Ergebnisse der Elsa-Studie: Automatisierer und Medizintechnikhersteller passen zusammen

Eine gemeinsame Sprache finden

Anzeige
Um Kooperationsprojekte von Life-Sciences und Engineering & Automation gezielt voranzutreiben, hat BioRegio Stern die Clusterinitiative „Engineering – Life Sciences – Automation“, kurz Elsa, ins Leben gerufen. Im Rahmen dieser Initiative werden die bestehenden regionalen Cluster aus der Life-Sciences-Branche mit denen aus der Automatisierungstechnik, dem Maschinenbau und der Automobilzulieferung verknüpft.
Die BioRegio Stern Management GmbH hat mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH WRS eine große Unternehmensbefragung zum Thema Kooperationen zwischen Life-Sciences und Engineering & Automation durchgeführt. Die befragten Life-Sciences-Unternehmen gehören überwiegend zur Biotechnologie- beziehungsweise Medizintechnik-Branche sowie zu einem kleinen Teil zur Pharma- Branche. Die Befragten aus dem Bereich Engineering & Automation kommen aus der Automatisierungstechnik, dem Maschinenbau und dem Engineering, wobei sich einige Unternehmen selbst mehreren der drei Schwerpunkt-
Felder zuordneten.
Unter dem Titel „Neuer Antrieb für Hightech-Branchen“ zeigen nun die Ergebnisse der Elsa-Studie, dass die beiden Branchen oftmals gar nicht so unterschiedlich sind, wie viele es erwartet hatten. Die Unternehmen gaben an, dass Innovationen elementarer Bestandteil ihrer Unternehmensstrategie sind. Auch betonten sie, dass sie Kunden konsequent in Neuentwicklungen einbinden und technische Fortschritte zeitnah für Neuentwicklungen nutzen. Die Anmeldung von Patenten spielt für die Life-Sciences-Unternehmen eine große Rolle; für die befragten Firmen aus dem Bereich Engineering & Automation ist die Bedeutung von Patenten deutlich geringer. Auch die Erfolgsfaktoren und die Hindernisse bei der Anbahnung von Kooperationen werden ähnlich bewertet. Ein wesentlicher Faktor im gesamten Prozess von der Anbahnung bis zum Abschluss der Kooperation sind diejenigen Mitarbeiter, die eine wichtige Schnittstellenfunktion zur anderen Branche wahrnehmen.
Auch haben beide Branchen ähnliche Vorstellungen vom idealen Rahmen einer Zusammenarbeit: Man möchte sich flexibel und ausschließlich projektabhängig binden; feste und langfristige Bindungen, etwa in Form von Joint Ventures, streben sie nicht an. Dass sich die Branchen aber weiter aufeinander zu bewegen werden, geht eindeutig aus den Ergebnissen der Studie hervor. Beide Seiten geben an, zukünftig miteinander arbeiten zu wollen und sehen die Automatisierung der Life-Sciences-Branche als große Chance für die eigene Wettbewerbsfähigkeit und den wirtschaftlichen Erfolg. Ein wesentlicher Faktor im gesamten Prozess von der Anbahnung bis zum Abschluss der Kooperation sind die jeweiligen Mitarbeiter, die eine wichtige Schnittstellenfunktion zur anderen Branche wahrnehmen. Durch sie und ihre Kontakte werden am häufigsten Kooperationspartner identifiziert, sie müssen ausreichend Ressourcen für die Durchführung der Kooperationen haben, Verantwortung übernehmen, gemeinsame Ziele definieren und sie dann zu erreichen versuchen.
So zeigt die Studie zur Kooperation zwischen Life-Sciences- und Engineering- & Automation-Unternehmen neben Gemeinsamkeiten und Unterschieden auch, dass der Wunsch nach einer weitergehenden Zusammenarbeit in beiden Branchen explizit besteht. Doch welche Automatisierungslösungen sind für Life-Sciences-Unternehmen aktuell interessant, was setzen sie ein? Zum Vergleich wurden auch die Engineering- &Automation-Unternehmen danach befragt, was sie der Life-Sciences-Branche anbieten. Das Ergebnis zeigt, dass Angebot und Nachfrage in diesem Bereich noch nicht übereinstimmen. Die Life-Sciences-Unternehmen nutzen insbesondere Lösungen aus den Bereichen Mess- und Elektrotechnik, Mikroelektronik, Sensorik sowie Informations- und Kommunikationstechnik. Dem gegenüber stehen die Engineering-& Automation-Unternehmen, die sich insbesondere auf den Bereich Produktionstechnik oder auch auf Robotik und die Entwicklung und Herstellung einzelner Sondermaschinen spezialisiert haben. Die Life-Sciences-Branche benötigt also womöglich mehr Mess- und Elektrotechnik, als der Markt der Automatisierer momentan anbietet. Alle abgefragten Automatisierungslösungen weisen aus Sicht beider Branchen ein überdurchschnittlich hohes Zukunftspotenzial auf. Zu den Top 3 zählen Mikroelektronik, Sensorik, Monitoring- und Diagnoselösungen sowie Informations- und Kommunikationstechnik.Bereits bestehende erfolgreiche Kooperationen können nicht darüber hinweg täuschen, dass insgesamt die Branchenverknüpfung noch ganz am Anfang steht. Es gibt mehr Gemeinsamkeiten zwischen den Branchen als zu erwarten war, aber es gibt deutliche Unterschiede in Bezug auf Ziele und die Erwartungen an eine Kooperation. Dies kann zu Konflikten und in einigen Fällen sogar zum Scheitern führen. Die wesentlichen Unterschiede sollten daher zu Beginn einer Kooperation thematisiert werden, um die Chancen einer erfolgreichen Zusammenarbeit zu verbessern. Hierbei wird es sicherlich einen größeren Unterstützungsbedarf an Moderation, gemeinsamer Kommunikation und Vermittlung geben, als von den Unternehmen prognostiziert.
Anzeige

Aktuelle Ausgabe

Titelthema: Kreislaufwirtschaft

Pile_of_used_syringes,_everyday_drug_therapy

Weniger Plastik-Abfälle sind selbst bei Medizinprodukten machbar

Newsletter

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

medicine&technology

Die englische Ausgabe finden Sie hier als PDF.

Sie erscheint 2 Mal im Jahr mit europaweiter Verbreitung.

Alle Webinare & Webcasts

Webinare aller unserer Industrieseiten

Aktuelles Webinar

Multiphysik-Simulation

Medizintechnik: Multiphysik-Simulation

Whitepaper

Whitepaper aller unserer Industrieseiten

Kalender

Termine für die Medizintechnik-Branche

Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de