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Per Foto zum Essensinsulin

Diabetes: Neuartige Diabetes-App fürs Smartphone
Per Foto zum Essensinsulin

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Eine App für Smartphones berechnet automatisch den Kohlenhydrat-Gehalt einer Mahlzeit. Das Programm namens „Go-Carb“ ermöglicht es Diabetikern, ihre Mahlzeiten besser zu planen und ihren Blutzucker einfacher zu kontrollieren.

Von Diabetes mellitus sind weltweit schätzungsweise 366 Millionen Menschen betroffen – Tendenz steigend: Bis zum Jahr 2030 sollen es laut Schätzungen der internationalen Diabetes-Föderation (IDF) 500 Mio. Menschen weltweit sein. Die IDF spricht daher von einer „Epidemie des 21. Jahrhunderts“.

Diabetiker müssen mit Medikamenten ihre erhöhten Blutzuckerwerte kontrollieren und zudem ihre Mahlzeiten so planen, dass nach dem Essen der Blutzuckerspiegel nicht zu stark ansteigt. Die Menge an Kohlenhydraten in einer Mahlzeit – beispielsweise Stärke und verschiedene Zucker – ist dabei die wichtigste Bestimmungsgröße für den Blutzuckeranstieg nach dem Essen.
Im Rahmen einer Insulintherapie wird der Anstieg des Blutzuckers nach der Zufuhr von Kohlenhydraten durch das Spritzen des Hormons Insulin wieder gesenkt – das sogenannte Essensinsulin. Die korrekte Dosis Essensinsulin lässt sich zwar anhand der Menge an Kohlenhydraten berechnen. Nun ist es aber selbst für gut geschulte Diabetiker schwierig, den Kohlenhydratgehalt einer Mahlzeit genau genug abzuschätzen.
Hier setzt Go-Carb an: Die mobile Applikation unterstützt Diabetiker darin, die Kohlenhydrate in Mahlzeiten zu bestimmen und die entsprechende Dosis Essensinsulin festzulegen. Das Smartphone-basierte System erkennt dabei die Nahrungsmittel auf einem Teller anhand von Fotos einer Smartphone-Kamera und schätzt deren Kohlenhydratgehalt ab. Daraus errechnet die App wiederum automatisch das Essensinsulin.
Go-Carb ist ein vierjähriges internationales Forschungsprojekt unter der Leitung von Dr.-Ing. Stavroula Mougiakakou vom Artorg Center for Biomedical Engineering Research der Universität Bern und Prof. Peter Diem von der Universitätspoliklinik für Endokrinologie, Diabetologie und Klinische Ernährung. Das Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit Roche Diagnostics entwickelt und wird von der Europäischen Kommission im 7. Forschungs-Rahmenprogramm finanziert.
„Wir wollen die personalisierte Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus verbessern“, sagt Stavroula Mougiakakou. „Es gibt zwar bereits Apps, die den Kohlenhydratgehalt einer Mahlzeit einschätzen helfen. Aber dort müssen die Nahrungsmittel manuell erfasst werden, oder die Programme bieten keine Berechnung des Essensinulins an.“
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