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Coronavirus: Kapazitäten in der Industrie gesucht

Coronavirus: BMG-Eilanfrage beim VDMA
BMG sucht Kapazitäten für die Fertigung von Medizinprodukten

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Diethelm Carius ist Referent bei der Arbeitsgemeinschaft Medizintechnik im VDMA (Bild: VDMA)
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Für die Produktion von Medizinprodukten und Produkten für die persönliche Schutzausrüstung sucht das BMG per Eilanfrage freie Kapazitäten und Maschinen in der Industrie. Der VDMA sammelt die Meldungen. Laut Diethelm Carius von der AG Medizintechnik im VDMA geht es um mehr als ein kurzfristiges Aushelfen. Daraus könnte sich ein längerfristiges Engagement entwickeln.

Dr. Birgit Oppermann
birgit.oppermann@konradin.de

Herr Carius, das BMG sucht per Eilanfrage nach Produktionskapazitäten für Medizinprodukte und andere Produkte für den Gesundheitsbereich. Welche Unternehmen können sich dazu bei Ihnen melden?

Gesucht werden Kapazitäten, um zum einen Medizinprodukte gemäß der aktuell geltenden Medical Device Regulation herzustellen, zum anderen aber auch Produkte aus dem Bereich der persönlichen Schutzausrüstung, die den Anforderungen der jeweiligen Normen genügen. Interessant ist also zu erfahren, wo ganze Anlagen oder auch einzelne Maschinen umgestellt und für die Herstellung der genannten Produkte zur Verfügung gestellt werden können. Einzelheiten haben wir im Datenblatt auf unserer Homepage zur Verfügung gestellt. Wir sammeln die Meldungen und geben diese nach Berlin weiter. Das Verfahren ist also ähnlich wie in der vergangenen Woche, als Kapazitäten für die Fertigung von Schutzanzügen und Atemschutzmasken gesucht wurden – dazu kamen rund 60 Meldungen, vorwiegend aus der Textilindustrie.

Wer kann sich spontan an der Produktion von Medizinprodukten beteiligen?

Gesucht werden Unternehmen, die schnell reagieren und dann auch liefern können – nicht erst in einem halben Jahr. Für Schutzbrillen aus Kunststoff zum Beispiel, die im Spritzguss gefertigt werden, oder für Schutzhandschuhe könnten Maschinen eventuell relativ kurzfristig umgerüstet werden. So hoffen wir zumindest, sodass wir einen Beitrag zur Bewältigung der Krise leisten können. Innerhalb von gut einem Tag haben wir auch zu der aktuellen Anfrage schon über 25 Rückmeldungen bekommen.

Welches Know-how müssen Unternehmen mitbringen?

Wer sich mit den einschlägigen Normen für die jeweiligen Produkte auskennt, hat natürlich Vorteile. Es soll zwar schnell gehen, aber die Vorgaben bezüglich Sicherheit und Qualität der Produkte gelten weiterhin. Des Weiteren müssen die Kapazitäten auch ausreichend sein, um Produkte, die zumeist ja nur als Einmalprodukte gelten, in großen Stückzahlen fertigen zu können.

Wo soll das Material herkommen – gibt es ausreichend Lieferanten?

Welche Materialien eingesetzt werden können, müssen die Unternehmen entscheiden, die die Produkte herstellen. Für Quereinsteiger ist es natürlich schwieriger, an die entsprechenden Ressourcen zu kommen. Die Behörden können aber möglicherweise eine Priorisierung bei der Materialbelieferung vornehmen.

Wer Medizinprodukte herstellt und in den Verkehr bringt, muss die regulatorischen Vorgaben beachten. Wie schnell kann ein Zulieferunternehmen aus einer anderen Branche sich darauf vorbereiten?

Die Zulieferer, die jetzt Kapazitäten für Medizinprodukte zur Verfügung stellen, sollen nicht in die Rolle eines Inverkehrbringers kommen. Die rechtlichen Vorgaben, die dafür einzuhalten wären, ließen sich nicht mit der gebotenen Dringlichkeit umsetzen. Es geht vordringlich darum, einem Medizinproduktehersteller für seine zugelassenen Produkte zusätzliche Kapazitäten für die Fertigung zur Verfügung zu stellen. Die etablierten Lieferketten funktionieren zum Teil ja nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt, wie die Blitzumfrage des BVMed vor ein paar Tagen gezeigt hat.

Wie lange sind die Produktionskapazitäten gefragt?

Dazu gibt es derzeit keine konkrete Angabe. Aber wir machen ja gerade die Erfahrung, dass die internationalen Lieferketten in einer Notsituation, wie wir sie jetzt durch die Coronavirus-Pandemie erleben, so nicht mehr funktionieren. Daher gehen wir davon aus, dass es auch darum geht, für die Zukunft Kapazitäten in Europa zu schaffen. Diese würden hoffentlich auch über das Ende der Pandemie gebraucht und genutzt, so dass ein Engagement von Unternehmen in diesem für sie neuen Bereich nicht in wenigen Wochen beendet wäre.


Weitere Informationen

Im Zuge der Coronavirus-Pandemie haben hat der VDMA eine Eilanfrage des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) zur Produktion und Produktionstechnik von Infektionsschutzausrüstungen für den medizinischen Einsatz erhalten. Es handelt sich dabei im Einzelnen um

– Schutzbrillen,
– Vollgesichtsmasken,
– Atemschutzmasken FFP2 und FFP3,
– OP-Masken,
– Schutzkittel,
– Ganzkörperschutzanzüge,
– Einmalhandschuhe sowie
– Materialien zur Probenentnahme und Desinfektionsmittel.

Detaillierte Informationen stehen bereit unter:
www.vdma.org/v2viewer/-/v2article/render/47654435


Kontakt zum VDMA:

VDMA – Arbeitsgemeinschaft Medizintechnik
Corneliusstraße 4
60325 Frankfurt am Main
www.medtec.vdma.org

Ergänzung vom 25. März 2020: Auch Medical Mountains vermittelt Unternehmenskontakte

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