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Forschungsprojekt zur viruziden Wirkung von Hanf in Textilien

Forschungsprojekt zur Eindämmung von Krankheiten
Textilien aus Hanf sollen vor Viren und Bakterien schützen

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Anweben des Hanfgewebes in der Webfabrik Haslach. Von links: Dorian Wessely (Projektmanager im Cleantech-Cluster der Business Upper Austria), Gabriele Ettenberger-Bornberg (Österreichisches Forschungs- und Prüfinstitut OFI), Gerald Beck (GF React GmbH) und Willibald Hack (Webfabrik Haslach) (Bild: Webfabrik Haslach)
Ein neues Forschungsprojekt im Cleantech-Cluster der oberösterreichischen Standortagentur Business Upper Austria will herausfinden, wie die natürlich viruzide Wirkung von Hanf erhalten bleibt, wenn die Fasern zu Textilien verwebt oder verstrickt werden.

Hanf besitzt natürliche viruzide, bakterizide und fungizide Eigenschaften. Die React Oxygen+Sportswear GmbH aus Mondsee, die Schneider GmbH, Eigentümerin der Webfabrik Haslach, und das Österreichischen Forschungs- und Prüfinstitut (OFI) in Wien wollen nun gemeinsam nachweisen, dass Hanf auch in gewebter oder gestrickter Form diese Eigenschaften behält und dafür ein Verfahren entwickeln. Der Cleantech-Cluster der oberösterreichischen Standortagentur Business Upper Austria hat das Projekt „Nope“ initiiert und die passenden Partner zusammengebracht. Nope steht für „Natural-fibre for Prevention“. Das Projekt wird aus Mitteln der oö. Wirtschafts- und Forschungsstrategie #upperVISION2030 vom Land Oberösterreich gefördert.

Einsatz von Hanf in der Medizintechnik und Textilindustrie

Bei positiven Resultaten ergeben sich zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten von Hanf in der Medizintechnik und Textilindustrie. „Ich denke an einen weiterentwickelten Mund-Nasen-Schutz oder an wiederverwendbare Textilien für Sportbekleidung oder für die Lebensmittelbranche, die unter wesentlich milderen Energie- und ressourcenschonenden Bedingungen gereinigt werden können“, sagt Gerald Beck, Geschäftsführer der React Oxygen+Sportswear GmbH und Projektkoordinator bei Nope.

Produktportfolio erweitern

Die React GmbH vertreibt patentierte Hanf-Sportkleidung und kann daher die nachgewiesenen Funktionalitäten auf bestehende Hanfprodukte übertragen. Das Unternehmen produziert außerdem zunehmend unter Nachhaltigkeitsaspekten. „Durch die zusätzlichen positiven Produkteigenschaften könnten wir unser gesamtes Produktportfolio erheblich aufwerten und weitere Anwendungen beispielsweise im Krankenhaus oder bei Arbeitsbekleidung als zusätzliches Geschäftsfeld erschließen“, ergänzt Beck.

Innovationserfahrung fließt ins Projekt

Die Schneider GmbH ist im Projekt – unter anderem – verantwortlich für die Herstellung des Hanfgewebes als Basis für die Werkstoffprüfungen. „Da wir in der Webfabrik Haslach gegenwärtig Baumwolle verarbeiten, können wir vergleichbare Fasern in den Produktionsprozess aufnehmen“, sagt Betriebsleiter Willibald Hackl. „Bei positiven Prüfergebnissen ergeben sich beispielsweise neue Produkte wie gesundheitsschonende Bettwäsche, die Verwendung als Mund-Nasen-Schutz sowie weitere Anwendungen in der Medizintechnik.“ Hackl hat bereits einen baumwollbasierten Mund-Nasen-Schutz entwickelt. Diese Erfahrung wird in das Projekt Nope einfließen.

Professionelle Projektbegleitung

Neben der Initiierung des Projekts und der Zusammenstellung des Projektkonsortiums hat der Cleantech-Cluster (CTC) der oö. Standortagentur Business Upper Austria beim Förderantrag und dessen Einreichung unterstützt sowie das Projektmanagement übernommen. Der CTC fungiert auch als Schnittstelle zu anderen Branchen-Clustern wie dem Medizintechnik- und Lebensmittel-Cluster, um ein Netzwerk für Folgeprojekte in diesen Branchen aufzubauen. „Hanf war und ist ein zukunftsfähiger nachwachsender Rohstoff, dessen intelligenter Einsatz Ressourcen und Energie schont. Aufbauend auf diesem Projekt können vielfältige klimaschonende Wertschöpfungsketten entwickelt und der Produktionsstandort Oberösterreich weiter ausgebaut werden“, begründet CTC-Projektmanager Dorian Wessely sein Engagement.

Nichts Vergleichbares am Markt

Die vorgelagerte gemeinsame Recherche hat übrigens keine vergleichbaren am Markt etablierten Hanf- beziehungsweise Naturfaserprodukte gefunden, deren Funktion, Krankheitserreger zu minimieren oder unschädlich zu machen, wissenschaftlich geprüft wurde. „Das Forschungsinstitut OFI kann mit diesem Projekt nicht nur zusätzliche Referenzen generieren, sondern bestehende Prüfverfahren verbessern, ausbauen und auf weitere Naturfasern adaptieren. Der generierte Wissensaufbau ist für einen externen wissenschaftlichen arbeitenden Dienstleister ein enormer Wettbewerbsvorsprung“, betont Gabriele Ettenberger-Bornberg vom Österreichischen Prüfinstitut.

Mehr zur bioziden Wirkung von Hanf

Naturmaterialien wie Hanffasern sind hydrophil, da die Hydroxylgruppen mit Wasser gut abreagieren. Vor allem Lignin ist dafür verantwortlich, dass das Wasser auch in der Pflanze eingeschlossen wird. Dieser Umstand ist sehr wichtig, da auf absorbierenden Materialien pathogene Keime (beispielsweise auch Viren) nicht so stabil sind wie auf glatten nicht absorbierenden Oberflächen. Ebenfalls von großer Bedeutung sind die antimikrobiellen Eigenschaften, die durch Phenole im Hanf bedingt sind. Zudem wurden sowohl freie als auch veresterte Sterole und Triterpene identifiziert, die antimikrobielle Eigenschaften aufweisen.

Kontakt zur Standortagentur des Landes Oberösterreich:
Business Upper Austria – OÖ Wirtschaftsagentur GmbH
Hafenstr. 47-51
A-4020 Linz
www.biz-up.at

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