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Neue Studie zu Telemedizin in Europa: Vorteile und Nebenwirkungen

Telemedizin in Europa
Neue Kaspersky-Studie zu Vorteilen und Sicherheitsrisiken

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Neun von zehn medizinischen Einrichtungen in Europa bieten inzwischen Telehealth an (Bild: Kaspersky)
Über 90 % der medizinischen Einrichtungen in Europa bieten laut einer aktuellen Kaspersky-Studie bereits Telemedizin-Angebote an. Personal und Patienten erkennen die Vorteile von Telehealth, sorgen sich aber um den Schutz sensibler Daten.

Die Telemedizin hat durch die Corona-Pandemie einen deutlichen Schub bekommen: 44,9 % der medizinischen Einrichtungen in Europa führten solche Remote-Angebote seitdem ein. 56 % der Gesundheitseinrichtungen planen, ihre Investitionen in Lösungen für Telemedizin und virtuelle Pflegedienste zu erhöhen. Jedoch sorgen sich die Patienten um den Schutz ihrer Daten: 66,7 % der befragten Telehealth-Anbieter hatten bereits den Fall, dass Patienten telemedizinische Dienste aufgrund von Sicherheitsbedenken ablehnten. Allerdings scheinen sich Patienten in der DACH-Region im Vergleich zu Patienten in anderen europäischen Ländern weitaus weniger Gedanken zu machen: Nur 15 % der Studienteilnehmer aus dieser Region gaben an, einen solchen Fall erlebt zu haben.

Digitale Transformation für bessere Gesundheitsversorgung

Kaspersky hat Entscheidungsträger im Gesundheitswesen befragt, um herauszufinden, wie die digitale Transformation der Branche voranschreitet und welche Probleme gelöst werden müssten, um jedem Menschen den Zugang zu einer erschwinglichen, schnellen und hochwertigen Versorgung zu ermöglichen. Demnach sind 64,6 % der Befragten in Europa der Meinung, dass telemedizinische Dienste in den nächsten fünf Jahren den größten Mehrwert für die Gesundheitsbranche beitragen werden; in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind es sogar 90 %. Denn sie erkennen die Vorteile, die Telemedizin bietet – wie beispielsweise eine unmittelbare Erreichbarkeit, weniger Krankheitsübertragungen zwischen Patienten und medizinischem Personal sowie die Möglichkeit, mehr Menschen in einem kürzeren Zeitraum zu helfen.

Telemedizin: Schneller Weg zum Spezialisten

Dieser positive Ansatz findet in der medizinischen Praxis Anklang. 40,5 % (10 % in DACH) der Telehealth-Anbieter sind der Meinung, dass die meisten ihrer Patienten aus Gründen der Bequemlichkeit eher an Fernbehandlungen als an persönlichen Sitzungen interessiert sind. Außerdem sparen moderne Technologien Zeit, Mühe und Geld und bieten die Möglichkeit, sich mit einem erfahreneren Spezialisten zu beraten.

Am häufigsten werden folgende Dienste angeboten:

  • Fernüberwachung von Patienten über tragbare Geräte
  • Synchrone Telemedizin, also die Kommunikation mit Patienten in Echtzeit, einschließlich Videoanruf oder Chat
  • Remote Patient Monitoring (RPM), wie intelligente App-Geräte für Patienten, mit denen Organisationen den Gesundheitszustand eines Patienten aus der Ferne aufzeichnen und überwachen können

Ort und Zeit verliert mit Telemedizin an Relevanz

„Telemedizin ist der Wegbereiter für einen stärker vernetzten Ansatz im Gesundheitswesen“, resümiert Dr. Peter Zeggel, CEO des Telemedizinunternehmens arztkonsultation.de. „Wenn wir Patienten und Ärzte näher zusammenbringen, verändert das die Logik des Gesundheitswesens. Telemedizin wird die Gesundheitsversorgung verbessern, weil Zeit und Ort viel von ihrer aktuellen Relevanz verlieren. Medizinisches Personal und Patienten können von fast überall aus an Videosprechstunden teilnehmen und fortschrittliche medizinische Geräte nutzen.“ Das sei besonders wichtig für ältere, eingeschränkt mobile und chronisch kranke Menschen oder für unterversorgte Regionen, so Zeggel.

Digitale Möglichkeiten und persönliche Bedenken

Dennoch haben 66,7 % der befragten Telemedizinanbieter in Europa Fälle erlebt, in denen Patienten ein Videogespräch mit dem medizinischen Personal abgelehnt haben, wobei 31,0 % angaben, dass sie diese Dienste aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre oder persönlicher Daten ablehnen. Als weitere Gründe wurden ein allgemeiner Mangel an Vertrauen in die Telemedizin allgemein (19,0 %), die mangelnde Bereitschaft, auf Video zu erscheinen (28,6 %) und das Fehlen der richtigen Ausrüstung hierfür (21,4 %) genannt. Es sind jedoch nicht nur Patienten in Europa, die sich Gedanken um ihre Privatsphäre machen: auch 76,2 % (20 % in DACH) der Gesundheitsdienstleister geben an, dass die Kliniken in ihrer Organisation Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes der Patienten bei Fernsitzungen äußern, und nur 30,2 % der Befragten sind sehr zuversichtlich, dass ihre Organisation über die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen verfügen.

Gesundheitswesen muss Cybersicherheitsrisiken einschränken

„Die Sicherheit und das Vertrauen in Telemedizin ist sowohl für Anbieter als auch Nutzer ein Thema“, resümiert Christian Milde, General Manager Central Europe bei Kaspersky. „Der Schutz sensibler Patientendaten muss für jede Organisation oberste Priorität haben, damit Patientendaten wirklich sicher sind und sich die Patienten dementsprechend auch sicher fühlen. Das Gesundheitswesen verfügt über eine Vielzahl an komplexen Prozessen und Anwendungen, die nahtlos ineinandergreifen müssen. Jede Integration von Drittanbietern birgt dabei grundsätzlich ein Cybersicherheitsrisiko. Anbieter entsprechender Dienste sollten daher geeignete Sicherheitsmaßnahmen implementieren, ihr Personal, das diese verwendet, umfassend schulen und auch die Patienten umfassend über die Technik informieren. Denn nur so können die Vorteile, die diese Technologie bringt, genutzt werden.“

Sicherheitslösungen implementieren, Mitarbeiter schulen

Kaspersky-Empfehlungen für einen sicheren Umgang mit Telehealth-Diensten sind:

  • Regelmäßig Sicherheitsschulungen für alle Mitarbeiter durchführen, die Zugang zu persönlichen Daten von Patienten haben
  • Sicherheitslösungen implementieren, die Kontrolle über die komplexe IT-Infrastruktur geben und alle Geräte im Netzwerk schützen
  • Bei medizinischen Geräten handelt es sich um Embedded Systems, die einen dedizierten Schutz wie Kaspersky Embedded Systems Security benötigen
  • Eine Firewall einsetzen, die als Barriere gegen externe Bedrohungen dient. Damit werden Webserver vor verschiedenen Arten von Malware, darunter Viren, Ransomware und Trojaner geschützt
  • Cloud-Software und -Aktivitäten über spezielle Sicherheits-Tools oder -Services schützen
  • Unterstützung durch externe Sicherheitsexperten suchen und Threat Intelligence wie ein externes Cyber Security Operations Center (SOC) nutzen

Zur Kaspersky-Studie: www.media.kasperskycontenthub.com

Kontakt zum Unternehmen für Cybersicherheit:
Kaspersky Labs GmbH
Despag-Str. 3
85055 Ingolstadt
www.kaspersky.de

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