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Coronavirus lässt sich bereits bei 60 °C inaktivieren

Desinfektion mit Hitze und UV-Strahlen
Desinfektionstechniken gegen Coronaviren

Coronavirus Desinfektion Technische Hochschule Ulm
An Coronavirus-ähnlichen Viren forscht die Biochemikerin Dr. Petra Vatter zusammen mit Prof. Martin Heßling im Biotechnologielabor der THU
(Bild: Prof. Martin Heßling)
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Gegen das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 werden effiziente und leicht anwendbare Desinfektionstechniken benötigt. Forscher in Ulm untersuchen, inwiefern verschiedene Arten von menschlichen und tierischen Coronaviren durch Hitze und ultravioletter Strahlung inaktiviert werden können.

Helfen hohe Temperaturen oder UV-Strahlen gegen verschiedene Viren aus der Coronavirus-Gruppe? Das untersucht eine Forschungsgruppe der Technischen Hochschule Ulm unter Leitung des Desinfektions-Experten Prof. Dr. Martin Heßling mit Unterstützung des Forschungspartners Pharmpur. Sie wollen analysieren, inwiefern verschiedene Arten von menschlichen und tierischen Coronaviren durch Hitze und ultraviolette Strahlung inaktiviert werden können. Bei ihrer Analyse von thermischen Einflüssen stützen sich Heßling und sein Team auf Coronavirusinaktivierungsexperimente, die in der Vergangenheit durchgeführt wurden. Sie wandten diese Resultate mit Hilfe von Arrhenius-Modellen auf das Sars-CoV-2-Virus an. Möglich wurde dies, da sich verschiedene Coronaviren in ihrer Struktur nicht stark unterscheiden.

Coronavirus: Nach einer guten halben Stunde bei 60 Grad ist Desinfektion erreicht

Dabei fanden die Forscher heraus, dass sich Coronaviren bereits durch relativ niedrige Temperaturen inaktivieren lassen. Für Standardproben ist beispielsweise bei 60°C eine Anwendungsdauer von 32,5 Minuten notwendig, bei 80°C reichen 3,7 Minuten und bei 100°C gerade mal eine halbe Minute, um eine Reduktion von 99,999 Prozent und somit eine praktisch vollständige Vernichtung der Viren zu erreichen. Das entspricht einer Reduzierung von 100.000 Erregern auf 1. Schlussfolgerung: Im privaten Bereich sind keine professionellen Dampfsterilisatoren oder Autoklaven notwendig, um Coronaviren effektiv und schonend auf Materialien wie dem von Mund-Nase-Masken zu inaktivieren.

UV-Strahlung: Geeignet gegen das Coronavirus

Auch die Untersuchungen von Experimenten mit ultravioletter, keimtötender Strahlung im Bereich von 254 nm (UVC) zeigen, dass Coronaviren – und mögliche zukünftige Mutationen – sehr UV-empfindlich sind. So lässt sich bereits mit einer Bestrahlungsdosis von 10,6 mJ/cm² eine 90-prozentige Virusreduktion erreichen. Zum Vergleich: Die Trinkwasser-Norm für UVC-Desinfektion verlangt mindestens 40 mJ/cm². Trinkwasser, das mit UVC desinfiziert wurde, ist also praktisch frei von Coronaviren.

Gezielte Strahlungsexperimente mit Coronavirus-ähnlichen Viren werden derzeit im Biotechnologielabor durchgeführt, um weitere Informationen zur Inaktivierung von Coronaviren mit bestimmten Strahlungsdosen zu erhalten.


Kontakt:

Technische Hochschule Ulm
Prof. Dr. Martin Heßling
Raum: Q269
Albert-Einstein-Allee 55
89081 Ulm
Tel.: +49 (0)731-50-28602
E-Mail: Martin.Hessling@thu.de
Website: www.thu.de/martin.hessling

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