Simulierter Marsbesuch: Christiane Heinicke beendet erfolgreich die Mission Nicht genug Tomaten - medizin&technik - Ingenieurwissen für die Medizintechnik

Simulierter Marsbesuch: Christiane Heinicke beendet erfolgreich die Mission

Nicht genug Tomaten

Christiane Heinicke vor der Hi-Seas-Station (TU Ilmenau/Carmel Johnston)
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Die Wissenschaftlerin Christiane Heinicke beendet ihr einjähriges „Leben auf dem Mars“: Sie nahm als einzige Deutsche an der Hi-Seas-Mission teil, bei der die Lebensbedingungen in einer Marsstation simuliert wurden.

Welche Faktoren beeinflussen die Gruppendynamik auf künftigen Marsmissionen? Diese Frage sollte ein Experiment beantworten, in dem sechs Wissenschaftler, drei Männer und drei Frauen, aus vier Ländern 365 Tage lang in einem abgeschiedenen Habitat auf halber Höhe des Vulkans Mauna Loa auf Hawaii lebten. Das Habitat gleicht einer wissenschaftlichen Station, wie sie auf dem Mars stehen könnte, das einzige Fenster schaut auf endlose Weiten trockenen Vulkangesteins.

Christiane Heinicke, eine ehemalige Studentin und Doktorandin der Technischen Universität Ilmenau, war nach einem strengen Auswahlverfahren für die Hawaii Space Exploration Analog and Simulation (Hi-Seas) genannte Mission ausgewählt worden. Finaziert wurde diese von der amerikanischen Weltraumagentur Nasa und durchgeführt von der University of Hawaii .
Die kuppelförmige Hi-Seas-Station hat einen Durchmesser von 11 m – es steht also nur sehr beengter Raum zu Verfügung. Zweimal in der Woche erkundeten die Wissenschaftler für vier Stunden die Umgebung. Wollten sie die Kuppel für einen Außeneinsatz verlassen, mussten sie einen Raumanzug tragen.
Die Erkenntnisse aus der Mission sollen der Nasa helfen, eine möglichst gute Crew für eine lange Marsmission zusammenzustellen. Je länger eine Weltraummission dauert, desto wichtiger ist es, dass die Teammitglieder zueinander passen. Wie entwickelt sich das Verhalten der Crewmitglieder zueinander, wenn sie über einen langen Zeitraum in völliger Isolation auf engstem Raum zusammenleben? Wie verändert sich ihre Zusammenarbeit? Wer übernimmt welche Rolle? Wie wirken sich die extremen körperlichen und mentalen Anforderungen auf die Männer und Frauen aus? Die Antworten auf diese Fragen sind entscheidend für die richtige Zusammensetzung einer Crew und damit für den Erfolg von Weltraummissionen. Mit 365 Tagen ist die Hi-Seas-Studie die bislang längste Marssimulation dieser Art.
Die Extremsituation, ein ganzes Jahr lang 24 Stunden am Tag beengt zusammenzuleben, hat alle Mitglieder an ihre Grenzen geführt. Dabei lagen die aber, so Christiane Heinicke, für jeden woanders: „Die einen erreichten die Grenzen ihres Könnens, zum Beispiel wenn Reparaturen notwendig waren, und waren auf die Hilfe der anderen angewiesen. Andere erreichten die Grenzen ihrer Geduld, wenn dasselbe, in ihren Augen absurde Streitthema wieder und wieder aufgegriffen wurde. Am Ende des Tages haben wir uns aber immer wieder zusammengerauft und auf das gemeinsame Ziel zugearbeitet: die Mission erfolgreich zu Ende zu bringen.“
Eines der wissenschaftlichen Experimente von Christiane Heinicke, die an der TU Ilmenau den Master in Geophysik gemacht hat, war es, Wasser aus dem Lavaboden des Mauna Loa-Vulkans zu gewinnen, der einen ähnlich niedrigen Wassergehalt wie der Marsboden hat und dem roten Planeten geochemisch insgesamt sehr ähnlich ist. Das Projekt sollte zeigen, dass dies überhaupt möglich ist.
In ihrer Freizeit hat Christiane Heinicke Bücher gelesen und zu Beginn der Mission Salsa getanzt, später fing sie an, Französisch und Mundharmonika zu lernen. Um trotz des eingeschränkten Raums im Habitat fit zu bleiben, haben alle Crewmitglieder Sport getrieben. Christiane Heinicke freute sich bei ihrem Ausstieg aus dem Habitat am 28. August aber vor allem auf ein Bad im Pazifik und frisches Obst und Gemüse. Die selbst angebauten Tomatenstauden hatten in dem ganzen Jahr „vielleicht zwanzig kleine Tomätchen abgegeben – für sechs Personen“.
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