Messen brauchen andere Formate

Medical Valley, Unterstützer der Medtec Live

Eine Messe braucht auch neue Formate

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Jörg Trinkwalter ist Mitglied der Geschäftsleitung beim Cluster Medical Valley EMN e. V. in Erlangen Bild: Medical Valley
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Im Cluster Medical Valley sind über 200 Mitglieder organisiert, etwa 30 bis 50 % davon kommen als Aussteller für Medizintechnik-Messen in Frage. Jörg Trinkwalter, Mitglied der Geschäftsführung bei Medical Valley, erläutert, welche Chancen eine Veranstaltung in Nürnberg aus seiner Sicht hat und was sich ändern müsste.

Dr. Birgit Oppermann
birgit.oppermann@konradin.de

Herr Trinkwalter, Medical Valley unterstützt als Partner die Medtec Live. Was hat Ihre Organisation bzw. die darin vertretenen Unternehmen zu dieser Entscheidung bewogen?

Für etwa ein Drittel bis die Hälfte der bei uns organisierten Unternehmen könnte es interessant sein, sich auf der einen oder anderen Medizintechnik-Messe zu präsentieren. Der Markt an sich ist aber für alle unsere Mitglieder interessant. Wir von Medical Valley haben die Aufgabe, den Cluster zu managen, ihn zu entwickeln und auch international zu vermarkten. Dafür ist eine Messe mit integriertem Kongress wie die MT-Connect oder eben künftig die Medtec Live ein Mosaikstein – neben vielen anderen Aktivitäten, die wir auf den Weg bringen. Das größte Potenzial sehen wir beim Thema Innovation, das wir mit der Medtec Live nach außen tragen wollen und mit dem sich die Messe von klassischen Verkaufsveranstaltungen unterscheiden kann.

Welche Aufgaben übernimmt Medical Valley bei der Vorbereitung und Durchführung der neuen Messe?

Wir haben als Unterstützer keine größeren operativen Funktionen. Natürlich informieren wir die Unternehmen über unsere Kanäle, und wir haben bei der MT-Connect den Innovation Market Place betreut und aufgebaut. Dort kommen Start-ups, innovative Dienstleister und Forschungsgruppen zusammen, die an kommerzialisierungsfähigen Lösungen arbeiten. Darüber hinaus arbeite ich auch für die Medtec Live im Expertenbeirat mit.

Welches sind aus Ihrer beratenden Sicht die dringendsten Aufgaben für die Entwicklung der Medtec Live?

Das Profil der Messe muss angesichts des Wettbewerbs geschärft werden, denn sie soll ja keine Me-Too-Veranstaltung sein. Ich denke, dass wir eine noch stärkere Verschmelzung von Kongress und Messe brauchen, aber auch wirklich innovative Veranstaltungsformate. Die Bedeutung der Messen als Verkaufsveranstaltung nimmt – vor allem für größere Unternehmen – immer weiter ab, so dass Alternativen gefragt sind.

Wie könnten solche neuen Formate aussehen?

Anlässlich der MT-Connect hatten wir schon Zusatzangebote für Start-ups, die direkt vor der Messe Informationen über den Marktzugang in den USA bekamen oder sich für einen Basiswissen-Workshop zum Eintritt in den EU-Markt angemeldet hatten. So ergab sich die Möglichkeit, mit dem fachlichen und dem frisch erworbenen organisatorischen Wissen auf die Aussteller zuzugehen. Sehr interessant fand ich in diesem Zusammenhang auch die Messe Xpomet, die dieses Jahr erstmals in Leipzig stattgefunden hat und deren Veranstalter eine Fortsetzung für 2019 in Berlin angekündigt haben. Vielleicht ist das sogar die Veranstaltung, die man als stärksten Wettbewerber zur Medtec Live sehen muss.

Was war Ihrer Meinung nach das Besondere an der Xpomet?

Dass sie auf Formate setzt, die in der hiesigen Messelandschaft ungewöhnlich sind. So etwas wie einen Hackathon haben wir selbst schon veranstaltet. Bei der Xpomet wurde aber zum Beispiel verstärkt auf Think tanks gesetzt: Die Teilnehmer bekamen, anders als bei einer gewöhnlichen Konferenz mit festem Programm, die Gelegenheit, selbst die Themen zu definieren, über die gesprochen werden sollte. Das verleiht einem Treffen Workshop-Charakter, und wirklich neue Dinge können entstehen. Die Xpomet besetzt dabei vor allem Themen rund um Digital Health, was zukunftsweisend ist. Auch der Versuch, eine Art Wissenschafts-Festival zu gestalten, ist interessant. Medical Valley setzt seit vielen Jahren auf solche Formate, und wir werden auch versuchen, diesen Geist sukzessive in die Medtec Live zu transportieren. Als offizieller nationaler Digital Health Hub ist Medical Valley dafür prädestiniert.

Welche Chancen hätten zwei Messen, neben der Compamed zu existieren?

Es läuft ein brutaler Verdrängungswettbewerb, der unter Umständen allen Veranstaltern schaden kann. Das betrifft die Compamed, T4M, Medtec Live, Conhit und Xpomet. Dass es Bedarf für Medizintechnik-Veranstaltungen in Süddeutschland gibt, zeigen die vergangenen Jahre, und das ist auch bei Gesprächen mit Unternehmen aus dem Ausland zu hören. Diese Anforderung ließe sich aber sowohl in Baden-Württemberg als auch in Bayern erfüllen. Wer das Rennen für sich entscheidet, ist aus meiner Sicht offen.

Wie viele Jahre, denken Sie, werden wir so eine intensive Wettbewerbssituation noch haben?

Das hängt von den Veranstaltern ab. Wir wissen, dass die Nürnberg Messe einen langen Atem hat und sich mit der MT-Connect bewusst auf einen steinigen Weg begeben hat, um das Thema nachhaltig zu besetzen. Das motiviert uns natürlich, hier unterstützend tätig zu sein.

Weitere Informationen:

Xpomet: Eine neue Art von Veranstaltung soll entstehen
Die Veranstalter der Medtec Live zu ihren Plänen
Ankündigung der T4M-Premiere in Stuttgart

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