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Swiss Medtech stellt Branchenstudie SMTI 2020 vor

Swiss Medtech
Neue Studie belegt Innovations- und Wachstumskraft der Schweizer Medtech-Hersteller

Die Branchenstudie SMTI beleuchtet alle zwei Jahre den Schweizer Medizintechnik-Markt (Bild: Swiss Medtech)
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Anhaltendes Wachstum, hohe Innovationskraft, große Herausforderungen und neue Chancen – das sind die Ergebnisse der Branchenstudie 2020 Schweizer Medizintechnikindustrie (SMTI) von Swiss Medtech in Zusammenarbeit mit der Helbling Gruppe. Basis der zweijährlich veröffentlichten Studie ist eine Umfrage, an der 440 Medtech-Unternehmen teilnahmen.

Die Schweizer Medizintechnikindustrie wächst seit Jahren. Sie beschäftigt rund 63 000 Personen und schuf allein in den letzten zwei Jahren 4500 neue Arbeitsstellen in der Schweiz. Die 1400 Unternehmen erwirtschafteten 2019 einen Umsatz von 17,9 Mrd. CHF. Der Exportanteil liegt mit 12 Mrd. CHF bei 67 %. Importiert hat die Schweiz Medizinprodukte im Wert von 5,9 Mrd. CHF. Die Schweizer Medizintechnikindustrie trägt damit beachtliche 16,4 % zur positiven Handelsbilanz der Schweiz bei.

Schweiz als Investitionsland weiter attraktiv

Wichtigste Handelspartnerin ist unverändert die Europäische Union (EU). Sie nimmt der Schweizer Medizintechnikindustrie 46 % ihrer Exporte ab. Umgekehrt stammen 54 % des in die Schweiz importierten Medtech-Volumens aus der EU. Für das Covid-geprägte Jahr 2020 prognostiziert die Branche vorsichtig einen Umsatzrückgang um 2 %, für das Folgejahr zuversichtlich ein Wachstum von über 8 %. Mehr als zwei Drittel aller Unternehmen planen in den nächsten zwei Jahren Investitionen ausschließlich in der Schweiz beziehungsweise sowohl hierzulande als auch im Ausland. Medizintechnische Kompetenz, stabiles Wirtschaftsumfeld und hohe Arbeitsproduktivität sind die meistgenannten Gründe für Investitionen in der Schweiz. Im Durchschnitt wenden Hersteller 10 % ihres Umsatzes für Forschung und Entwicklung auf.

Neue Rahmenbedingungen – neue Herausforderungen

Mit den zwei neuen europäischen Verordnungen über Medizinprodukte und über In-vitro-Diagnostika (MDR, IVDR) steigen die regulatorischen Anforderungen weiter an. Die Implementierung der neuen Regulierungen ist die meistgenannte Herausforderung für die Unternehmen. Sie zieht tiefgreifende Veränderungen nach sich. Jeder zweite Hersteller gibt an, seine Produktpalette auszudünnen – um bis zu mehr als 20 %. Die Branche rechnet damit, dass die Produktkosten aufgrund der neuen Regulierungsanforderungen um durchschnittlich 8 % ansteigen.

Der technologische Fortschritt und die zunehmende Digitalisierung haben zur Folge, dass vermehrt auch branchenfremde Unternehmen – beispielsweise aus dem Software-Segment – in den Medtech-Markt vorrücken. Diese Entwicklung verschärft den Wettbewerb, bietet Medtech-Unternehmen aber auch Chancen für strategische Allianzen.

Medtech-relevante Trends

Der SMTI 2020 analysiert neu auch Medtech-relevante Trends in den Bereichen Produktinnovation, Herstellungsverfahren, Diagnostik, Therapie und Gesundheitsversorgung. „Werkstoffinnovation“ und „Smart Devices“ sind die meistgenannten Trends unter den Herstellern. Wie in vielen anderen Branchen auch, können sich Medizintechnik-Unternehmen nicht auf ihren bisherigen technischen Fähigkeiten ausruhen. Die Digitalisierung etwa hat auf allen Ebenen Einzug gehalten. Künstliche Intelligenz und Big Data, Sensorik, Robotik, vernetzte Operationssäle, personalisierte Medizin und E-Health stehen stellvertretend dafür.

Hohe Standortattraktivität sichern

Die befragten Unternehmen sehen betreffend Standortattraktivität den größten Handlungsbedarf beim Zugang zu qualifizierten Fachkräften und bei politisch verlässlichen Rahmenbedingungen. Die Antworten haben einen hohen Aktualitätsbezug. Das Abkommen über die gegenseitige Anerkennung von Konformitätsbewertungen (Mutual Recognition Agreement, MRA) zwischen der Schweiz und der EU ist noch nicht aktualisiert, was die Branche in große Bedrängnis bringt. Zudem steht die Volksabstimmung über die Begrenzungsinitiative vor der Tür. Eine Annahme der Initiative am 27. September würde den Fachkräftemangel in der Branche verschärfen, die Rechtsunsicherheit zwischen der Schweiz und der EU auf Jahre hinaus zementieren und folglich die Beziehung zur wichtigsten Handelspartnerin belasten. „Die Schweiz bietet Medtech-Unternehmen traditionell attraktive Rahmenbedingungen. Sie sind essenziell für Erfolg und internationale Konkurrenzfähigkeit. Die hohe Standortattraktivität der Schweiz ist eine Errungenschaft. Sie ist nicht auf alle Zeiten garantiert. Wir müssen Sorge zu ihr tragen“, sagt Peter Biedermann, Geschäftsleiter von Swiss Medtech.

Kontakt zum Schweizer Medizintechnikverband:
Swiss Medtech
Freiburgstr. 3
CH-3010 Bern
Download der Studie: www.swiss-medtech.ch

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