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Corona-Pandemie beschleunigt Digital Health in Deutschland

Digitalisierung
Corona-Pandemie beschleunigt E-Health in Deutschland

E-Health Corona-Pandemie bitkom
Video-Sprechstunden, Apps auf Rezept, elektronische Patientenakte, E-Rezept und KI: Deutschlands Patienten fordern mehr digitale Gesundheitsangebote
(Bild: agenturfotografin/stock.adobe.com)
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In Kürze können Ärzte in Deutschland erstmals Gesundheits-Apps für das Smartphone verschreiben. Anfang 2021 folgt die Einführung der elektronischen Patientenakte, 2022 wird das E-Rezept zur Pflicht: E-Health nimmt endlich auch in Deutschland an Fahrt auf.

Während der Corona-Pandemie hat sich viel getan – beispielsweise war es Berufstätigen kurzzeitig möglich, durch eine Sonderregelung auch telefonisch eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu bekommen. Diese Regelung lief zum 1. Juni aus. Bei den Versicherten kam diese jedoch gut an: Eine Mehrheit von 62 Prozent der Menschen in Deutschland spricht sich dafür aus, dass Krankmeldungen ohne Arztbesuch nicht nur telefonisch, sondern auch digital, etwa per E-Mail, Messenger oder App möglich sein sollten. Dabei erstreckt sich der Zuspruch quer über alle Altersgruppen: 69 Prozent der 16- bis 29-Jährigen sagen dies, 66 Prozent der 30- bis 49-Jährigen, 65 Prozent der 50- bis 64-Jährigen sowie mehr als jeder zweite Senior ab 65 Jahren (51 Prozent). Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Präsentation von Bitkom Research.

Inhaltsverzeichnis

1. Zwei Umfragen ergeben Stimmungsbild
2. App auf Rezept
3. Elektronische Patientenakte und E-Rezept
4. Digitalisierung zur Bekämpfung der Corona-Krise
5. Mehr Zeit für Patienten durch KI

Zwei Umfragen ergeben Stimmungsbild

Grundlage der Angaben sind zwei Umfragen, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat: Zum einen wurden Mitte April bis Anfang Mai 2020 insgesamt 1.193 Personen in Deutschland ab 16 Jahren zu verschiedenen Themen aus dem Bereich Digital Health telefonisch befragt. Anfang Juli 2020 wurden 1.005 Personen in Deutschland ab 16 Jahren zur Video-Sprechstunde telefonisch befragt. Die Umfragen sind repräsentativ.

Auch Video-Sprechstunden werden von immer mehr Ärzten angeboten und von den Patienten angenommen: Die Mehrheit der Bundesbürger würde den Arztbesuch angesichts der Corona-Pandemie gern ins Internet verlegen. Zwei Drittel (66 Prozent) meinen, Ärzte sollten Online-Sprechstunden anbieten, um die Ansteckungsgefahr in der Praxis zu reduzieren. Aktuell hat jeder Achte (13 Prozent) bereits eine Video-Sprechstunde mit einem Arzt oder Therapeuten wahrgenommen. Damit hat sich der Wert im Vergleich zum Vorjahr (fünf Prozent) fast verdreifacht

App auf Rezept

Die Offenheit für Gesundheits-Apps, die der Arzt verschreibt, ist groß. Von Sommer 2020 an werden die ersten Apps dieser Art in Deutschland verfügbar sein und von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Fast 6 von 10 Befragten (59 Prozent) können sich gut vorstellen, eine solche App zu nutzen. Selbst von den über 65-Jährigen sagt dies fast jeder Zweite (48 Prozent). 4 von 10 Patienten (40 Prozent) wollen ihren Arzt sogar aktiv nach einer App auf Rezept fragen und fast jeder Dritte (30 Prozent) ist der Meinung, dass es künftig Fälle gibt, in denen Apps konventionelle Therapien ersetzen.

