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Außenwirtschaftstag ruft zur Stärkung von Freihandel und Export auf

Außenwirtschaftstag 2021
Aus der Corona-Krise darf keine Protektionismus-Krise werden

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Viele Länder müssen zum Überwinden der Pandemie ihre Gesundheitssysteme weiter auszubauen. Dabei ist auch Medizintechnik aus Deutschland gefragt (Bild: Yakobchuk_Olena/stock.adobe.com)
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Vertreter der Medizintechnik-, Pharma- und Labortechnikbranche sowie der Politik diskutierten auf digitaler Bühne über das „New Normal“ in der Exportwirtschaft. Fazit des Außenwirtschaftstags 2021: Im internationalen Wettbewerb braucht es Flexibilität und Mut zu Innovationen – und keinen Protektionismus.

Die tiefgreifenden Marktauswirkungen der Corona-Pandemie und die Chancen durch digitale Produkte und Prozesse standen im Mittelpunkt des Außenwirtschaftstages 2021. Auf Einladung des Industrieverbandes Spectaris und des Auswärtigen Amtes – gemeinsam mit BAH, GHA, vfa und ZVEI sowie der GTAI und der Exportinitiative Gesundheitswirtschaft – kamen zahlreiche Stakeholder aus Politik und Wirtschaft in diesem Jahr rein digital zusammen, um gemeinsam über die aktuellen Herausforderungen beim Export im Lichte der Corona-Pandemie zu diskutieren. Die deutschen Unternehmen aus der Medizintechnik-, Pharma- und Labortechnikbranche sind weltweit präsent. Ein wichtiger Grundpfeiler für ihren Erfolg ist die Netzwerkbildung auf Auslandsmärkten.

Deutsche Gesundheitsprodukte auf Weltmärkten begehrt

Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Niels Annen, betonte zur Eröffnung der Veranstaltung die Wichtigkeit eines gemeinsamen Handelns von Wirtschaft und Politik, um gestärkt aus der Pandemie hervorzugehen. Unternehmen müssten sich in Zukunft zusätzlichen Herausforderungen wie einem wachsenden Protektionismus, Reisebeschränkungen und anderen Barrieren stellen. Effizientere und resilientere Lieferketten seien daher das Gebot der Stunde. „Deutsche Gesundheitsprodukte sind wegen ihrer ausgezeichneten Qualität, ihrer Sicherheitsstandards und ihrer hohen Datensicherheit auf den Weltmärkten begehrt. Sie genießen das Vertrauen von Ärzteschaft und Patienten. Auch in Zukunft werden das Auswärtige Amt und seine Auslandsvertretungen zusammen mit unseren Partnern Ihre Unternehmen gerne bei ihren Auslandsaktivitäten beraten, begleiten und unterstützen,“ betonte Annen.

Deutsche Hersteller müssen wettbewerbsfähig bleiben

Unter dem diesjährigen Motto „(Post-) Corona Weltspiegel: The new normal“ standen wichtige Zielländer wie Brasilien, China, Frankreich, Russland, USA sowie die Vereinigten Arabischen Emirate im Fokus der Diskussionsrunden. Dabei wurde in den zahlreichen teils parallel geführten Online-Sessions schnell klar: Auf dem Weg zurück zu einer „neuen Normalität“ im internationalen Wettbewerb braucht es vor allem Flexibilität und Mut zu Innovationen. Viele Staaten versuchen aktuell ihre Gesundheitssysteme, die einen wichtigen Pfeiler für die Überwindung der Pandemie darstellen, weiter auszubauen. Gleichzeitig herrscht großer Kostendruck – hier müssen deutsche Hersteller wettbewerbsfähig bleiben.

Wachstumsmarkt China für deutsche Hersteller interessant

Für die Zukunft der deutschen Analysen-, Bio- und Labortechnik in den Vereinigten Arabischen Emiraten zogen die Branchenexperten in ihrer Online-Session eine vorsichtig positive Bilanz: Deutsche Labortechnikunternehmen weisen dort ein gutes Standing vor, die starke Konkurrenz aus China fordere jedoch stärkere Innovationstätigkeit, um im Preiskampf langfristig mithalten zu können. Das rasante Wachstum des chinesischen Gesundheitssektors, beispielsweise mit dem Aufkommen privater Krankenversicherungen, bot in der parallel stattfindenden China-Session Anlass zum Optimismus für deutsche Medizintechnikunternehmen. Doch Chinas Autarkie-Bestrebungen werden vermutlich den Bewegungsfreiraum kleinerer und mittlerer Unternehmen aus Europa, die keine Partnerschaften mit lokalen Unternehmen eingehen, langfristig einschränken.

Chancen auch in Frankreich und den USA

In der Online-Session zu Chancen der deutschen Medizintechnik in Frankreich wurden die vielversprechenden staatlichen Investitionsmaßnahmen im französischen Gesundheitsmarkt gelobt, es wurde jedoch zu mehr Effizienz im Beschaffungswesen aufgerufen, um besser auf zukünftige Pandemien vorbereitet zu sein. Das USA-Forum beantwortete die Frage, ob der US-amerikanische Gesundheitsmarkt noch immer für deutsche Unternehmen essentiell sei, mit einem klaren „Ja“, auch wenn eine gute Vorbereitung vor Markteintritt unerlässlich bleibt.

Schlüsselbranchen brauchen praxistaugliche und rechtssichere Vorgaben

Trotz überwiegend positivem Stimmungsbild aus den jeweiligen Zielmärkten – eine Befürchtung dämpfte beim Außenwirtschaftstag die Aussichten: Im Zuge einer sich dem Ende neigenden Pandemie greifen viele Länder zu mehr protektionistischen Maßnahmen zur Stärkung der eigenen Binnenwirtschaft. Spectaris-Geschäftsführer Jörg Mayer sieht solche Tendenzen als große wirtschaftspolitische Unsicherheit: „Es darf aus einer Corona-Krise nun keine Protektionismus-Krise werden. Unsere Schlüsselbranchen brauchen praxistaugliche, transparente und rechtssichere Vorgaben im Bereich Trade Compliance, Zoll, Exportkontrolle und vor allem gezielte Exportfördermaßnahmen. Eine einschränkende Außenpolitik unter Anwendung von Strafzöllen wirkt dem aktiv entgegen, erschwert die Planbarkeit und muss aufhören.“

Weiter für Freihandel und Export einsetzen

Die Handelskonflikte zwischen den USA und China, aber auch der Brexit zeigen, dass die exportstarken Branchen der Gesundheitswirtschaft von der politischen Großwetterlage besonders betroffen sind. Daher war ein wichtiges Ergebnis des Tages das eindeutige Bekenntnis seitens Politik und Wirtschaft, sich auch in den herausforderden Zeiten der Pandemie weiter gemeinsam für Fortbestand und Stärkung von Freihandel und Export einzusetzen.

Kontakt zum Industrieverband:
Werderscher Markt 15
10117 Berlin
www.spectaris.de

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