Hygiene Technisches Feedback verbessert Handdesinfektion - medizin&technik - Ingenieurwissen für die Medizintechnik

Hygiene

Technisches Feedback verbessert Handdesinfektion

Per Sensor, LED und Statistik gibt das neue System Rückmeldung über die regelmäßige Händedesinfektion (Bild: Michael Mutzberg)
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Eine neue technische Lösung soll Krankenhauspersonal dabei unterstützt, noch mehr auf die regelmäßige Desinfektion der Hände zu achten.
Das Helios Universitätsklinikum Wuppertal – Universität Witten/Herdecke kooperiert am Standort Wuppertal mit dem Start-Up Hy-Help aus Frankfurt. Deren technische Entwicklung erkennt die Anzahl der individuellen Händedesinfektionen. „Wir könnten damit über ein Instrument verfügen, mit dem wir eine der schwierigsten Herausforderungen in der modernen Medizin besser in den Griff bekommen“, sagt Klinikgeschäftsführer Dr. Marc Baenkler. Eine verbesserte Händehygiene könne dabei helfen, die Übertragung von multiresistenten Keimen um bis zu 40 % zu senken.
Der Teamerfolg zählt
Das Konzept von Hy-Help stellt den Team-Gedanken in den Mittelpunkt. Die Mitarbeiter einer Station tragen ein Gerät, das über einen Alkohol-Sensor erkennt, wann eine Händedesinfektion vorgenommen wird. Eine individuelle Auswertung über die Desinfektionsanzahl erhält nur der jeweilige Mitarbeiter für sich selbst. Im Team kommuniziert wird hingegen die Statistik zum Abschneiden der Station. Der Teamerfolg zählt.
Und so funktioniert das Gerät genau: Sobald eine Händedesinfektion getätigt wird, beginnt eine grüne LED zu blinken. Eine Sekundenanzeige zählt hoch bis zur laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorgeschriebenen Händedesinfektionsdauer von 30 Sekunden. Danach leuchtet die LED dauerhaft grün. Im Display erscheint lobend das Wörtchen „good“ und die Anzahl der im Laufe des Tages erfolgten Desinfektionen. Der Patient kann jetzt versorgt werden. „Das ist durchdacht und ermuntert unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Händedesinfektion konsequent und in der vorgeschriebenen Weise durchzuführen“, sagt Prof. Kurt Rasche, Mitglied des Ärztlichen Direktoriums am Helios Universitätsklinikum Wuppertal.
Jede verhinderte Infektion zählt
„Wir erheben kontinuierlich Hygienezahlen für unseren Standort und veröffentlichen diese auch. Hier sehen wir, dass in unserem Haus schon jetzt nur wenige Patienten einen multiresistenten Keim erwerben“, sagt Krankenhaushygieniker Dr. med. Christof Alefelder. „Wir müssen dafür sorgen, dass die Händehygiene für uns alle stets im Fokus bleibt. Wir können uns auch auf hohem Niveau verbessern. Und jede verhinderte Infektion kann Leid vermeiden oder Leben retten.“
Dr. Andreas Herzog, im Vorstand des Start-Ups Hy-Help, ist vom erfolgreichen Abschneiden überzeugt: „Dank der Zahlen, die wir bisher gewinnen konnten, wissen wir, dass die Anzahl der Händedesinfektionen pro Mitarbeiter im Laufe des Einsatzes von Hy-Help steigt.“ Das System schaffe eine Informationsgrundlage für Hygieneverantwortliche und Stationsleitungen. „Wir stellen ein Werkzeug zur Verfügung, das alle Möglichkeiten für eine kontinuierliche Verbesserung der Händehygiene liefert“, so Dr. Herzog weiter.
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