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Internet of Medical Things (IoMT) senkt Gesundheitsrisiken und -kosten

Internet der medizinischen Dinge (IoMT)
Vorteile digitaler Healthtech-Lösungen nutzen

Bittium_IoMT
IoMT unterstützt bei der Überwachung chronischer Krankheiten sowie bei vorbeugenden Gesundheitsmaßnahmen
(Bild: Bittium)
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Das Internet der Dinge ist auch in der Gesundheitsbranche angekommen: Prävention und Diagnostik profitieren von der Technologie. Fernbehandlungsoptionen bieten zudem Vorteile für Ärzte und Patienten.

Santtu Remes
Bittium, Oulu/Finnland

Das sich schnell entwickelnde Internet der medizinischen Dinge (IoMT), eine vernetzte Infrastruktur aus Geräten, Softwareanwendungen und Gesundheitsdiensten, hat bereits erste Beweise dafür geliefert, wie es dazu beitragen kann, wichtige Herausforderungen zu bewältigen, denen sich das Gesundheitssystem heute gegenübersieht. Dies gilt sowohl für den Mangel an medizinischem Personal – insbesondere in ländlichen Gebieten oder in medizinischen Krisenszenarien – als auch für das Management chronischer Krankheiten sowie vorbeugende Gesundheitsmaßnahmen und führt letztendlich zu niedrigeren Kosten für eine höhere Qualität der Versorgung.

Diese Überlegungen haben eine allgemeine Relevanz für die heutige Gesundheitsbranche. Noch deutlicher werden sie in gesundheitsbezogenen Krisensituationen wie der aktuellen Covid-19-Pandemie.

Inhaltsverzeichnis

1. Wachsende Akzeptanz von IoMT
2. Beispiel 1: Prävention durch Früherkennung
3. Beispiel 2: Risiken für Infektionen (HAIs) senken
4. Beispiel 3: KI unterstützt medizinisches Personal und Diagnosegenauigkeit
5. Beispiel 4: Gesundheitskosten senken
6. Beispiel 5: Dem Mangel an medizinischem und Pflegepersonal entgegenwirken

Wachsende Akzeptanz von IoMT

Ein Bericht von Deloitte prognostiziert, dass der IoMT-Marktwert bis 2022 von 41,2 Milliarden US-Dollar auf 158,1 Milliarden US-Dollar steigen wird. Dies zeigt einen deutlichen Trend sowohl beim technischen Fortschritt der Lösungen als auch bei der beschleunigten Akzeptanz und Nutzung durch Mediziner und Anwender. Geräte, mit denen Verbraucher Biosignale und Indikatoren für Erkrankungen überwachen können, haben inzwischen ein Maß an Genauigkeit und Sicherheit erreicht, das dem Niveau von Geräten entspricht, die früher nur in Kliniken und Arztpraxen verwendet wurden.

Ein weiterer Grund für die wachsende Beliebtheit ist, dass die heutigen Geräte immer anwenderfreundlich und leichter bedienbar sind, sodass Patienten oder Konsumenten sie unabhängig von medizinischem Fachpersonal verwenden können. Somit erweitert das IoMT die Reichweite von Ärzten, und gerade chronisch Erkrankte oder Personen mit Gesundheitsrisiken können unabhängiger und sicherer ihren Alltag bewältigen. Der finnische Medizintechnik-Spezialist Bittium aus Oulu macht an fünf Beispielen die Vorteile sichtbar.

Beispiel 1: Prävention durch Früherkennung

Moderne Medizintechnikgeräte ermöglichen es Patienten, ihre Biosignale, wie Herz-Kreislaufwerte oder neurophysiologische, Atemwegs- und Stoffwechselerkrankungen (wie Diabetes) zu überwachen, und bieten die Möglichkeit, diese Daten sicher mit ihren Ärzten zu teilen. Dies kann buchstäblich Leben retten, wie das Beispiel der Schlaganfallprävention zeigt: Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist der Schlaganfall mit einer jährlichen Sterblichkeitsrate von etwa 5,5 Millionen und einer Mortalität von bis zu 50 Prozent der Betroffenen die zweithäufigste Todesursache weltweit.

Überlebende tragen zudem häufig chronische Behinderungen davon. Bis zu 80 Prozent der Schlaganfälle könnten jedoch durch Überwachung der Hauptrisikofaktorenarterielle Steifheit, Vorhofflimmern (AFib) und Bluthochdruck verhindert werden.

