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BVMed zur Compamed/Medica: Medizintechnik bleibt Wachstumsmarkt

BVMed-Branchenzahlen zur Compamed/Medica
Medizintechnik bleibt trotz Corona weltweiter Wachstumsmarkt

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Der BVMed repräsentiert über 230 Hersteller und Zulieferer der Medizintechnik-Branche sowie Hilfsmittel-Leistungserbringer und Homecare-Versorger (Bild: BVMed)
„Der Medizintechnik-Markt wird nach der Corona-Pandemie wieder Fahrt aufnehmen und auch in Zukunft ein weltweiter Wachstumsmarkt bleiben“, prognostiziert BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Deutschland und Europa müssten aber aufpassen, gegenüber den USA und China nicht den Anschluss zu verlieren.

Die Medizintechnik-Branche hat durch den medizintechnischen Fortschritt, den demografischen Wandel und das steigende Gesundheitsbewusstsein starke Wachstumsaussichten“, erklärte der Geschäftsführer des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed), Dr. Marc-Pierre Möll im Vorfeld der medizinischen Leitmesse Medica und der Zuliefermesse Compamed, die vom 15. bis 18. November 2021 in Düsseldorf stattfinden. „Wir müssen den Medizintechnik-Standort Deutschland stärken, Überregulierung abbauen und unseren innovativen Mittelstand fördern. So kann Medtech ein starker Leitmarkt der Zukunft werden, der die Gesundheitsversorgung verbessert, das Gesundheitssystem effizienter macht sowie Wohlstand und Arbeitsplätze sichert“, so Möll.

Medizintechnik-Branche muss von der Politik gestärkt werden

Der BVMed hatte zu Beginn der laufenden Koalitionsverhandlungen gefordert, die Stärkung des Medizintechnik-Standorts Deutschlands in den Koalitionsvertrag aufzunehmen. „Wir brauchen den klaren politischen Willen der neuen Bundesregierung, den Medtech-Standort Deutschland zu stärken, um die Rahmenbedingungen für Forschung, Entwicklung und Arbeitsplätze zu verbessern und die Versorgung der Menschen mit modernen Medizintechnologien sicherzustellen“, erläutert BVMed-Geschäftsführer Möll. In einem 5-Punkte-Papier zu den Koalitionsverhandlungen spricht sich der BVMed unter anderem für eine „Initiative MedTech 2030“, für eine DRG-Zukunftskommission sowie für eine bessere Nutzung der Gesundheitsdaten für die Forschung und Versorgung aus.

Corona-Pandemie bremst Medizintechnik-Weltmarkt aus

Der Weltmarkt für Medizintechnologien beträgt laut BVMed rund 405 Mrd. US-Dollar. Deutschland liegt mit einem Anteil von 9,9 %, nach den USA (38,8 %) noch vor Japan und China an zweiter Stelle. Das englische Marktforschungsunternehmen Evaluate Medtech prognostizierte im Herbst 2018 einen durchschnittlichen Anstieg des weltweiten Medizintechnik-Marktes um 5,6 % von 405 Mrd. US-Dollar im Jahre 2017 über 445 Mrd. US-Dollar im Jahr 2019 auf 595 Mrd. US-Dollar im Jahre 2024. „Dieses prognostizierte Wachstum ist durch die Corona-Pandemie ins Stocken geraten, wird aber in den nächsten Jahren wieder anziehen“, zeigt sich Möll überzeugt.

BVMed-Herbstumfrage: Leichte Erholung nach Corona-Krisenjahr

In der diesjährigen Herbstumfrage des BVMed zeigte sich die Medizintechnik-Branche von den starken Umsatzeinbrüchen im Corona-Krisenjahr 2020 leicht erholt. Nach einem Umsatzrückgang von 2,1 % im Vorjahr erwartet die Branche in diesem Jahr in Deutschland ein Umsatzwachstum von 3,0 %, weltweit von 3,1 %. Das Vor-Corona-Niveau mit einem Wachstum von 4,2 % im Inland und 5,8 % weltweit ist aber noch lange nicht erreicht. Die Gewinnsituation der Unternehmen ist durch gestiegene Rohstoff- und Logistikkosten dagegen stark angespannt. „Dennoch bleibt die Branche ein Jobmotor, die Zahl der Arbeitsplätze steigt weiter“, so Möll.

Gute Berufsaussichten in der Medtech-Branche

Trotz der schwierigen Bedingungen versuchen die befragten Medtech-Unternehmen, ihr Personal zu halten. Nur 10 % der Unternehmen sind gezwungen, in diesem Jahr Arbeitsplätze abzubauen. 48 % halten ihr Personal. 38 % schaffen sogar zusätzliche Arbeitsplätze, so der Bundesverband BVMed. Und auch die Berufsaussichten für Fachkräfte in der Medtech-Branche sind nach wie vor ausgezeichnet. Gesucht wird vor allem Fachpersonal aus den Bereichen Ingenieurwissenschaften, Medizintechnik, Naturwissenschaften, Informatik und Pflege.

Auswirkungen der EU-MDR auf Medtech-Markt

Der mit Abstand größte Bremser der künftigen Medtech-Entwicklung bleibt nach der BVMed-Herbstumfrage die EU-Medizinprodukte-Verordnung (MDR). Hier fordert die Branche mehr Ressourcen für Zertifizierungsprozesse und schnelle und pragmatische Lösungen vor allem für bewährte Bestands- und Nischenprodukte. Dr. Marc-Pierre Möll abschließend: „Deutschland braucht eine forschungsstarke, leistungsfähige, wirtschaftlich gesunde und international wettbewerbsfähige Medizintechnik-Branche. Wir bieten der nächsten Bundesregierung eine enge Zusammenarbeit an, um diese Ziele gemeinsam zu erreichen.“

Kennzahlen der Medizintechnik-Branche

  • Medtech-Unternehmen beschäftigen in Deutschland über 235 000 Menschen
  • Medizintechnik-Branche ist stark mittelständisch geprägt. 93 % der Medtech-Unternehmen beschäftigen weniger als 250 Mitarbeiter
  • Branche ein wichtiger Treiber des medizinischen Fortschritts. Im Durchschnitt investieren Medtech-Unternehmen rund 9 % ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung
  • Deutsche Medizintechnik ist auf dem Weltmarkt erfolgreich: Die Exportquote lag im Jahr 2020 bei rund 65 %. Der Umsatz liegt bei rund 34 Mrd. Euro.

Weitere Informationen zur Branche: www.bvmed.de/branchenbericht

Kontakt zum Verband:
BVMed Bundesverband Medizintechnologie e.V.
Reinhardtstr. 29 b
10117 Berlin

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