsetzung von Industrie 4.0 werden
Der Trend für dieses Geschäftsjahr ist klar: Industrie 4.0. „2015 haben wir wichtige Schritte nach vorn gemacht. 2016 wird das erste große Jahr der Umsetzung von Industrie 4.0 in den Unternehmen“, prognostizierte der ZVEI-Vorsitzende. Das im Verband erarbeitete Referenzarchitekturmodell Industrie 4.0 (RAMI 4.0) habe sich erfolgreich entwickelt und könne in Kürze als DIN SPEC auch in internationale Standardisierungsgremien eingebracht werden. Zudem seien 2015 mit der erweiterten „Plattform Industrie 4.0“ und dem „Labs Network Industrie 4.0“ Strukturen geschaffen worden, die Deutschland zum möglichen Vorreiter bei Digitalisierung und Industrie 4.0 katapultieren könnten. Der deutsche Mittelstand sei hier besonders engagiert, betonte Mittelbach bei der Veranstaltung.
Des Weiteren wichtig sei, dass Deutschland stark bei den Innovationsaufwendungen bleibe, betonte Mittelbach. „Wir brauchen endlich die steuerliche Forschungsförderung, größenunabhängig für alle Unternehmen, wie dies in den meisten OECD-Ländern gängige Praxis ist.“ Die Elektroindustrie wies mit rund 17,6 Milliarden Euro erneut sehr hohe Innovationsaufwendungen auf. 15,5 Milliarden Euro, also rund 9 % vom Umsatz flossen in die Forschung und Entwicklung. In Summe stemmt die Elektroindustrie rund ein Viertel aller F&E-Aufwendungen des Verarbeitenden Gewerbes. (nu)
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