Startseite » Allgemein »

Mehr als ein Kunststoffschlauch

Eingebettete Mikrosysteme: Projekt zum Katheter der Zukunft
Mehr als ein Kunststoffschlauch

Aufbau eines Katheters mit eingebetteten Mikrosystemen Bild: Detert/Institut für Mikro- und Sensorsysteme
Anzeige
Das Schlüsselwort des Inno-Profile-Transfer-Verbundprojekts „Inka-Embedded“ heißt Miniaturisierung. Mit dem „Katheter der Zukunft“ hat sich das Projekt mittlerweile als Aushängeschild der Magdeburger Universität etabliert.

„Inka“, die „intelligenten Katheter“, sind inzwischen das Aushängeschild der Spitzenforschung an der Otto-von-Guericke-Uni in Magdeburg, und „Embedded“ deutet hier darauf hin, dass es bei dem Forschungsvorhaben um eingebettete Mikrosysteme geht. Soll heißen: Der Katheter der Zukunft liefert vom Zielort im menschlichen Körper nicht nur Fotoaufnahmen, Ultraschall- und Röntgenbilder, sondern kann vor Ort auch gleich Therapien vornehmen.

„Wir führen unterschiedliche Welten zusammen“, sagt Bertram Schmidt, Projektkoordinator und Leiter des Lehrstuhls Mikrosystemtechnik an der Magdeburger Universität. Gemeint sind die praktizierenden Mediziner sowie Medizintechniker auf der einen Seite und Partner-Unternehmen aus den verschiedensten Branchen auf der anderen Seite. Elektronikhersteller beispielsweise erschließen sich mit der Medizintechnik einen neuen Markt, mussten sich aber bis dato keine Gedanken darüber machen, wie sich ihre mikroelektronischen Bauteile verhalten, beispielsweise bei einer Sterilisation oder bei einer Wanderung durch die Venen bis zum Gehirn hin.
„Große Herausforderungen gibt es für die Katheter mit eingebetteten Mikrosystemen“ betont Markus Detert, Wissenschaftler am Lehrstuhl Mikrosystemtechnik. „Auf dem Weltmarkt ist innovative Elektronik für die Medizintechnik derzeit gefragter als Elektronik für das Auto.“ Das Schlüsselwort heißt Miniaturisierung, denn der innere Hohlraum eines Katheters, der Arbeitskanal, ist kleiner als 1 mm und sollte sich durch Einbuchtungen nicht zu stark verengen. Die Außenwand wiederum muss glatt sein. Darum darf ein Elektronik-Chip nicht aus seinem „Bett“ herausragen. Der 0,5 mm breite und 0,15 mm hohe Einsatz wird durch Heißprägen in den Katheter eingepasst. Schlussendlich muss es dann eine elektrische Verbindung zwischen der Funktionsspitze, der Energieversorgung und der Datenverarbeitung geben. Materialien mit neuen Funktionalitäten werden ebenfalls erforscht.
Noch eine Frage darf nicht außer Acht gelassen werden – die nach der Sicherheit. Zum einen muss der Arzt zu jedem Zeitpunkt wissen, wo im Körper sich sein Instrument gerade befindet. Zum anderen muss er sich darauf verlassen können, dass der intelligente Katheter zuverlässig funktioniert. Die Forschung läuft unter dem Thema „Navigation und Tracking“ und nimmt die Verstärkung des Kontrastes zwischen Werkzeug und Gewebe in den Fokus.
„Katheter mit eingebetteten Mikrosystemen sind nicht mehr einfache Kunststoffschläuche. Die hochwertigen Systemprodukte sind für deren Hersteller eine gewaltige Herausforderung“, meint Projektkoordinator Bertram Schmidt abschließend. „Um diese hohen Ansprüche zu realisieren, könnten Firmen beispielsweise Ausgründungen vornehmen, die sich dafür qualifizieren.“
Die intelligenten Katheter würden zudem Innovationen voranbringen, wie etwa neuartige intelligente Implantate. Und sie könnten bei ganz neuen Behandlungsmethoden zum Einsatz kommen, beispielsweise bei minimal-invasiven Eingriffen im Gehirn. su
Weitere Informationen Das Ziel der Inno-Profile-Transfer-Initiative „Embedded“ (Laufzeit 2015 bis 2017) besteht darin, in enger Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen aus der Medizintechnik und Elektronikbranche die Basis für zukunftsfähige Produkte zu schaffen. Hier gilt es vor allem, die technischen Herausforderungen bei der Fertigung zu lösen. www.inka-md.de/inkadmbedded.html
Anzeige
Aktuelle Ausgabe
Titelbild medizin technik 4
Ausgabe
4.2020
LESEN
ABO
Titelthema: Superkrankenhäuser in Skandinavien

Warum Skandinavien bei der Patientenversorgung auf Superkrankenhäuser setzt

Newsletter

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

Alle Webinare & Webcasts

Webinare aller unserer Industrieseiten

Aktuelles Webinar

Multiphysik-Simulation

Medizintechnik: Multiphysik-Simulation

Whitepaper

Whitepaper aller unserer Industrieseiten

Kalender

Termine für die Medizintechnik-Branche

Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de