Absatzmarkt: Made in Germany ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten begehrt Oasen im Wüstensand - medizin&technik - Ingenieurwissen für die Medizintechnik

Absatzmarkt: Made in Germany ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten begehrt

Oasen im Wüstensand

Anzeige
Made in Germany ist im arabischen Raum so gefragt wie nie. Vor allem die Vereinigten Arabischen Emirate haben sich für deutsche Unternehmen zu einem interessanten Absatzmarkt und kostengünstigen Produktionsstandort entwickelt.

Mit einer speziell für Fußball konzipierten Fräseinlage im Sportschuh spielen neuerdings Profis des renommierten Erst-Liga-Clubs Al-Ahli in Dubai. Die Einlagen der Bauerfeind AG aus Zeulenroda in Thüringen stützen den Fuß, stabilisieren das Sprunggelenk und reduzieren den Stollendruck. „Das ist ein gutes Konzept“, hatte Mannschaftsarzt Dr. Human geurteilt und ausgewählte Spieler zur Fußdruckmessung gebeten: Messsohlen in die Sportschuhe legen, wie gewohnt reinschlüpfen und eine Runde laufen – eine Fußdruckmessung ist relativ schnell durchgeführt. „Das digitale Messsystem MediLogic misst während der Bewegung die Kraftverteilung unter den Füßen, errechnet die Druckbelastungen und stellt diese grafisch dar“, erläutert Olaf Glindemann. Der Produktspezialist besprach vor Ort mit den Fußballern die Ergebnisse und erläuterte die Funktion der Fräseinlage. „Die Einlage entlastet den Vorfuß, führt den Mittel- und Rückfuß und aktiviert die Muskulatur“, erklärte Olaf Glindemann den Kickern von Al-Ahli, die auch in diesem Jahr um die Meisterschaft in der höchsten Fußballliga der Vereinigten Arabischen Emirate kämpfen. Nach der Fußdruckmessung im Al-Ahli-Club fertigte Olaf Glindemann vor Ort die Einlagen individuell für jeden Spieler.