Beispiel 2: Risiken für Infektionen (HAIs) senken

Sogenannte mit dem Gesundheitswesen verbundene Infektionen (HAIs – healthcare associated infections) sind Komplikationen, die infolge einer medizinischen Behandlung auftreten können und durch Mikroorganismen wie Bakterien und Viren verursacht werden. Das Europäische Zentrum für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (ECDC) schätzt, dass jedes Jahr europaweit neun Millionen Fälle von HAIs auftreten.

Eine Ansteckung kann für Risikogruppen mit bereits bestehenden oder chronischen Erkrankungen lebensbedrohlich sein. Wenn diese Patienten nicht mehr in kurzen Abständen in eine Klinik oder Arztpraxis gehen müssen, um ihren Zustand zu überwachen, sondern die meisten Kontrollen auf Fernüberwachung umstellen, wird dieses das Risiko erheblich gesenkt. Dies gilt für jede Grippesaison, aber besonders in einer Krise wie der aktuellen Covid-19-Pandemie.

Beispiel 3: KI unterstützt medizinisches Personal und Diagnosegenauigkeit

Durch die Verwendung von immer mehr vernetzten medizinischen Geräten werden Gesundheitsdienstleister und Patienten durch eine wachsende Fülle gesammelter Gesundheitsdaten unterstützt. Künstliche Intelligenz (KI) und algorithmus-basierte Datenanalysefunktionen ermöglichen die Entwicklung neuer Anwendungen. KI-basierte Technologie wird auch in medizinischen Geräten angewendet, um die Beurteilung und Diagnose von Patienten zu unterstützen.

Beispielsweise können Lösungen mit KI-Fähigkeiten bereits heute die Genauigkeit der Erfassung erkannter Arrhythmien, wie beispielsweise Vorhofflimmern, bei einer großen Patientenpopulation erheblich erhöhen, indem die Anzahl falsch positiver Befunde verringert wird. Dies ersetzt zwar nicht den Bedarf an Ärzten, kann jedoch die Diagnosequalität unterstützen und den Zeit- und Arbeitsaufwand für medizinisches Personal verringern.

Beispiel 4: Gesundheitskosten senken

Die heutige intelligente Gesundheitstechnologie hat das Potenzial, grundlegende gesellschaftliche Herausforderungen wie die Überalterung der Bevölkerung sowie die steigenden Kosten für die Gesundheitsversorgung zu bewältigen. Die Lösungen ermöglichen genauere Diagnosen und eine effiziente personalisierte Betreuung bei gleichzeitig reduzierten Kosten. Gesundheitsdienstleister und Fachkräfte werden zudem bei der oft mühsamen, aber notwendigen administrativen und datenbezogenen Arbeit entlastet und können so mehr Zeit in die Pflege und Beratung ihrer Patienten investieren.

Die Überwachung von Biosignalen und Indikatoren für Erkrankungen sowie präventive Maßnahmen reduzieren nicht nur die medizinischen Risiken und können Leben retten. Sie verringern auch die Wahrscheinlichkeit eines Krankenhausaufenthaltes und die Notwendigkeit teurer Behandlungen. Eine vom Beratungsunternehmen McKinsey in Zusammenarbeit mit der Deutschen Managed Care Association (BMC) erstellte Studie schätzt, dass 2018 bei vollständiger Digitalisierung des deutschen Gesundheitssystems potenzielle Kosteneinsparungen von bis zu 34 Milliarden Euro erzielt hätten werden könnten.

Beispiel 5: Dem Mangel an medizinischem und Pflegepersonal entgegenwirken

Digitale Lösungen können nicht nur Kosten senken, sondern auch dazu beitragen, eine weitere große Herausforderung zu bewältigen. Alle beschriebenen Maßnahmen – von der Fernüberwachung medizinischer Werte, über AI-basierte Diagnoseunterstützung, bis hin zur Verringerung der Wahrscheinlichkeit eines Krankenhausaufenthaltes – können den wachsenden Personalmangel im Gesundheitsbereich lindern.

Insbesondere in ländlichen Gebieten kann der Bedarf an medizinischem und Pflegepersonal häufig nicht gedeckt werden. Chronische Krankheiten und eine alternde Bevölkerung tragen zu diesem Problem bei. Ein wachsendes „Internet der medizinischen Dinge“ mit all seinen Vorteilen kann helfen, dieser Herausforderung entgegenzuwirken.


Kontakt zum Unternehmen:

Bittium Corporation
Ritaharjuntie 1
FI-90590 Oulu
Tel.: +358 40 344 2000
Website: www.bittium.com


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