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Wie Hans es doch noch lernt

Sportwissenschaft: Motorische Fähigkeiten im Alter
Wie Hans es doch noch lernt

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Trainingswissenschaftler der Universität des Saarlandes erforschen, wie sich die kognitiven und motorischen Fähigkeiten im Laufe des Lebens verändern. Sie wollen dabei herausfinden, wie ältere Menschen neue Abläufe besser erlernen können.

„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans dann eben langsamer“, könnte heute das Sprichwort lauten. Denn auch ältere Menschen können neue Dinge aufnehmen, nur eben nicht so schnell. Dieses Phänomen wird als ‚motor slowing down‘ bezeichnet“, sagt Stefan Panzer, Professor für Trainingswissenschaft der Universität des Saarlandes. Unklar sei bisher allerdings, ob das verlangsamte Lernen auf alle neuen Herausforderungen im Alter zutrifft oder nur auf bestimmte Aufgaben.

Durch die rasante technologische Entwicklung müssten sich heute auch ältere Menschen ständig auf veränderte Umgebungen einstellen. „Jedes neue Auto hat andere Bedienelemente am Armaturenbrett, auf die man sich anfangs stark konzentrieren muss. Noch schneller entwickelt sich die Informationstechnologie, für die ältere Menschen manchmal erst die motorischen Fähigkeiten erlernen müssen, um die immer kleineren Geräte zu bedienen“, nennt Panzer als Beispiel. Gemeinsam mit einem internationalen Forscherteam will er herausfinden, wie ältere Menschen neue Funktionen erlernen und welche Rolle dabei ihre Beweglichkeit und geistige Aufnahmefähigkeit spielt.
In Lernexperimenten wollen die Forscher das Verhalten von Jugendlichen, Menschen mittleren Alters und Senioren miteinander vergleichen. Dabei werden auch neurophysiologische Methoden wie Hirnstrommessungen angewendet. Außerdem wollen die Wissenschaftler den beruflichen Hintergrund und Lebensstil der Menschen in die Auswertungen einbeziehen. „Ältere Menschen haben einen großen Erfahrungshorizont und viele Kenntnisse aus ihrem Beruf, aber oft nicht aus den Bereichen, die heute in der technisierten Welt wichtig sind. Einem Uhrmacher, der präzise Bewegungen gewohnt ist, wird die Bedienung eines Touchscreens leichter fallen als etwa einem Bauarbeiter“, sagt Panzer.
Mit ihren dabei gewonnenen Erkenntnissen wollen die Forscher Konzepte entwickeln, wie neue Aufgaben und technische Anforderungen altersgerecht vermittelt werden können. Außerdem wollen sie nach Wegen suchen, wie man Arbeitsplätze differenzierter ausgestalten kann, um sie besser auf die verschiedenen Lebensphasen der Beschäftigten anzupassen. Am dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit insgesamt rund 800 000 Euro geförderten Projekt sind Wissenschaftler der Michigan State University (USA), der Universität Twente in Enschede (Niederlanden), der Jacobs Universität in Bremen und der Trainingswissenschaft an der Universität des Saarlandes beteiligt.
Weitere Informationen: trainingswissenschaft.uni-saarland.de
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