Medizinische Textilien Innovationspreis für Bandscheiben-Implantat - medizin&technik - Ingenieurwissen für die Medizintechnik

Medizinische Textilien

Innovationspreis für Bandscheiben-Implantat

Gewebe für den Bandscheibenverschluss mit Befestigungselement Bild: DITF
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Ein neu entwickeltes Implantat erlaubt es künftig, den Riss in der Bandscheibe mit einem textilen „Schirm“ von innen zu verschließen. Das Medizinprodukt wurd jetzt mit dem Eureka Innovation Award 2017 in der Kategorie „Erfinder von morgen“ ausgezeichnet.

Allein in Deutschland betrifft es jedes Jahr etwa 120 000 Menschen: ein Riss in der äußeren Hülle der Bandscheibe führt zu einem Bandscheibenvorfall. Dabei reißt in Folge einer Fehl- oder Überbelastung der Wirbelsäule der äußere Ring (Anulus) der Bandscheibe, der gallertartige Kern tritt aus und drückt auf die Nerven im vorbeiführenden Rückenmark, was sehr schmerzhaft ist. Damit kann die Bandscheibe auch nicht mehr als Dämpfungselement wirken.

Bisher kann die Bandscheibe nicht mehr repariert werden, der Riss heilt auch nicht von selbst zu. Häufig verzichtet man dann auf die Bandscheibe und lässt die benachbarten Wirbel zusammenwachsen, was zu einer weiteren Einschränkung der Beweglichkeit und Belastung der benachbarten Bandscheiben führt.
Die Neos Surgery S.L, in Barcelona hatte die Idee, den Riss „von innen“ zu verschließen und sich daher 2010 an die DITF gewandt, um einen textilen Schirm zu entwickeln. In einem gemeinsamen EU-Projekt realisierten die DITF einen flexiblen textilen Verschluss, der sich im Kern der Bandscheibe öffnen lässt. Mehr als 20 Design-Varianten mussten entwickelt und geprüft wurden, bis sich eine als geeignet erwies. Das textile Knowhow der DITF half dabei die passenden Garne und eine geeignete Webtechnik zu finden, mit der das nur rund 10 cm2 große, dicht gewebte Textil zuverlässig, einschließlich Befestigungselementen, gefertigt werden konnte.
In längeren Versuchsreihen an Wirbelsäulen aus der Pathologie konnte die Funktionsfähigkeit des Verschlusses bei entsprechenden Bewegungen bewiesen werden. NEOS plant für Ende 2017 eine erste Studie an Patienten und für 2019 die Markteinführung. Da die DITF – einmalig für ein Forschungsinstitut – über ein eigenes, zertifiziertes Medizinprodukte-Unternehmen verfügen, können dort dafür die Prototypen gefertigt werden.
Bei Erfolg soll die ITV Denkendorf Produktservice GmbH auch weiter den textilen Teil des Implantates produzieren.
Im Rahmen des Eurostars–Programms wurde der deutsche Teil des Projektes „Entwicklung eines textilbasierten Anulus Reparatur Implantates“ (ArTex) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Das Konzept und die damit verbundene Vision haben auch das Forschungsnetzwerk Eureka beeindruckt: Ende Juni wurde das Projekt im Rahmen der Ministerkonferenz der 40 Eureka-Mitgliedsstaaten in Madrid mit dem Innovation Award in der Kategorie „Erfinder von morgen“ ausgezeichnet.
Weitere Informationen:
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