Elektronische Patientenakte und E-Rezept

Die elektronische Patientenakte (ePa) kommt zum 1. Januar 2021 und wird aller Voraussicht nach auf großes Interesse stoßen: 73 Prozent würden die ePa nutzen. Besonders wichtig ist denjenigen, die sich eine Nutzung vorstellen können, das Thema Daten: So ist für 64 Prozent essenziell, dass die Datenhoheit beim Versicherten liegt und nur der Patient bestimmt, welcher Arzt welche Daten sehen darf. Fast ebenso viele (63 Prozent) nennen insgesamt Datenschutz und Datensicherheit als wichtigste Themen. Fast jedem Dritten (31 Prozent) ist die Bedienungsfreundlichkeit besonders wichtig, jeder Vierte (24 Prozent) wünscht sich einen mobilen Zugang über das Smartphone.

Ebenfalls 2021 wird das elektronische Rezept in Deutschland eingeführt, das dann via Smartphone-App in der Apotheke der Wahl eingelöst werden kann. Zwei Drittel (66 Prozent) können sich die Nutzung vorstellen. Bei den 16- bis 29-Jährigen sind es 70 Prozent, 64 Prozent bei den 30- bis 49-Jährigen, 69 Prozent bei den 50- bis 64-Jährigen und 62 Prozent bei den über 65-Jährigen.

Digitalisierung zur Bekämpfung der Corona-Krise

Insgesamt hat die Corona-Krise zu einer großen Offenheit in der Gesellschaft gegenüber telemedizinischen Angeboten geführt: 93 Prozent sprechen sich für einen Ausbau der digitalen Gesundheitsversorgung aus. So sagen 62 Prozent, dass die ärztliche Beratung per Chat jetzt und in Zukunft ausgebaut werden sollte. 6 von 10 Befragten (59 Prozent) meinen, Video-Sprechstunden sollten nicht nur zu Krisenzeiten wie der Corona-Pandemie standardmäßig verfügbar sein. Mehr als jeder Zweite (53 Prozent) ist zudem der Ansicht, dass sich mithilfe digitaler Technologien solche Krisen besser bewältigen lassen. Ein Großteil der Bundesbürger hat großes Vertrauen in die Potenziale der Digitalisierung in Bezug auf die Bekämpfung des Coronavirus und die Heilung erkrankter Menschen. So sagen 84 %, digitale Technologien können dabei helfen, mehr über das Coronavirus zu erfahren und ein Gegenmittel zu finden, etwa durch die automatisierte Analyse von Patientendaten.

Mehr Zeit für Patienten durch KI

Röntgen- und CT-Bilder auswerten, Tumore identifizieren, Krebstherapien individuell anpassen: KI verfügt in der Medizin über ein enormes Potenzial. Diese Erkenntnis teilt auch eine steigende Anzahl von Patienten: 44 Prozent sagen, sie würden sich künftig regelmäßig eine Zweitmeinung von einer Künstlichen Intelligenz einholen – 2019 waren es noch 31 Prozent. 45 Prozent meinen sogar, Ärzte sollten grundsätzlich ihre Diagnose von einer KI prüfen lassen (2019: 39 Prozent). Insgesamt sehen viele Menschen die KI vor allem als effektive Unterstützung: 64 Prozent meinen, dass Ärzte mehr Zeit für ihre Patienten haben, wenn Künstliche Intelligenz ihnen einfache Tätigkeiten abnimmt. 58 Prozent sagen, Computerprogramme mit künstlicher Intelligenz analysieren Röntgenbilder schneller als Ärzte und sollten ihnen diese Aufgabe dauerhaft abnehmen.

Weitere Informationen zur Präsentation: https://www.bitkom-research.de


Kontakt zum Verband:

Bitkom e.V.
Albrechtstr. 10
10117 Berlin
Tel.: +49 (0)30 27576-0
Website: www.bitkom.org

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