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Der Fußboden daheim passt auf

Schutz vor Einbrechern: berührungsempfindliche Trittfläche
Der Fußboden daheim passt auf

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Ein berührungsempfindlicher Fußboden erkennt von allein, wenn ein Mensch ihn betritt. Damit bietet er in der Urlaubszeit Schutz vor Einbrechern. Darüber hinaus registriert die Technologie, wenn Menschen stürzen und Hilfe benötigen.

Urlaubszeit ist Einbruchszeit. Wenn Menschen verreisen und Wohnungen verwaist sind, steigen Einbrecher durch schlecht gesicherte Fenster und Türen ein. 2013 wurde nach Angaben der Polizeilichen Kriminalprävention, einem Informationsprogramm der Länder und des Bundes für die Bevölkerung in Deutschland, durch Einbrüche in der Urlaubszeit bundesweit ein Schaden von 39,4 Mio. Euro verursacht. Die Polizei rät deshalb regelmäßig vor Beginn der Reisezeit, Türen und Fenster gut zu sichern. Doch Schutz bietet auch eine Technologie ganz anderer Art: der CapFloor, ein berührungsempfindlicher Fußboden, der wahrnimmt, wenn ein Mensch ihn betritt. Steigt ein Einbrecher in ein Haus ein, lösen Sensoren im Boden Alarm aus. „Mitte kommenden Jahres wollen wir ihn in Kooperation mit einem Industrieunternehmen als Produkt auf den Markt bringen“, sagt Dr. Reiner Wichert vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD in Darmstadt. Unter seiner Leitung hat ein Forscherteam die intelligente Trittfläche entwickelt.

Die Basis des berührungsempfindlichen Bodens ist ein Gitter aus einfachen Drähten, das unter dem Parkett oder Teppich montiert wird. Die Drähte werden von einem sehr schwachen elektrischen Feld umgeben. Bewegt ein Mensch seinen Fuß hindurch, ändert sich das elektrische Feld in diesem Bereich. Für die Gesundheit ist dies risikolos: Während zum Beispiel Touchpads in Laptops mit Spannungen von bis zu 20 V arbeiten, nutzt CapFloor lediglich etwa eineinhalb Volt. Das System meldet eine Bewegung – beispielsweise beim Einbruch, wenn das Haus verlassen und verschlossen ist. Ganz gleich über welchen Weg ein Dieb in ein unbewohntes Haus einsteigt, sobald er den Boden berührt, gibt es Alarm. Je nach Wunsch des Besitzers kann das System dann über die Haustechnik eine Sirene auslösen oder eine Warnmeldung an ein Smartphone oder einen Sicherheitsdienst absetzen.
Die Entwicklung des Fraunhofer IGD eignet sich auch für andere Anwendungen. „Zunächst wollten wir erkennen, ob ein Mensch gestürzt ist“, sagt Wichert. „Doch uns wurde schnell klar, dass ein solches System mehr kann.“ So lässt sich die Technologie einfach im bestehenden Schaltschrank mit der Gebäudetechnik verbinden, etwa mit der Licht- oder Heizungssteuerung. Betritt eine Person einen Raum, geht das Licht von alleine an. Verlässt sie das Zimmer, wird das Licht gelöscht. Zudem fährt automatisch die Raumheizung herunter, wenn sich länger niemand im Raum aufhält. Weitere Funktionen sind Warnmeldungen per SMS: zum Beispiel, wenn Kleinkinder nachts das Bett verlassen oder wenn sich im Haus länger nichts mehr bewegt hat und der Herd trotzdem noch eingeschaltet ist. In einem Pilotprojekt werden aktuell über 30 Appartements und Wohngemeinschaften für Demenzkranke mit der Technologie ausgestattet.
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