Erste Professur für Klinische Neurotechnologie Neurotechnologie soll bei psychischen Erkrankungen helfen - medizin&technik - Ingenieurwissen für die Medizintechnik

Erste Professur für Klinische Neurotechnologie

Neurotechnologie soll bei psychischen Erkrankungen helfen

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Neurotechnologien zügig in die Patientenversorgung integrieren will Prof. Surjo R. Soekadar (Bild: Peitz/Charité)
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Wie Neurotechnologien bei der Behandlung von neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen eingesetzt werden können, erforscht Surjo Soekadar. An der Charité – Universitätsmedizin Berlin tritt er die deutschlandweit erste Professur für Klinische Neurotechnologie an.

Neurotechnologien sind technische und computergestützte Werkzeuge, die Hirnsignale analysieren oder in der Lage sind, die Hirnaktivität gezielt zu verändern. Dazu gehören Gehirn-Computer-Schnittstellen, mit deren Einsatz und Entwicklung sich Prof. Surjo Soekadar beschäftigt. Mit seiner bisherigen Forschung konnte er beispielsweise Querschnittsgelähmten ermöglichen, mithilfe eines hirngesteuerten Hand-Exoskeletts, einer Art Stützstruktur, erstmals wieder selbstständig zu essen und zu trinken.

An das Exzellenzcluster Neurocure angebunden

Die neu etablierte Professur ist der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Campus Charité Mitte zugeordnet und an das Exzellenzcluster Neurocure angebunden. „An der Charité möchte ich innovative Neurotechnologien, die zu einer Verbesserung von Lebensqualität und sozialer Teilhabe führen, zügig in die Patientenversorgung integrieren. Dass meine Forschungsergebnisse direkt den Patientinnen und Patienten zugutekommen, ist mir sehr wichtig“, betont Prof. Soekadar.

Förderung mit dem ERC Starting Grant

Darüber hinaus möchte der Neurowissenschaftler die nächste Generation von Gehirn-Computer-Schnittstellen entwickeln und wird dafür mit einem ERC Starting Grant gefördert. „Bisher wurden Gehirn-Computer-Schnittstellen vorwiegend dazu eingesetzt, die Kommunikations- und Bewegungsfähigkeit von Patienten wiederherzustellen. In dem ERC-Projekt wollen wir nun Hirnfunktionen wie Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Emotionskontrolle verbessern“, erklärt Prof. Soekadar.

Diese sind bei zahlreichen psychischen Erkrankungen wie Depression, Sucht oder Angststörungen beeinträchtigt. Dafür will der Forscher alltagstaugliche Gehirn-Computer-Schnittstellen entwickeln, die die Hirnaktivität in Echtzeit auslesen und interpretieren. Individuelle Aktivitätsmuster, die mit einer Verbesserung gestörter Hirnfunktionen einhergehen, sollen anschließend durch elektrische oder magnetische Stimulation nichtinvasiv verstärkt werden.

Solche Gehirn-Computer-Schnittstellen in Kombination mit Hirnstimulationsverfahren sollen zukünftig einen wichtigen Beitrag zur effektiven und nebenwirkungsarmen Behandlung einer Reihe von psychischen Erkrankungen leisten.

https://psychiatrie-psychotherapie.charite.de

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