Nicht jedes Projekt braucht einen digitalen Zwilling

Digitaler Zwilling

Wenn ein digitaler Zwilling nicht mit dem anderen kann

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Der digitale Zwilling muss nicht zwingend an einem kompletten Produkt erprobt werden. Gartner empfiehlt beispielsweise, mit kritischen Komponenten zu starten. Bild: Siemens
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Ein digitaler Zwilling bietet viele Vorteile, wie etwa eine höhere Produktivität in der Fertigung. Gleichwohl gibt es noch viele Hindernisse und Unwägbarkeiten, warnen die Experten des IT-Beratungshauses Gartner. Sie raten, Vorteile und Risiken genau abzuwägen.

Der utopische Blick auf den digitalten Zwilling funktioniert bei Unternehmen nur, wenn sie ihre Technologie- und Geschäftsziele komplett zueinander ausrichten“, stellt David W. Cearley klar, einer der drei Gartner-Analysten, welche die Studie „Top 10 Strategic Technology Trends for 2017:Digital Twins“ erstellt haben. Für die IT-Experten gehört das Konzept des digitalen Zwillings mithin zu den zehn wichtigsten Technologie-Trends, die es in diesem Jahr zu beachten gilt.

Gartner prognostiziert, dass der digitale Zwilling in zehn Jahren nicht mehr nur von Produktingenieuren und Datenexperten genutzt wird. Bis dahin werde sich das Konzept auch im operativen Betrieb durchgesetzt haben. Bis 2020, werde der digital Twin zunehmend integraler Bestandteil von Angeboten sein, die Lieferanten ihren Kunden als Service bieten.

Bis dahin seien allerdings noch einige Hürden zu überwinden, so die IT-Experten:

  • Kosten: Die Kosten für den Bau dieser digitalen High-Ende-Modelle können die Geschäftsvorteile deutlich übersteigen. Dies werde ein Problem für sein Unternehmen, die den Wert des Projekts nicht sorgfältig beurteilen.
  • Kultur: Digitale Zwillinge können einen bestehenden Prozess unnötig komplex machen. Deshalb die Warnung – nicht alle Projekte benötigen einen digitalen Zwilling.
  • Daten: Es wird heterogene und getrennte Datenquellen über die Wertschöpfungskette hinweg geben. Dies verursacht Barrieren für die Choreographie und Orchestrierung verschiedener Workflows und Feedback-Schleifen. Dadurch sei es gegebenenfalls notwendig, im gesamten Produktlebenszyklus verschiedene Modelle aufrecht zu erhalten (vom Lieferant zum Hersteller zum zum Kunden zum Service).
  • Markt: Der Markt ist unreif, mahnt Gartner. Nicht alle Technologieanbieter seien bereit, auf den Zug aufzusteigen und mit ihrer Produkt-Roadmap das Konzept des digitalen Zwillings zu unterstützen. Die Integration digitaler Zwillinge von mehreren Anbietern stelle ebenfalls eine Herausforderung dar, da es derzeit nur wenige akzeptierte Standards für dieses Umfeld gibt.

Die Gartner-Analysten raten: „Konzentrieren Sie sich auf Projekte mit klaren kurzfristigen Auswirkungen auf spezifische geschäftliche Herausforderungen. Der digitale Zwillinge muss nicht umfassend sein.“ Dies könne zum Beispiel eine kritische Komponente an einem Gerät oder einer Maschine sein.

www.gartner.com

Digitaler Zwilling in der Medizintechnik

Was das Konzept des digitalen Zwillings in der Medtech-Branche schon leistet – und was alles hinter dem Konzept steckt.

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