Seit Ende vergangenen Jahres ist der Hersteller von medizinischen Hilfsmitteln mit einer Niederlassung in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten vertreten. Der Standort mit Präsentations- und Schauräumen sowie einer Akademie befindet sich mitten in Dubai Health Care City, einer etwa 125 Hektar großen Zone für medizinische Einrichtungen aller Art. Das Areal soll mit rund 350 Kliniken und gesundheitsbezogenen Einrichtungen sowie Hotels, Apartmenthäusern und Versorgungsbetrieben die weltweit größte „Medizinstadt“ werden und neben gesundheitlichen Dienstleistungen auch Forschung und Entwicklung nach internationalen Standards anbieten.
„Dubai als internationale Drehscheibe und bedeutendes Handelszentrum in der Golfregion ist für uns der ideale Standort in den Vereinigten Arabischen Emiraten“, erklärt Vorstandsvorsitzender Prof. Hans B. Bauerfeind den Schritt nach Nahost. Das Familienunternehmen produziert neben medizinischen Kompressionsstrümpfen auch Bandagen, Orthesen, orthopädische Einlagen und prothetische Passteile. Das Unternehmen beschäftigt weltweit 1800 Mitarbeiter in 15 Tochtergesellschaften. „Wir setzen auf Qualität made in Germany und hochwertige Produkte, die stets den neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechen“, so Prof. Bauerfeind. Dies werde von Kliniken und Ärzten in den Vereinigten Arabischen Emiraten honoriert.
Die staatlichen und privaten Akteure im Gesundheitswesen der arabischen Erdölländer verfügen vielfach über genügend Kapital, um in Medizintechnik, Gebäude und Fachpersonal zu investieren. Die Investitionsbereitschaft zeigte sich auch auf der Arab Health, die Ende Januar in Dubai stattfand. Während andere Immobilienprojekte in der Region erheblich unter der Krise litten, sei bisher kein Krankenhausprojekt abgesagt oder zeitlich gestreckt worden, sagte Simon Page von der IIR Middle East, die die Messe organisiert. Die Golfländer setzten weiter auf den Ausbau der Basisinfrastruktur, und der Bereich Gesundheit sei ein Schlüsselsektor im Rahmen dieser langfristigen Strategie.
Die Nachfrage nach medizinischer Ausrüstung und Geräten wächst, der Besucherandrang bescherte der Arab Health Rekordzahlen. Allein am ersten Tag kamen 20 % mehr Interessierte als vor einem Jahr. Die Zahl der Aussteller aus insgesamt 60 Ländern belief sich auf 2300. Unter den deutschen Medizintechnikherstellern hat sich die Messe in Dubai als wichtiger Event etabliert. Sie gilt nach der Medica in Düsseldorf als die weltweit zweitgrößte Fachausstellung der Medizintechnik- und Gesundheitsbranche. Daneben ist die Messe der bedeutendste Marktplatz für die arabischen und asiatischen Länder wie Indien und China. Der bedeutendste Wirtschaftspartner der VAE im Gesundheitssektor ist und bleibt jedoch Deutschland. Rund 400 deutsche Aussteller – mit Abstand die stärkste Fraktion der ausländischen Aussteller und 15 % mehr als im vergangenen Jahr – sprechen für sich.
Auch der Berliner Medizintechnikhersteller World of Medicine (WOM) intensiviert seine Vertriebsaktivitäten im Mittleren Osten und präsentiert auf der Arab Health seine neue Medical-HD-Kamerageneration für schonende Operationen. „Die nächsten beiden Jahre sind für die Medizintechnik von großer Unsicherheit geprägt“, erklärt CEO Peter P. Wiest den Schritt nach Nahost. „Wir reagieren jedoch nicht mit Entlassungen oder Lohnkürzungen, sondern setzen auf bewusste Investitionen und Innovationen“. Dazu gehöre auch der Ausbau der Vertriebsaktivitäten in den arabischen Golfstaaten. „Diese Staaten investieren weiterhin viel Geld, um unabhängiger von der Ölförderung zu werden“, so Wiest.
Das mittelständische Unternehmen mit rund 210 Mitarbeitern und einem Umsatz von rund 36 Mio. Euro weltweit ist seit vielen Jahren über Händler in der Region geschäftlich aktiv. „Erfahrung im Umgang mit den Geschäftspartnern vor Ort ist wichtig“, weiß Peter P. Wiest. „Die kulturellen Unterschiede sind nicht zu unterschätzen. Als mittelständisches Unternehmen können wir nicht die notwendigen Kontakte aufbauen und pflegen, um direkt an Krankenhäuser zu vertreiben. Daher arbeiten wir vor Ort mit Fachhändlern und Großkunden zusammen.“
Aus deutscher Sicht ist die Region ein interessanter Absatzmarkt für Medizintechnik. Das gilt nicht nur für die reine Lieferung von Waren, sondern auch für Know-how-Transfer durch Dienstleistungen und Ausbildung. Die deutschen Lieferungen von medizinischen Geräten in die Vereinigten Arabischen Emirate erreichten von Januar bis Oktober 2008 rund 59,5 Mio. Euro. Größtes Abnehmerland war im gleichen Zeitraum Saudi-Arabien mit einem Volumen von 103,5 Mio. Euro. Die Lieferungen auf die gesamte Arabische Halbinsel bezifferte das Statistische Bundesamt mit insgesamt rund 206 Mio. Euro.
Auch den deutschen Maschinenbauern bieten die Wachstumsmärkte der arabischen Golfstaaten wichtige Vertriebschancen.
Seit Januar 2009 ist der Spritzgießmaschinenbauer Arburg GmbH offiziell mit einem eigenen Vertriebs- und Servicebüro in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) vertreten. Die Fachmesse Arabplast, die ebenfalls im Januar in Dubai stattgefunden hat, war für Vertriebsgeschäftsführer Helmut Heinson das perfekte Forum, der arabischen Fachwelt die neue Organisation zu präsentieren. „Wir haben uns aufgrund des großen Potenzials des arabischen Marktes mit den technologisch hochwertigen Anwendungen entschlossen, langfristig in diesen zu investieren“, erläutert Heinson. Mit einer eigenen Organisation in den Vereinigten Arabischen Emiraten wolle man die Kunden künftig noch intensiver betreuen. An der Spitze des neuen Vertriebs- und Servicebüros steht der Leiter der niederländischen Arburg-Niederlassung Carlo Brouwer, der sich in den arabischen Ländern auskennt. Wie alle internationalen Organisationen des Loßburger Unternehmens soll auch die neue in den Vereinigten Arabischen Emiraten künftig das gesamte Dienstleistungsspektrum bieten: Vertrieb, Service, Ersatzteile, Anwendungstechnik und Schulung. „Unsere Maschinen erfüllen die Anforderungen des boomenden arabischen Markts umfassend – sei es in der Verpackung, als auch in der Produktion von technischen und medizintechnischen Spritzteilen“, erklärt Vertriebsleiter Brouwer. In Ras Al Khaimah habe man zudem die perfekten Räumlichkeiten gefunden, um das Serviceangebot auszubauen.

Ihr Stichwort
• Absatzmarkt Nahost
• Medizinische Hilfsmittel
• Drehscheibe Dubai • Fachmesse ArabHealth • Spritzgießmaschinen
Anzeige

Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Unsere Dosis Wissensvorsprung für Sie. Jetzt kostenlos abonnieren!

Produkttester werden!

Sie möchten Differenzdrucksensoren testen. Jetzt bewerben!

medicine&technology

Die englische Ausgabe, hier als PDF.

Erscheint zwei Mal im Jahr mit europaweiter Verbreitung.

Aktuelles Titelthema: Biologische Transformation

Warum es sich in der Medizintechnik lohnt, gewohnte Ideen hinter sich zu lassen und Neues auszuprobieren

Alle Webinare & Webcasts

Hier finden sie alle Webinare unserer Industrieseiten

Whitepaper

Hier finden Sie aktuelle Whitepaper

Kalender

Aktuelle Termine für die Medizintechnik-Branche

Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de